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Interview: Baumhirten: Bis Sommer ins Josefstal

Interview : Baumhirten: Bis Sommer ins Josefstal

Der Stopp für den Freizeitpark Aufderhöhe traf auch den Waldkindergarten "Kleine Baumhirten". Nun zieht die Kita doch zum alten Freibad. Antonia Sassin vom Vorstand der Elterninitiative über die Pläne und das Leben der Kinder in der Natur.

Frau Sassin, nun zieht der Waldkindergarten bald endlich ins Josefstal auf das ehemalige Gelände des Freibades. Wieso hat es jetzt geklappt?

Antonia Sassin Am Montag, 18. Februar, wurde überraschend in der Verhandlung des Landgerichts Düsseldorf die Klage eines Anwohners gegen die Baugenehmigung der "Kleinen Baumhirten" zurückgezogen. Unsere Unterbringung am Goldberger Weg / Ecke Nußbaumstraße war von Anfang an als Provisorium gedacht. Die Lage ist nicht ideal, denn es ist ein langer und unsicherer Weg bis zum Wald mit ungesicherter Überquerung der Nußbaumstraße entlang der Höher Heide. Nun können wir mit dem Umbau des ehemaligen Geländes des Freibades Aufderhöhe endlich beginnen. Darüber freuen wir uns sehr — besonders für die Kindergartenkinder.

Zur Vorgeschichte des Ganzen: Woran scheiterte Ihr Bauvorhaben bisher?

Sassin Als unser Waldkindergarten im Sommer 2010 eröffnete, war von Anfang an geplant, ins Josefstal zu ziehen. Damals ahnten wir nicht, dass ein so langer Weg vor uns liegen würde. Anfang 2012 wurde die Baugenehmigung erteilt. Die Eltern der Initiative gingen daraufhin motiviert ans Werk: Sie gruben Leitungsschächte, verlegten Wasser- und Stromleitungen und trafen alle Vorbereitungen für den Bau der Holzhäuser, die den Baumhirten als Ruheraum und Schutzhütte bei sehr schlechtem Wetter dienen sollten. Doch im August des vergangenen Jahres wurde durch einen Anwohner der Höher Heide gegen die Baugenehmigung geklagt. Wir mussten den Baustopp hinnehmen und unsere Betriebserlaubnis drohte zu erlöschen, da der Standort am Goldberger Weg nicht langfristig getragen werden konnte. Wir suchten ein Ersatzgrundstück. Von den rund 20 netterweise nach unserem Aufruf an die Öffentlichkeit angebotenen Grundstücken war nur eines für die Anforderungen des Waldkindergartens geeignet. Dann erfuhren wir von der zurückgezogenen Klage.

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Sind Sie nun erleichtert?

Sassin Wir waren zunächst vollkommen überrascht und unsicher, ob überhaupt im Josefstal gebaut werden sollte. Der Bebauungsplan für das ehemalige Freibadgelände war bereits früher im Normenkontrollverfahren vom Oberverwaltungsgericht Münster aufgehoben worden. Und ob und wann der Förderverein Freizeitpark Aufderhöhe wie geplant den Rest des Grundstücks gestalten kann, ist fraglich.

Warum wird die Elterninitiative trotzdem im Josefstal bauen?

SaSSIN Eine Mitgliederbefragung ergab schnell, dass der Standort eine breite Zustimmung erfährt. Die Umgebung ist einfach wunderschön und ideal für einen Waldkindergarten geeignet. Wir wollen nicht erneut Anträge stellen und auf Genehmigungen warten, sondern endlich loslegen.

Wie schnell wird nun gebaut?

sASSIN Sobald das Wetter es zulässt, werden die Fundamente für die beiden Schutzhütten gegossen. Außerdem entsteht eine Brücke über den Burbach. Wir sind optimistisch und hoffen, im Sommer umziehen zu können.

Was sind die Vorteile eines Waldkindergartens, so wie Sie ihn betreiben?

sASSIN Generell ist es schön, direkt in der freien Natur sein zu können. Das regt die Fantasie an und bietet viele Spielmöglichkeiten. Unsere Kindergartenkinder sind selten krank und können über Altersgrenzen hinweg täglich zusammen sein. Immer mehr Eltern scheinen das zu schätzen, denn das Interesse an den "Kleinen Baumhirten" ist groß.

PIA BERGMEISTER STELLTE DIE FRAGEN.

(RP)