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Solingen: Bäderfrage unbeantwortet

Solingen : Bäderfrage unbeantwortet

Noch immer ist nicht entschieden, welchem Hallenbad die Zukunft gehört. Die CDU will das Birkerbad ausbauen. Dagegen fordert die BfS eine Sanierung des Hallenbades Vogelsang. Am 1. März gibt es einen weiteren Bäderworkshop.

Die Bäderdiskussion geht weiter. Sportausschuss-Vorsitzender Ernst Lauterjung hat Oberbürgermeister Norbert Feith gebeten, den Vorstoß des TSV Aufderhöhe einer Übernahme des Birkerbades durch Vereine auf Ernsthaftigkeit zu prüfen. Es sei zu klären, unter welchen Voraussetzungen und zu welchen Bedingungen Schwimmvereine den Betrieb des Hallenbades gegenüber der Eissporthalle in der City übernehmen könnten beziehungsweise würden, betont SPD-Fraktionschef Lauterjung im Gespräch mit unserer Zeitung.

Dass dieses Ansinnen für Vereine wirtschaftlich allerdings nicht leicht sein dürfte, verhehlt er nicht: Die Lebenshilfe habe sich doch nicht umsonst von der Übernahme des Birkerbades verabschiedet.

Unterdessen haben sich die Fraktionsvorsitzenden bei einem Gespräch mit OB Feith jetzt auf einen Termin für einen weiteren Bäderworkshop verständigt. Am 1. März soll dieser stattfinden. Dann komme alles auf den Prüfstand, sagt Lauterjung mit Blick auf die Debatte über die Zukunft des Birkerbades sowie des Hallenbades Vogelsang.

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Eine konkrete Entscheidung erwartet der Sportausschuss-Vorsitzende im Frühjahr aber noch nicht. Die Bäderfrage müsse bei der Verabschiedung des Haushaltsplans 2012 im September beantwortet werden. Deshalb dürfte nach seinen Worten im Zuge der Haushaltsberatungen ein weiterer Bäderworkshop notwendig werden. Gleichwohl spricht aus Lauterjungs Sicht derzeit vieles für das Hallenbad Vogelsang.

Die BfS hat sich hier jedenfalls bereits positioniert; und zwar für das Hallenbad Vogelsang an der Focher Straße und gegen das Birkerbad. "Eine Sanierung des Birkerbades wäre nicht nur teurer, sie macht auch angesichts der Gegebenheiten vor Ort weniger Sinn", erklärt Ulrich Piepenbrink, sportpolitischer Sprecher der BfS.

Er bezieht sich dabei auf die Anfang Dezember von der Bädergesellschaft vorgelegten Zahlen über Sanierungs- und Instandhaltungskosten: Rund 2,3 Millionen Euro wären fürs Hallenbad Vogelsang fällig, fürs Birkerbad dagegen 6,6 Millionen Euro. Hier stehen aber noch Fördermittel von rund 3,5 Millionen Euro bereit.

Übrigens: Bei der Bekanntgabe der Zahlen Anfang Dezember im Sportausschuss hatte Kämmerer Ralf Weeke eine Tendenz, welches Hallenbad der Öffentlichkeit in Zukunft noch zur Verfügung steht, deutlich gemacht: "Nur wenig spricht für die Birkerstraße, aber viel für Vogelsang."

BfS-Mann Piepenbrink fordert nun, das Hallenbad Vogelsang als behindertengerechtes Familienbad und als bezahlbare Alternative zu erhalten und auszubauen. "Es verfügt im Vergleich zum Birkerbad zusätzlich zu einem größeren Schwimmbecken auch noch über ein Nichtschwimmerbecken, ein Planschbecken und eine Caféteria."

Ganz anders dagegen die Wertung der CDU, die Vogelsang aufgeben und das gesparte Geld für ein modernisiertes Freizeitbad ins altehrwürdige Birkerbad stecken will: "Wir dürfen uns die Chance nicht entgehen lassen, in der Südstadt ein modernisiertes Familienbad aufzubauen", appelliert Fraktionsvorsitzender Bernd Krebs mit Entschiedenheit.

(RP/rl)