Solingen: Baubeginn im November

Solingen : Baubeginn im November

Die Finanzierung der beiden neuen Kindertagesstätten an der Schwert- und Augustastraße ist gesichert. Wann und in welchem Umfang die 18 Solinger Kitas das Geld für den Ausbau des U-3-Angebotes bekommen, ist nicht so klar.

Eigentlich wollten DRK, Arbeiterwohlfahrt, Caritas und Paritätischer Wohlfahrtsverband gestern im Jugendhilfeausschuss eine Resolution an das Familienministerium NRW verabschieden und ihrem Unmut über die gestoppten Fördergelder für den Ausbau der Plätze für unter Dreijährige in den Kindertagesstätten Luft machen.

Doch die Resolution wurde zurückgezogen, denn das Land hat ja wie berichtet inzwischen signalisiert, die fehlenden 170 Millionen Euro in diesem Bereich zur Verfügung zu stellen. Doch wann und in welchem Umfang die 18 Solinger Einrichtungen, die auf der Liste der Härtefälle stehen, Geld aus Düsseldorf bekommen, steht nach Angaben des Ersten Beigeordneten Hartmut Hoferichter nicht fest. Man setze darauf, dass die Mittel fließen. Die Stadt rechne aber auch damit, dass nicht alle U-3-Plätze, mit denen kalkuliert wurde, zeitnah fertiggestellt werden können.

Kinderbetreuungspass kommt

Keine Sorge macht sich die Stadt um die Finanzierung der beiden Neubauten an der Augustastraße und der Schwertstraße, hier stehe die Finanzierung, die Mittel fließen unter anderem aus dem Konjunkturpaket II. In den beiden Einrichtungen entstehen 40 Plätze für unter Dreijährige, in jeder der jeweils vier Gruppen sind es fünf.

  • Solingen : Landesgeld fließt an "Kinderladen"
  • Solingen : Lässt das Land Kitas hängen?
  • Solingen : Droht Kitas Finanzdesaster ?

Einstimmig hat der Jugendhilfeausschuss gestern bei seiner Sitzung im Kammermusiksaal beschlossen, die spätere Trägerschaft der neuen Kita Augustastraße an das DRK zu übertragen, und die Kita Schwertstraße in städtischer Trägerschaft zu belassen. Damit für die künftige Planung von Plätzen in Kindertagesstätten mehr Klarheit besteht, soll schrittweise ein Kinderbetreuungspass eingeführt werden. Hiernach sollen Basisdaten aller in Solingen gemeldeten Kinder im Alter von null bis sieben Jahren in einer Meldedatei registriert werden.

Jeder Datensatz wird durch eine Ident-Nummer und einem maschinell erzeugten PIN gesichert. Fragen des Datenschutzes waren im Vorfeld der geplanten Einführung des Kinderbetreuungspasses ausführlich diskutiert worden. Mit dem Pass melden Eltern ihre Kinder an einer Kita ihrer Wahl an und teilen mit, wie viele Stunden Betreuung sie für ihr Kind wünschen. Mit dem neuen System werden unter anderem Mehrfachanmeldungen reduziert und statistisch bereinigt, die Zahl fehlender Plätze wird durch das Wartelistensystem konkretisiert, die Kitas können besser planen.

Der städtische Datenschutzbeauftragte Reiner Slatner hatte nach eingehender Prüfung keine Bedenken gegen das Speichern der Basisdaten der Kinder erhoben. Die Ausschussmitglieder stimmten gestern mit Ausnahme der Vertreter der Grünen für die Einführung des Kinderbetreuungspasses zum 1. Oktober.

(RP)
Mehr von RP ONLINE