Solingen: Banküberfall bleibt ungeklärt

Solingen : Banküberfall bleibt ungeklärt

Die Fahnder haben die Suche nach dem Bankräuber eingestellt, der im Dezember die Sparkasse Weyerstraße überfiel und zwei Frauen bedrohte. Der Täter war auf Videos nicht zu sehen. Die Technik wurde inzwischen erneuert.

Es war eines der spektakulärsten Verbrechen der zurückliegenden Jahre. Am Abend des 1. Dezember 2011 überfiel ein Bankräuber die Sparkassenfiliale an der Weyerstraße in Wald und nahm zwei Geiseln. Mehrere Stunden lang hielt der Täter damals die Polizei in Atem. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) umstellte die Filiale. Dennoch gelang es dem Geiselnehmer zu flüchten. Bis heute ist der Täter nicht gefasst. Und dies wird wahrscheinlich auch so bleiben. Die zuständige Staatsanwaltschaft Wuppertal hat den Fall jetzt zu den Akten gelegt. Das sagte gestern der Sprecher der Behörde, Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert, unserer Zeitung.

SEK-Beamte kümmerten sich um die Sparkassen-Angestellten. Foto: Boris Schmidt

Der Grund: Trotz Überwachungskamera existieren keine brauchbaren Aufnahmen von dem Geiselnehmer, der seinerzeit ohne Beute verschwand. "Es sind immer nur Schatten zu sehen", sagte Baumert. Die Videoanlage der Filiale sei an einen Bewegungsmelder angeschlossen gewesen. Der Kriminelle war aber anscheinend zu schnell für die Kamera. Denn als die Anlage zu filmen begann, war der Verbrecher aus dem Blickwinkel des Objektivs verschwunden.

Zu spät kam auch die Polizei. Die Beamten waren nach der ersten Alarmierung am frühen Abend des 1. Dezember unter Federführung der Kollegen aus Düsseldorf sofort zum Tatort ausgerückt. Doch als sie kurz darauf an der Weyerstraße eintrafen, war der Geiselnehmer offenbar entkommen. "Wir gehen davon aus, dass er sich da schon nicht mehr in der Sparkasse aufhielt", sagte Wolf-Tilman Baumert gestern.

Lange rätselten die Ermittler, wie sich Überfall und Geiselnahme abspielten. Die Angestellten der Filiale an der Weyerstraße hatten den Schalterraum um 18 Uhr geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt hielt sich der Täter offensichtlich bereits in dem Gebäude auf. Denn als zwei Angestellte in den Tresorkeller gingen, wurden die beiden 22 und 23 Jahre alten Frauen plötzlich von dem Mann mit einer Pistole bedroht. Sein Ziel war der Geldschrank mit den Banknoten.

SEK stürmte Filiale

Allerdings: Noch ehe es der ungefähr 30 bis 40 Jahre alte Mann schaffte, den Tresor mit einem Brecheisen zu knacken, bemerkten die anderen Sparkassen-Angestellten die Tat, flohen aus der Filiale und alarmierten die Polizei. Der Bankräuber entkam wahrscheinlich durch einen Personalausgang zur Friedenstraße, nachdem er seine Geiseln in einen anderen Kellerraum gedrängt hatte. Die völlig verängstigten Frauen harrten dort stundenlang aus. Erst am späten Abend wurden sie befreit, nachdem das SEK die Sparkasse gestürmt hatte.

"Die beiden Frauen haben das Erlebte Gott sei Dank gut verkraftet", sagte gestern Manfred Kartenberg vom Vorstand der Stadt-Sparkasse Solingen. Er selbst führte mit den betroffenen Mitarbeitern, die psychologisch betreut wurden, nach der Tat Gespräche. Darüber hinaus sei das Team der Filiale Weyerstraße noch enger zusammengewachsen, was ebenfalls bei der Verarbeitung geholfen habe, so Kartenberg. Die Videoüberwachungsanlage wurde inzwischen durch modernere Technik ausgetauscht. "Wir haben viele Maßnahmen ergriffen", sagte Manfred Kartenberg. Um die Sicherheit zu erhöhen, wurde nach der Tat unter anderem ein Arbeitskreis gebildet, an dem auch die Mitarbeiter beteiligt waren.

(RP)