Ballettschule International Solingen Nun wartet die World Cup-Bühne

Solingen · Mit einem eindrucksvollen Medaillenspiegel haben sich rund 50 Tänzerinnen in Wesseling für den Dance World Cup in Portugal qualifiziert.

  Mit „Asylum“ qualifizierten sich die Tänzerinnen der Ballettschule International für den World Cup, zugleich gab es die Auszeichnung für die beste Choreografie.

Mit „Asylum“ qualifizierten sich die Tänzerinnen der Ballettschule International für den World Cup, zugleich gab es die Auszeichnung für die beste Choreografie.

Foto: Tony Maher

Carole Niclas von der Ballettschule International kommt aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus: „Ich hatte auf mehrere Plätze unter den Top 3 gehofft. Aber drei ­Gold-, zwei Silber- und drei Bronze-Medaillen sind eine Bilanz, mit der ich nicht gerechnet hatte“, freut sich die ehemalige klassische Ballerina, die seit vielen Jahren das Tanzstudio an der Neuenhofer Straße leitet.

In dieser Zeit hat sie mit ihrem Trainerinnen-Team schon etliche erfolgreiche Choreografien auf die Bühne gebracht. Auch an Qualifikationen für Weltmeisterschaften haben sich ihre ehrgeizigen Tänzerinnen inzwischen gewöhnt. Doch dieses Jahr wirkte das Qualifying, das sich über vier Tage in der Kronenbuschhalle in Wesseling hinzog, alles andere als sicher: „Mir kommt das Niveau von Jahr zu Jahr höher vor“, verrät Niclas‘ Tochter Julie Martin, die zum Trainerinnen-Team gehört und deren Schülerinnen mit dem modernen Stück „Asylum“ eine der drei Goldmedaillen holten. Für die Berufstänzerin besonders erfreulich: „Asylum“ wurde auch als beste Choreografie ausgezeichnet.

Das zweite Gold heimste Elea Bologna ein, die sich schon wiederholt in der Königsdisziplin „Klassisches Ballett solo“ den ersten Platz ertanzt hatte. Die Studentin bleibt damit ein Vorzeige-Talent der Schule von Niclas, die in ihrer aktiven Zeit als Tänzerin unter anderem am Grand Théâtre in Genf und als Erste Solistin der Oper Bonn brilliert hatte. Die Erfahrungen aus dieser Zeit gibt sie nun schon seit vielen Jahren weiter – zusammen mit renommierten Pädagoginnen wie Monika Knapp, die an der Bayerischen Staatsoper in München ausgebildet und anschließend ins Corps de Ballett übernommen wurde, später als Solistin an die Wuppertaler Bühnen wechselte und ihre beachtliche Solo-Karriere an den Opernhäusern von Wiesbaden und Stuttgart fortsetzte, unter der Leitung des legendären Choreografen John Cranko.

 In der Kategorie „Ballett Junioren“ gab es für einen von Carole Niclas choreografierten Walzer die Goldmedaille.

In der Kategorie „Ballett Junioren“ gab es für einen von Carole Niclas choreografierten Walzer die Goldmedaille.

Foto: Ballettschule International Solingen/Julie Martin

Wie Niclas und Martin hat auch Knapp, die für Bologna das Erfolgsstück „Zäsur“ choreografiert hatte, den Anspruch, allen Schülerinnen saubere klassische Grundlagen zu vermitteln. Ein Anspruch, der sich auch beim dritten Stück zeigte, mit dem die Ballettschule International eine Goldmedaille erringen konnte – einem Walzer aus Tschaikowskys Schwanensee mit eigener Choreografie, den Carole Niclas mit Schülerinnen im Alter von zwölf bis 16 Jahren für die Wettbewerbskategorie „Junioren Ballett“ einstudiert hatte.

Die Gold-, Silber- und Bronzemedaillen waren nicht die einzigen Erfolge beim Qualifying in Wesseling: „Weil wir uns durch eine entsprechend hohe Punktzahl noch mit anderen Choreografien für die Weltmeisterschaft qualifizieren konnten, werden wir nun mit rund 50 Schülerinnen nach Braga fahren“, sagt Niclas stolz. Die gebürtige Französin hofft, dass auch tatsächlich alle antreten können. Denn der Dance World Cup findet in diesem Jahr in der zweiten Ferienwoche statt. „Das erschwert uns die Organisation der Teilnahme zusätzlich“, erklärt sie und ergänzt, dass sie sich schon daran gewöhnt habe, immer wieder aufs Neue darum bangen zu müssen, dass auch alle Qualifikantinnen mitreisen können.

„Ein Grund sind die hohen Reisekosten bei Wettkämpfen im Ausland“, fügt Niclas hinzu und betont, dass die Familien der Teilnehmerinnen diesen Betrag ohne jegliche Förderung zu stemmen haben. Weshalb zur Vorbereitung auf eine WM im Ausland auch das Sammeln von Spenden gehöre. Sie sei aber zuversichtlich, dass es den meisten Qualifikantinnen gelingen wird, nach Portugal zu reisen. „Und dann werden wir auf alle Fälle wieder einen ordentlichen Medaillenspiegel anstreben“.

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