Mietspiegel für Wermelskirchen, Hückeswagen, Radevormwald Der Baustopp ist „für Mieten katastrophal“

Serie | Wermelskirchen, Hückeswagen, Radevormwald · Den neuen Mietspiegel für das Bergische Land wird es erst 2023 geben. Die derzeitigen Angaben sind daher mit Vorsicht zu genießen. Ein Blick auf die Mieten in Wermelskirchen, Hückeswagen und Radevormwald.

 Wie der Mietspiegel von Februar 2021 ausweist, kann in guten Wohnlagen in Wermelskirchen der Mietpreis pro Quadratmeter die Zehn-Euro-Marke überschreiten.

Wie der Mietspiegel von Februar 2021 ausweist, kann in guten Wohnlagen in Wermelskirchen der Mietpreis pro Quadratmeter die Zehn-Euro-Marke überschreiten.

Foto: Theresa Demski

Die Mieten im Bergischen Land steigen im Vergleich zu anderen Regionen nicht so stark an. Der Mietspiegel ist eine Übersicht über die ortsüblichen Vergleichsmieten, an der sich Kunden orientieren können. Hier ein Blick auf den Mietspiegel in den drei Städten.

WERMELSKIRCHEN

Die derzeitigen Mietpreise gehen über die im aktuellen Mietspiegel für Wermelskirchen genannten Zahlen hinaus. Darin ist sich Ursula Zimmermann vom Verein Rheinische Immobilienbörse in Köln überzeugt: „Die Mietpreise werden nicht billiger – allerdings ist der Anstieg der Mieten in Wermelskirchen deutlich moderater als in Köln.“ Der Verein mit Sitz in der Domstadt veröffentlichte den jüngsten Mietspiegel für Wermelskirchen im Februar 2021. Daran mitgewirkt haben der Mieterverein Remscheid-Wermelskirchen und Umgebung, Haus und Grund Rhein-Berg, Remscheid und Umgebung sowie die Stadt Wermelskirchen. Ebenfalls beteiligt: der Bauverein Wermelskirchen. „Ende Februar des kommenden Jahres veröffentlichen wir einen neuen Mietspiegel für Wermelskirchen. Wir freuen uns auf viele Informationen, um ein möglichst homogenes Bild darstellen zu können“, sagt Ursula Zimmermann. Sie stellt allerdings schon jetzt fest: „Die Neubau-Tätigkeiten lassen zu wünschen übrig – und das ist überall so. Viele Bauvorhaben sind zwischenzeitlich wegen der deutlichen Preissteigerungen gestoppt worden, was für den Wohnungsmarkt und die Mieten katastrophal ist.“ Entsprechend müsse jeder die Zahlen des derzeit noch gültigen Mietspiegels für Wermelskirchen mit Vorsicht genießen, erläutert Ursula Zimmermann: „Für die dort angegebenen Preise kriegt man wohl keine Wohnung mehr. Die Angaben muss man höher ansetzen.“

Laut Mietspiegel liegen die meisten Wohnungen innerhalb des Gemeindegebiets in einer mittleren Wohnlage – also Wohngegenden ohne besondere Vor- und Nachteile. Ausgehend von dieser Lage sind für eine kleine Wohnung (30 bis 49,9 Quadratmeter) zwischen 5,40 für Wohnungen, die bis 1960 fertig gestellt wurden, und 9,20 Euro für Wohnungen, die ab 2005 bezugsfertig wurden, an Miete pro Quadratmeter zu zahlen. Bei 50 bis 69,9 Quadratmeter großen Wohnungen reicht diese Spanne von 5,40 bis 9,60 Euro. Von 4,90 bis 9,80 Euro an Miete pro Quadratmeter erstreckt sich dieser Bogen bei Wohnungen in einer Größe zwischen 110 und 130 Quadratmetern. Wie der Mietspiegel von Februar 2021 ausweist, kann in guten Wohnlagen (aufgelockerte Bebauung sowie ruhige und verkehrsgünstige Grünlage ohne Durchgangsverkehr) der Mietpreis pro Quadratmeter die Zehn-Euro-Marke überschreiten: Hier schlagen bis zu 10,20 Euro zu Buche.

Der Mietspiegel Wermelskirchen ist im Internet über www.rheinische-immobilienboerse.de erhältlich. Dort können auch Informationen für die Neuauflage des Mietspiegels in 2023 eingereicht werden.

