Mietspiegel wird fortgeschrieben Solinger Mieten weiter vergleichsweise günstig

Serie | Solingen · Die Mieten in Solingen liegen seit Jahren niedrig im Vergleich zu anderen Großstädten. Der Mietspiegel gibt die durchweg einstelligen Quadratmeterzahlen nach Baujahr gestaffelt an. An der Aktualität der Daten gab es in der Vergangenheit jedoch Kritik.

An der Kurfürstenstraße stehen viele Altbauten.

An der Kurfürstenstraße stehen viele Altbauten.

Foto: Köhlen, Stephan

Während in vielen Großstädten die Quadratmeterpreise für Wohnungsmieten schon lange im zweistelligen Bereich liegen, bleiben sie in Solingen eher niedrig. Gerade die Nähe zu Düsseldorf und Köln kann dabei vorteilhaft für die Klingenstadt sein. Denn wer in den beiden Rhein-Metropolen arbeitet, wohnt nicht selten im Umland, um sich die enormen Mieten zu sparen.

Der offizielle Mietspiegel für Solingen, den der Mieterbund Rheinisch-Bergisches Land sowie die Haus- und Grund-Vereine Solingen und Ohligs veröffentlichen, gibt Quadratmeter-Preise an, die allesamt unter 9 Euro liegen. Die teuersten Wohnungen wurden dem Mietspiegel zufolge nach 1986 gebaut oder kernsaniert und sind bis zu 50 Quadratmeter groß. Für eine kleine Wohnung aus den Baujahren 1994 bis 2001 zahlt man demnach 8,55 bis 8,75 Euro pro Quadratmeter – je nach Lage. Unterschieden wird in eine mindere, mittlere oder gute Wohnlage. Berücksichtigt werden dabei sowohl die Immisions-Beeinträchtigung als auch die Dichte der Bebauung sowie die Nähe zu Grünflächen. Die meisten Wohnungen in Solingen befinden sich dem Mietspiegel zufolge in einer mittleren Wohnlage.

Gerade ältere Wohnungen, die vor den 1980er-Jahren gebaut wurden und nicht kernsaniert sind, können dem Mietspiegel zufolge jedoch auch deutlich weniger Geld kosten. Teilweise liegen die Quadratmeterpreise hier bei unter 5 Euro, selbst in guter Lage. Am günstigsten sind demzufolge unsanierte Wohnflächen in Bergischen Fachwerkhäusern. Die älteren, günstigen Wohnflächen zeichnen sich dabei nach Angaben der Haus- und Grund-Vereine sowie des Mieterbunds durch eine Holzbauweise sowie zum Teil fehlende Wärmedämmung, Isolierverglasung und Warmwasserversorgung in der Küche aus.

Angegeben sind die Quadratmeterpreise, die relevant für die Berechnung der ortsüblichen Miete und somit für mögliche Mieterhöhungen sind, als Kaltmiete ohne Berücksichtigung von Nebenkosten. Eine genaue Aufschlüsselung, wie hoch die Mieten in den verschiedenen Stadtteilen liegen, gibt der Solinger Mietspiegel dabei nicht.

Ohnehin wurde in der Vergangenheit bereits über die Aussagekraft und Genauigkeit des Dokuments diskutiert. Der aktuelle Mietspiegel stammt aus dem Jahr 2020. Bereits vor rund eineinhalb Jahren gab hatte ein Solinger Vermieter kritisiert, die Angaben hätten sich im Vergleich zu dem Dokument von 2017 nicht verändert. Mieterbund sowie die Haus- und Grund-Vereine hatten daraufhin erklärt, man habe das bisherige Dokument fortgeschrieben. Grund war eine Gesetzesänderung für die Erstellung von Mietspiegeln gewesen, die eine neue Veröffentlichung fristgerecht nötig gemacht hatte. Mit den neuen gesetzlichen Bestimmungen sei es künftig nötig, sogenannte qualifizierte Mietspiegel zu erstellen, wie der Vorsitzende des Haus- und Grundeigentümervereins Solingen-Ohligs, Max Schunke, erklärt hatte. Das beutete, dass die Auswertung nun nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erfolgen müsse, was für kleine Vereine wie die in Solingen kaum möglich sei. Die ermittelten Preise seien jedoch angemessen, hatte Schunke damals erklärt. Das gelte den Vereinen zufolge wohl weiterhin, immerhin sei der Mietspiegel seitdem weiterhin fortgeschrieben worden.

Im Internet stößt man zum Teil auf abweichende Zahlen, die nicht offiziell und allgemeingültig, dafür aber anscheinend aktueller sind. So hat das Wohnungsportal wohnunsboerse.net einen eigenen Mietspiegel für Solingen erstellt, der auf den Mietwohnungen basiert, die im Portal eingestellt wurden. Daraus errechnet die Börse einen durchschnittlichen Wohnungsmietpreis von 9,19 Euro pro Quadratmeter für 2022. Die Mieten liegen dabei für kleine und große Wohnungen unter dem Landes- und Bundesniveau, bei mittleren Wohnungen von rund 60 Quadratmetern liege Solingen den Angaben zufolge etwas höher als der Landesschnitt.

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren zeigen die Daten gewisse Unterschiede, die Solinger Mietpreise haben sich jedoch demnach auf einem ähnlich bleibenden Niveau entwickelt. Nach Stadtteilen aufgeschlüsselt kommt das Portal auf einen Durchschnittspreis von 8,40 Euro pro Quadratmeter in Mitte. In Gräfrath kostet der Quadratmeter einer Mietwohnung durchschnittlich 8,30 Euro und in Burg/Höhscheid 8,66 Euro. Mit einem Quadratmeterpreis von 10,16 Euro ist das Gebiet Ohligs/Aufderhöher/Merscheid das teuerste in Solingen.

Auch bei den Häusern liegen die Preise der Kaltmiete in Solingen nach der inoffiziellen Auswertung des Immobilienportals unter den landes- und bundestypischen Preisen. Ein Quadratmeter kostet dabei durchschnittlich 9,47 Euro. Auch bei den Häusern liegen die Preise in Ohligs, Aufderhöhe und Merscheid mit 10,15 Euro pro Quadratmeter am höchsten.

-ANZEIGE-

Sie sind auf der Suche nach einer Wohnung oder Immobilie zum Kauf oder zur Miete? Aktuelle Objektangebote und weitere Services rund um das Thema Immobilien finden Sie auf dem RP Immobilienmarkt.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort