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Ausstellung in Galerie SK: Nachwuchsförderprogramm des Vereins der Solinger Künstler

Ausstellung in Solingen : Eine Frage der Perspektive

Das Nachwuchsförderprogramm des Vereins der Solinger Künstler präsentiert in der Galerie SK im Südpark in Kooperation mit dem Fachbereich Kunst der Bergischen Universität Wuppertal aktuelle Arbeiten von vier Absolventen.

Die Sommerausstellung in der Galerie SK gehört traditionsgemäß dem künstlerischen Nachwuchs, Studentinnen und Studenten namhafter Kunstakademien oder Hochschulen mit künstlerischem Fachbereich. Nach der Bauhaus Universität Weimar und der St. Joost School of Arts aus den Niederlanden im vergangenen Jahr sind ab Sonntag vier Absolventen der Bergischen Universität Wuppertal zu Gast in den Güterhallen. Im Vorfeld ausgewählt und kuratiert wurde die Ausstellung durch ihre Professorin Katja Pfeiffer, die zur Vernissage auch die Eröffnungsrede hält.

Die präsentierten künstlerischen Positionen spiegeln unterschiedliche Perspektiven auf einen ähnlichen Themenkomplex: Valerie Fiona Feldhaus, Laura Longerich, Simon Lopez Hidalgo und Pia Uhlmann bearbeiten architektonische Strukturen im Spannungsfeld des urbanen Raums. Jede und jeder hat hier eigene Sichtweisen, individuelle Gestaltungstechniken und künstlerische Schwerpunkte. „Es gab aber kein vorgegebenes Thema. Die Exponate zeigen den aktuellen Stand des kontinuierlichen Arbeitsprozesses jedes Einzelnen, und wir waren selbst erstaunt, wie gut sich unsere Arbeiten innerhalb der Ausstellung ergänzen,“ betont Laura Longerich.

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Simon Lopez Hidalgo dominiert mit einer großformatigen Arbeit, einem schwarzen Relief aus 25 Quadraten, den Eingangsbereich der Galerie. Der in Managua geborene Künstler ist ausgebildeter Mediendesigner und zeigt die Abschlussarbeit aus seinem Kunststudium an der Bergischen Universität. Das Material der raumgreifenden Arbeit ist Wellpappe, die Hidalgo zu kompakten Blöcken verleimt, aus denen er dann architektonische Formelemente und geometrische Formen herausschneidet. Inspiriert von historischen Merkmalen ägyptischer Tempel, aztekischer Ruinen und der Formensprache der Geometrie entwickelt er auf der Grundlage eines Gestaltungsrasters ein kompositionelles Ganzes. Aus der Vogelperspektive betrachtend, könnte der Besucher an Ausgrabungsstätten denken, ein Synonym auch in Bezug auf Hidalgos Arbeitsweise. „Alles eine Frage der Perspektive“, erklärt Simon Lopez Hidalgo und verweist auf den Titel der gemeinsamen Ausstellung.

Auch Laura Longerichs Arbeiten spielen mit der Frage des Betrachterstandpunkts. Sie analysiert räumliche Bedingungen, klebt neongelbe Linien über Raumgrenzen hinweg auf Boden, Wand und Fenster, die mit den Linien in ihren abstrakten Fotoarbeiten an der Wand korrespondieren. Auch ihre Arbeiten bestehen aus Schichten, jedoch im Gegensatz zu Hidalgo nutzt Longerich bis zu drei transparente Folien, auf denen schwarz-weiße geometrische Fotofragmente mit Linien kombiniert werden. Experimentell erweitert sie die Schichten durch eine vierte Ebene: Licht mit Hilfe eines Overheadprojektors. Ab Oktober wird Laura Longerich ihre Untersuchungen an der Kunstakademie Düsseldorf fortsetzen.

Die obere Ebene der Galerie wird von Pia Uhlmann bespielt. Ihr künstlerischer Ansatz liegt im Reiz des Alltäglichen. Sie durchstreift ihre Heimatstadt Wuppertal, die gewachsenen und die sich verändernden Stadtviertel. Ihre Motive sind typische Wuppertaler Fassaden und Häuserzeilen, die sie im Wandel der Lichtstimmungen untersucht. Schlagschatten stehen im Fokus ihrer aktuellen Zeichnungen, den Kupferstichen und Papierobjekten. Die monumentale historistische Architektur des Robert-Daum-Platzes wird bei Pia Uhlmann zu einer fragilen, instabilen, sehr zerbrechlich wirkenden Raumkulisse. Aus Teilen von Kupferstichen, Pappe, transparenten grauen Folien und Draht entstehen kleine, feine Schaukasten gleiche Objekte, die von subtilem Reiz sind.

Auch Valerie Fiona Feldhaus ist gebürtige Wuppertalerin und hat sich ihrer Stadt verschrieben. Sie porträtiert und archiviert Elemente des urbanen Lebens. Mittels Film und Video dokumentiert sie den sozialen Raum einer bekannten Wuppertaler Kneipe aus verschiedenen Perspektiven: von außen durchs Fenster, untermalt von Kneipenmusik, von innen mit Close-ups aus der Sicht der Mitarbeiter, als Außenansicht auf der belebten Straße vor der Kneipe. Präsentiert werden die Loops und Endlosschleifen auf alten Röhrengeräten, die auf Bierkästen-Sockeln stehen und das Filmprojekt im Galerieraum verankern. Auch Valerie Feldhaus setzt ab Herbst ihre Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf in der Filmklasse fort.

Für den Besucher ermöglichen Ausstellungen wie diese einen Einblick in die Ernsthaftigkeit und Professionalität junger Talente und zeigen Wege auf, wie sich künstlerische Entwicklungen vollziehen.