HÜCKESWAGEN

Die Schloss-Stadt hält sich, statistisch gesehen, anscheinend gerne im Mittelfeld auf. Kaum einmal, dass Hückeswagen in der Betrachtung sämtlicher Kommunen im Oberbergischen Kreis ganz oben oder ganz unten steht. Beim Stadtradeln im September – da war die Stadt aus dem Nordkreis Spitze, und das sogar zweifach: bei der gesamten erradelten Kilometeranzahl und der Pro-Kopf-Wertung. Beim Mietspiegel dagegen ist alles beim Alten – Hückeswagen liegt im Mittelfeld. Für 2021 betrug der durchschnittliche Quadratmeterpreis für eine Mietwohnung 5,92 Euro und war damit genauso hoch wie der in Bergneustadt. Von den 13 kreisangehörigen Kommunen ist das Wohnen in einer Mietwohnung in vier Städten und Gemeinden günstiger: Nümbrecht (5,76 Euro), Marienheide (5,56 Euro), Waldbröl (5,54 Euro) und Morsbach (5,11 Euro). An der oberbergischen Spitze liegt Lindlar, das offensichtlich sehr begehrt ist und für dessen Mietwohnungen entsprechend höhere Preise verlangt werden können: 6,35 Euro pro Quadratmeter. Lag die Gemeinde 2019 (6,01 Euro) noch hinter der Nachbargemeinde Engelskirchen (6,38 Euro) auf Platz zwei, haben sich die Platzierungen gedreht.

Dass aber auch in Hückeswagen das Wohnen immer teurer wird, zeigen die Zahlen der zurückliegenden Datenerfassungen des Gutachterausschusses des Oberbergischen Kreises: 2019 kostete der Quadratmeter einer Mietwohnung in der Schloss-Stadt durchschnittlich 5,70 Euro, zwei Jahre zuvor waren es noch 5,50 Euro. Im Mittel steigt der Quadratmeterpreis somit um zehn Cent pro Jahr.

Wer wissen will, ob der Quadratmeterpreis seiner Wohnung zu hoch ist, kann das auf der Internetseite www.obk.de/omix ermitteln. Dort müssen die Kommune, die Straße und die Hausnummer eingegeben werden, dann erscheint der ermittelte „durchschnittliche Mietpreis für die gewählte Lage – unabhängig vom Mietobjekt“. In die Berechnung fließen etwa der Standort des Gebäudes, das Baujahr und der Renovierungsgrad mit ein.

RADEVORMWALD

Die Bergstadt sticht bei den Mietpreisen im Oberbergischen Kreis nicht sonderlich hervor. Das durchschnittliche Mietniveau betrug im vergangenen Jahr 5,94 Euro pro Quadratmeter, damit sind die Mieten in Radevormwald etwa auf dem gleichen Stand wie im benachbarten Hückeswagen.

Was die Lage betrifft, gibt es innerhalb der Stadt allerdings größere Unterschiede. Wer etwa an der Elberfelder Straße in Bergerhof lebt, zahlt in der Regel einen Mietpreis über sechs Euro pro Quadratmeter. In der Innenstadt können die Mieten deutlich höher ausfallen. Wer versuchsweise das Heimatmuseum – Hohenfuhrstraße 8 – in der Mietspiegel-Datei des Mietervereins Oberberg und der Eigentümer-Gemeinschaft Haus und Grund eingibt, kommt auf ein Mietniveau von 6,26 Euro. Es geht auch noch höher – in der Straße „Am Krankenhaus“ liegt der Wert bei 6,37 Euro.

In den Außenbezirken der Stadt sind die Werte deutlich niedriger, so beispielsweise in der östlichsten Ortschaft von Radevormwald, in Borbeck. Hier sind die Mieten rein rechnerisch mit 4,80 Euro pro Quadratmeter niedrig – freilich gibt es in der beschaulichen Ortschaft kaum Mehrfamilienhäuser.

Ein Blick in die vergangenen Jahre zeigt, dass der durchschnittliche Mietpreis im Jahr 2017 nur bei 5,80 Euro pro Quadratmeter lag. Wer theoretisch eine Wohnung im Heimatmuseum hätte mieten wollen, hätte mit 6,05 Euro pro Quadratmetern 20 Cent weniger als vier Jahre später zahlen müssen. Wer nun meint, dass die Mieten immer teurer geworden sind, täuscht sich – tatsächlich zeigt die Auswertung von 2019, dass die Preise seither gesunken sind. Damals lag Radevormwald beim durchschnittlichen Mietniveau über sechs Euro pro Quadratmeter, exakt bei 6,01 Euro. Das Heimatmuseum als Miethaus schlug damals mit 6,28 Euro pro Quadratmetern zu Buche, acht Cent mehr als im vergangenen Jahr.

-ANZEIGE-

Sie sind auf der Suche nach einer Wohnung oder Immobilie zum Kauf oder zur Miete? Aktuelle Objektangebote und weitere Services rund um das Thema Immobilien finden Sie auf dem RP Immobilienmarkt.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort