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Bauarbeiten in Unterburg: Moderne Leuchten bleiben vorerst stehen

Bauarbeiten in Unterburg : Moderne Leuchten bleiben vorerst stehen

Großen Ärger gab es in Unterburg wegen der neuen Straßenlampen. Die Politik muss entscheiden – die Gremien tagen aber nicht.

Die neuen Laternen sind vor Fachwerkhäusern in Unterburg auf den ersten Blick kaum auszumachen. Das war auch mit ein Grund bei der Anschaffung der modernen Leuchten für den Ortskern mit seinen historischen Häusern. Gleichwohl sorgten die Lampen vor kurzem für große Aufregung im kleinen Stadtteil. Die Bezirkvertretung Burg/Höhscheid empfiehlt gar, ein neues Leuchtenmodell auszusuchen und aufzustellen.

Doch der zuständige Planungsausschuss konnte diese Woche wegen des Coronavirus nicht tagen. „Der Planungsausschuss muss aber abschließend entscheiden“, sagt Stadtdirektor Hartmut Hoferichter mit Blick auf die Empfehlung der Bezirksvertretung. Wann dieser Ausschuss wieder zusammenkommt, sei jedoch ungewiss. Die nächste reguläre Sitzung wäre im Mai. Bis zu einer veränderten Beschlussfassung bleiben die neuen Leuchten deshalb stehen. „Drei bis vier Lampen, die mehr oder weniger im Weg standen“, wurden umgesetzt. Überdies werde das Leuchtkonzept jeder Lampe noch genau eingestellt – „unabhängig davon, ob die Lampen stehenbleiben oder ausgewechselt werden“, betont Hoferichter.

Die neuen Laternen in Unterburg kommen bei Anwohnern nicht gut an. Vorerst bleiben sie aber stehen. Foto: Uwe Vetter

Derweil der Lampenfrust erst einmal aufs Wartegleis geschoben ist, gehen die Bauarbeiten in Unterburg weiter voran. So ist die Burger Landstraße mit ihrer neuen Asphaltdecke wieder durchgängig zu befahren – die Schlaglöcher gehören der Vergangenheit an. Hinweisschilder zu Fräs- oder Längskanten warnen Autofahrer allerdings, nicht zu nah an den Rand zu fahren. Und Tempo-30-Schilder sind in Unmengen auf beiden Seiten der Fahrbahn aufgestellt worden. „Die Kanten werden noch bearbeitet“, sagt Hoferichter. „Auch auf den Gehwegen und bei Anschlüssen entlang der Eschbachstraße sind noch Restarbeiten zu erledigen“.

Die Ortsdurchfahrt Unterburg ist seit Tagen wieder freigegeben. Die war seit Ende September voll gesperrt. Die Eschbachstraße und zum Teil auch der Unterbau wurden komplett erneuert, Fußgänger erhielten dort, wo es möglich war, mehr Raum. Wie früher regelt seit Mitte März nun wieder eine Ampel den einspurigen Verkehr durch die enge Ortsdurchfahrt.

Doch bis die reguläre Lichtzeichenanlage an der Eschbachstraße in Betrieb gehen kann, vergehen noch einige Monate. So lange bleibt die Baustellenampel stehen und regelt die Durchfahrt bis weit hinter der Brücke Mühlendamm. Denn der Wupperverband ist nach wie vor mit dem Hochwasserschutz am Eschbach beschäftigt und beansprucht eine Fahrspur für Materialien und Baumaschinen.

Für die Bauarbeiter herrschen vor Ort aktuell nur scheinbar gute Bedingungen. Denn in Zeiten des Coronavirus gilt auch für sie die Regel, ausreichend Abstand zu halten. „Wir sind eine kleine Firma mit fünf Beschäftigten. Wenn sich einer von uns infiziert, müssen wir in Quarantäne“, sagt beispielsweise ein Bauarbeiter, der mit einem Kollegen Teile der neuen Ufermauer am Eschbach verputzt.

Hinter der Brücke Mühlendamm wird im Eschbach zudem gegraben und das Bachbett tiefer gelegt – trockenen Fußes, denn das Hochwasser, das die Bauarbeiten in der jüngsten Vergangenheit beeinträchtigt hatte, ist deutlich zurückgegangen. Auch der Wasserpegel der Wupper hat wieder Normalniveau erreicht an diesem Mittwochmorgen.