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Solinger Wohnungsbaugenossenschaften Lage auf Wohnungsmarkt ist angespannt

Serie | Solingen · Preiswerter Wohnraum ist auch in Solingen gefragt. Die Wohnungsgenossenschaften führen lange Wartelisten - besonders für kleine Einheiten oder Familien-Wohnungen.

Am Argonner Weg hat der Spar- und Bauverein Solingen bereits eine neue Kita gebaut, drei neue Häuser mit 27 Wohnungen, darunter neun öffentlich geförderte, sind jetzt kurz vor der Fertigstellung.

Am Argonner Weg hat der Spar- und Bauverein Solingen bereits eine neue Kita gebaut, drei neue Häuser mit 27 Wohnungen, darunter neun öffentlich geförderte, sind jetzt kurz vor der Fertigstellung.

Foto: Peter Meuter

„Wohnen für ein Leben lang“, „in Zukunft gut leben und wohnen“, „gut und sicher wohnen“, „sicher wie ein Eigentümer und flexibel wie ein Mieter“ – die fünf Wohnungsgenossenschaften Spar- und Bauverein Wald, Spar- und Bauverein Solingen, Beamten-Wohnungsbauverein, Bauverein Gräfrath und die Baugenossenschaft Eigenheim eG sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil des klingenstädtischen Wohnungsmarktes. Der Walder und der Spar- und Bauverein Solingen feierten in diesem Jahr bereits ihr 125-jähriges Bestehen, der Beamten-Wohnungsbauverein wurde 1912 gegründet, der Bauverein Gräfrath 1919 und die Eigenheim eG 1928. „Solidarisch, modern, zukunftsfähig und weltoffen“ – Anspruch der Genossenschaften ist es darüber hinaus, bezahlbare Mieten für ihre Mitglieder vorzuhalten.

Anteile Um eine Genossenschaftswohnung zu bekommen, müssen zunächst Einlagen gezahlt werden. Beim SBV, mit rund 14.000 Mitgliedern die größte Genossenschaft in Solingen, müssen zwei Pflichtanteile zu je 500 Euro gezeichnet werden sowie ein einmaliges „Eintrittsgeld“ von zehn Euro. Beim Bauverein Gräfrath kann jeder Mitglied werden, der drei Genossenschaftsanteile von je 350 Euro übernimmt und vom Vorstand aufgenommen wird. Beim Walder Spar- und Bauverein ist eine Einlage von 950 Euro fällig. Beim Beamten-Wohnungsbauverein sind es 1300 Euro.

Zinsen/Dividende In der Regel zahlen die Genossenschaften eine Dividende in Höhe von maximal vier Prozent auf die jeweiligen Einlagen, sofern es das Geschäftsergebnis hergibt. Der Beamten-Wohnungebauverein zahlt Dividende, „wenn die Mitgliederversammlung nichts anderes beschließt“.

Situation Wohnungsmarkt „Die Nachfragesituation kann man als durchaus angespannt betrachten“, sagt SBV-Vorstandsvorsitzender Jürgen Dingel. Von „sehr angespannt“ spricht auch Francesco Cinquegrani vom Gräfrather Bauvereins. Der Vorsitzende des Vorstands geht davon aus, „dass sich jetzt im Winter die aktuelle Flüchtlings-/Kriegslage drastisch verschlimmert und die Situation auf dem Mietwohnungsmarkt noch mehr anspannen wird“. Michael Pikzack vom Walder Spar- und Bauverein verzeichnet „täglich viele Anfragen“ auch von Wohnungssuchenden, die vom Jobcenter unterstützt werden“. Als „angespannt“ beurteilt auch Karin Spiewak-Berg, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Beamten-Wohnungsbauvereins, die Lage auf dem Wohnungsmarkt.

Nachfrage Wohnungstypen Beim Walder Spar- und Bauverein sind preiswerte Wohnungen bis 50 Quadratmeter und drei bis vier Zimmer – „auch möglichst preiswert“ – gefragt. Eine sehr hohe Nachfrage ab drei Zimmer – „für solche Wohnungen haben wir bis zu 180 Bewerber auf der Warteliste“ – hat der Bauverein Gräfrath. Beim SBV sind es ebenfalls Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen ab 75 Quadratmeter aufwärts. Beim Beamten-Wohnungsbauverein sind „es großzügig geschnittene Drei-Zimmer-Wohnungen – am liebsten im Erdgeschoss“.

Wartelisten Die gibt es bei jeder Genossenschaft. Der SBV pflegt eine „Interessendatenbank“. Hier werden individuelle Wünsche mit den verfügbaren Wohnungen abgeglichen. Michael Pikzack spricht von Wartelisten „für jeden Wohnungstyp“. „Ja, unterteilt in Mitgliederliste und Interessentenliste“, heißt es beim Beamten-Wohnungsbauverein.

Wartezeiten Abhängig von der Wohnungsgröße sind die Wartezeiten unterschiedlich. In Gräfrath sind es zum Teil „mehrere Monate“, für Einfamilienhäuser „teilweise mehrere Jahre“. Beim SBV hängt es von den persönlichen Kundenwünschen und anderen Kriterien ab wie zum Beispiel Dauer der Mitgliedschaft, sozialen Aspekten, die Suchdauer oder das Vorliegen einer Wohnberechtigung bei öffentlich gefördertem Wohnraum. „Für große Wohnungen teilweise über ein Jahr oder länger“, sagt Michael Pikzack für die Walder Genosenschaft. Je nach Wohnungswunsch cirka ein Dreivierteljahr Wartezeit muss man beim Beamten-Wohnungsbauverein in Kauf nehmen.

Leerstand Den verzeichnen alle Genossenschaften, überwiegend aber modernisierungsbedingt. Beim Bauverein Gräfrath lag die Leerstandsquote in den vergangenen drei Jahren zwischen 2,9 Prozent und 4,7 Prozent. Von „Vermietungsbedingt zurzeit 0,8 Prozent“ spricht der Walder Spar- und Bauverein. Der Beamten-Wohnungsbauverein hat aufgrund der hohen Nachfrage keinen Leerstand. Der SBV hat wegen erforderlicher Maßnahmen einen Leerstand von 3,5 Prozent des Bestandes. Der verfügbare Leerstand beträgt rund 1,2 Prozent.

Zusammenarbeit mit Ämtern Den sehen die Genossenschaften durchaus ausbaufähig. So merkt der Beamten-Wohnungsbauverein bei Neubauprojekten an, dass sich die Zusammenarbeit schwierig gestaltet und sehr lange dauert. „Nicht zufriedenstellend, sehr bürokratisch, unflexibel und langwierig“ findet der Bauverein Gräfrath die Zusammenarbeit mit den Ämtern. Das sei absolut unpassend in der aktuellen Wohnungskrise. „Wir sind zurzeit dabei, die Zusammenarbeit mit der Stadt Solingen zu intensivieren“, sagt der Spar- und Bauverein Solingen. Bezogen auf die Wohnraumförderung hätte man in den vergangenen Jahren einige Projekte erfolgreich realisiert.

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