Bahnhalt Meigen: Stadt glaubt an Realisierung

Solingen: Bahnhalt Meigen: Stadt glaubt an Realisierung

Die neue Station soll an der Straße Steinacker entstehen. Stadtdirektor Hoferichter rechnet mit einem Start der Arbeiten in einigen Jahren.

Seit 30 Jahren ringt die Stadt um zusätzliche Bahn-Haltepunkte. In einem Fall ist das Projekt jetzt konkret auf die Schiene gesetzt. Nachdem der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) Ende Januar angekündigt hat, den Bahnhalt Meigen beim Land anzumelden, geht Stadtdirektor Hartmut Hoferichter davon aus, dass der kleine Bahnhof wirklich gebaut wird. Bis die Bagger rollen, werden nach seiner Einschätzung aber zumindest noch drei bis vier Jahre ins Land ziehen. Er betont aber: "Wir sprechen von Jahren, nicht von Jahrzehnten."

Der neue Haltepunkt soll an den Gleisen der S-Bahn (S 7) im Bereich der Straße Steinacker entstehen. Das bedeutet: Zwischen den Haltepunkten Solingen-Mitte und Schaberg werden die Züge des Betreibers Abellio demnächst ein Mal zusätzlich halten. Auch in Remscheid (Honsberg) wird es zwischen den dortigen Haltepunkten Güldenwerth und Hauptbahnhof eine weitere Haltestele geben.

Meigen und Remscheid-Honsberg werden nach Hoferichters Angaben Teil des Programms "Stationsoffensive" der Deutschen Bahn sein. Landesweit hatte die Bahn nach Standorten für neue Klein-Bahnhöfe gesucht. Zuletzt hatten sich der Konzern und die Verkehrsverbünde geeinigt, dass 15 Haltepunkte realisiert werden. Sechs davon entfallen auf den VRR, in dessen Gebiet auch die S 7 fährt.

Für Meigen sprach vor allem, dass in der Nähe relativ viele Menschen wohnen, die den Bahnhaltepunkt in kurzer Zeit zu Fuß erreichen können. Eine weitere Voraussetzung war eine Anbindung ans Busnetz. Dies ist durch die Linie 695 der Stadtwerke und die Nachtexpress-Busse gegeben. Der "nächste wesentliche Schritt" bei den Planungen ist nach Angaben des Stadtdirektors, dass sich das Land, die Bahn und die Verbünde einigen, wie sie die Kosten aufteilen. Hoferichter geht davon aus, dass es bei diesen Gesprächen nur um das "wie", nicht aber um das "ob" gehe. Die Grundsatzfrage scheine geklärt zu sein, sagt Hoferichter.

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Und fest stehe außerdem auch, dass die Städte nicht an den Kosten beteiligt würden. Nach einer Einigung in den Finanzfragen werden die Beteiligten laut Stadtdirektor konkrete "Rahmenvereinbarungen" unterschreiben. Dadurch werde die Finanzierung dann vertraglich gesichert. Danach könne die Bahn mit Planungen beginnen. In dieser Phase werde natürlich auch die Stadt beteiligt sein, sagt Hoferichter. Schließlich würde nicht nur einfach ein Bahnsteig an die Gleise gesetzt. Es gehe auch darum, Fußgängern den Weg zum Haltepunkt zu ermöglichen und auch Park-And-Ride-Plätze zu errichten. All dies müsse vor Ort abgestimmt werden.

Hoferichter geht aber davon aus, dass der Verkehrsverbund die Stadt auch in der Zwischenzeit ständig über den Stand des Projekts unterrichtet. Vor 2019 dürften die Planungen aber nicht abgeschlossen sein. Danach sollten die Arbeiten ausgeschrieben werden, damit schnell gebaut werden könne.

Im Gegensatz zu Meigen dürften die Chancen für zwei weitere ebenfalls von der Stadt Solingen angestrebten Haltepunkten sinken. Die waren am Industriegebiet Schmalzgrube (an der S-Bahn-Linie S 7) und im Bereich Landwehr/Wiescheid (an der Strecke vom Solinger Hauptbahnhof in Richtung Köln) angedacht. Diese wurden nicht in das Programm der DB aufgenommen und sind deswegen auch nicht an das Land gemeldet worden. Von Landwehr hieß es zuletzt, dass dieser Haltepunkt nur realisiert werden kann, wenn die dortige Bahnstrecke auf drei Gleise ausgebaut wird.

(RP)