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Bäckerei Lubrich schließt Solinger Filialen

Geschäftsaufgabe : Bäcker Lubrich schließt seine letzten Solinger Filialen

Für Mitarbeiter und Kunden kam die Nachricht gleichermaßen überraschend: Die Bäckerei Lubrich hat zum Monatsende ihre letzten zwei Filialen in der Solinger Innenstadt und die Backstube am Entenpfuhl geschlossen.

Am Freitag erfuhren die 13 Mitarbeiter, dass der Samstag ihr letzter Arbeitstag sei. Für vier Verkäuferinnen geht es immerhin weiter. Sie werden von der Düsseldorfer Bäckerei Behmer, die von Lubrich den Laden am Ohliger Tor übernommen hat, an diesem Standort weiter beschäftigt.

Die Firma des Bäckermeisters Peter Lubrich wurde als Einzelunternehmen vor 23 Jahren gegründet und stieg zu einer der größten Bäckereien in Solingen auf. In der Hochzeit gab es fünf Filialen, darunter eine in Witzhelden. In den vergangenen Jahren wurden jedoch nach und nach immer mehr Filialen geschlossen. Zuletzt übernahm der Hildener Bäcker Schüren das Geschäft an der Neuenhofer Straße. Zum 10. Juni schloss dann die Filiale an der Focher Straße. Zuletzt war Lubrich noch am Entenpfuhl und am Ohliger Tor vertreten.

„Die über Jahre hinweg aufgelaufenen Verbindlichkeiten waren letztlich nicht mehr zu stemmen, obwohl ich jede Woche zwischen 70 und 90 Stunden gearbeitet habe“, schaut Peter Lubrich mit Wehmut zurück. Die Gründe für den Niedergang seien vielschichtig. „Wir haben jahrelang ein großartiges Team aufgebaut und gute Qualität abgeliefert“, sagt der gebürtige Krefelder. Aber vor vier Jahren sei sein inzwischen verstorbener Bäckereileiter schwer erkrankt. Auch seine Konditorenmeisterin sei kurz darauf erkrankt ausgeschieden. „Damit begann der Abstieg“, sagt der 65-Jährige. Auch die zunehmende Konkurrenz von Verkaufsfilialen anderer Großbäckereien habe ihm enorme Umsatzeinbußen gebracht. Am 27. März ist daraufhin die vorläufige Insolvenz beantragt worden. Das Wuppertaler Insolvenzgericht hat am 1. Mai die Insolvenz festgestellt und im Anschluss den Düsseldorfer Rechtsanwalt Klaus Siemon als Insolvenzverwalter eingesetzt.

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Der habe am vergangenen Donnerstag entschieden, dass nicht – wie ursprünglich vorgesehen – Ende Juli Schluss sei, sondern bereits zum 1. Juli, sagt Lubrich. „Anders hätten wir das endgültige Aus auch im Hinblick auf die Mitarbeiter besser vorbereiten können.“ Da der 65-Jährige seine Firma als Einzelunternehmer geführt hat, haftet er mit seinem Privatvermögen für die Verbindlichkeiten. „Mein Haus muss ich wohl verkaufen. Aber ich werde mit meiner Rente schon auskommen. Für die Mitarbeiter tut es mir leid.“

Mit dem Ende der Firma Lubrich setzt sich ein Trend fort, dass Bäckereien aus der Umgebung die alten Solinger Betriebe nach und nach verdrängen. Größtes Solinger Unternehmen in der Branche ist Stöcker mit fünf Verkaufsstellen.

Bei der Übernahme der Lubrich-Filiale war laut Behmer-Prokurist Jan Patrick Behmer schnelles Handeln gefragt. Gespräche mit Lubrich habe es schon einige Tage zuvor gegeben. Dass er den Laden am Ohliger Tor übernehmen konnte, habe er aber auch erst am Freitag erfahren. Eilig sei er aus Düsseldorf nach Solingen gekommen, um mit den Mitarbeitern über die Zukunft zu sprechen. In die Filiale am Ohliger Tor investiert Behmer nach eigenen Angaben rund 30.000 Euro.