Babylon-Berlin-Stars drehen in Solingen die 3. Staffel

Filmaufnahmen: Babylon-Berlin-Stars drehen noch bis Donnerstag in Solingen

Bis Donnerstag werden auf dem Rasspe-Areal in Solingen Aufnahmen für die neue Staffel der Erfolgsserie Babylon Berlin gedreht. Wir haben mit Schauspielern der TV-Serie gesprochen.

Es war eines der erfolgreichsten TV-Events der zurückliegenden Jahre in Deutschland. Im vergangenen Herbst saßen Millionen von Zuschauern gebannt vor den Bildschirmen, um den ARD-Mehrteiler „Babylon Berlin“ zu sehen, nachdem die Geschichte des Kommissars Gereon Rath sowie seiner Assistentin Charlotte Ritter im Jahr zuvor bereits im Bezahlsender Sky ausgestrahlt worden war. Wobei die Serie nun – wegen des großen Zuspruchs – in die Verlängerung gehen wird.

So laufen seit kurzem bereits die Dreharbeiten für die dritte Staffel des Fernseh-Blockbusters – auch in Solingen, wo das Filmteam von Tom Tykwer und weiteren Regisseuren am Montag damit begonnen hat, auf dem ehemaligen Gelände des Landmaschinenherstellers Rasspe in Stöcken einige Szenen für die neuen Folgen von „Babylon Berlin“ abzudrehen.

Ein historisches Auto steht am Set innerhalb des alten Rasspe-Geländes in Stöcken. Seit Montag laufen die Dreharbeiten zur dritten Staffel, die ab Herbst im Bezahlsender Sky zu sehen sein wird. Foto: Meuter, Peter (pm)

Voraussichtlich noch bis Donnerstag wird sich die Crew auf dem Areal aufhalten, das in den nächsten Jahren zu einem der modernsten Gewerbegebiete der gesamten Region entwickelt werden soll. Und das gleichzeitig aufgrund der noch vorhandenen Industriebauten eine geradezu ideale Kulisse abgibt für die Serie, die im Berlin der Weimarer Republik spielt.

Tatsächlich ist „Babylon Berlin“ nicht die erste Produktion, die Station macht im Osten der Klingenstadt. Früher wurden auf dem einstigen Rasspe-Gelände zum Beispiel schon Folgen der RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“ hergestellt, weswegen sich die Location in Stöcken längst zu so etwas wie einem Geheimtipp in der Filmbranche entwickeln konnte.

Offenbar war der Drehort in Stöcken den Machern von „Babylon Berlin“ erstmals im vergangenen Jahr ins Auge gesprungen, so dass sie sich letztendlich dazu entschieden, die alte Fabrik mit ihren markanten Backstein-Gebäuden als Drehort für die dritte Staffel der TV-Serie zu buchen.

Gleichwohl steht die Brache nicht nur bei Filmschaffenden hoch im Kurs. Augenblicklich wird dem Industrieareal, das in Teilen bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, vor allem von interessierten Unternehmen eine gesteigerte Aufmerksamkeit zuteil.

Und auch sonst herrscht in Stöcken momentan recht reger Betrieb. So sind seit ein paar Monaten immer wieder Fotografen auf dem 6,5 Hektar großen Gelände unterwegs. „Auf diese Weise wollen wir den alten Zustand dokumentieren“, hieß es schon vor geraumer Zeit von der Wirtschaftsförderung Solingen, die die Fläche vermarktet und damit rechnet, dass sich „Stöcken 17“ in den kommenden Jahren schnell mit Firmen füllen wird.

Doch jetzt gibt erst einmal das Filmteam den Ton an. „Die Crew hat bei strahlendem Sonnenschein vor der Einfahrt neben dem Verwaltungsgebäude Regen simuliert und die Nebelmaschine angeworfen“, sagte Nachbarin Heike Kissling aus der „Villa Stöcken“. Die Neugier von ihr und Ehemann Thomas war schon vergangene Woche geweckt, als Baustromzähler angeschlossen und Wagen für Maske und Darsteller aufgebaut wurden.

Auf dem Parkplatz oberhalb des alten Firmengeländes stehen auch die Catering-Wagen, an denen sich am Dienstagmittag unter anderem Thorsten Merten und Rüdiger Klink bedienten. Als Kriminalassistent Henning (Spitzname „Plisch“) und Kriminalsekretär Paul Czerwinski („Plum“) gehören sie zur Mannschaft von Kriminalkommissar Gereon Rath.

Beide Schauspieler drehen zum ersten Mal in Solingen und kennen wenig von der Stadt. „163.000 Einwohner? So viele?“ Auf jeden Fall zu viele für das Drehteam. Wie bei der ersten und zweiten Staffel hätte man am liebsten ein „closed set“ gehabt: keine Zuschauer. Dabei ist es faszinierend zu sehen, wie sich das Rasspe-Areal durch kleinere Umbauten in ein Stück Berlin verwandelt, wie auf dem Innenhof Oldtimer parken, die genau zu den alten Gebäuden zu passen scheinen.

Bis ehemalige Rasspe-Mitarbeiter ein Dejà-vu haben, vergehen aber noch Monate: Die zwölf neuen Folgen, die auf Volker Kutschers Kriminalroman „Der stille Tod“ basieren“ werden Ende 2019 zuerst bei Sky und dann im Herbst 2020 von der ARD ausgestrahlt. Dann werden auch Heike und Thomas Kissling vor dem Fernseher sitzen, die bisher noch keine „Babylon Berlin“-Folge gesehen haben: „In die dritte Staffel werden wir mit Sicherheit reinschauen.“

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