Ausstellung in der Solinger Galerie SK

Galerie SK in Solingen : Arbeitsergebnisse: „3komma8“ stellt in den Güterhallen aus

Im Oktober 2018 kam im KunstArToll in Bedburg-Hau die Künstlergruppe „3komma8“ zu einer intensiven Arbeitsphase zusammen.

(mit) Neben Kerstin Müller-Schiel (Duisburg), Siegbert Almiks (Essen) und Detlef Funder (Düsseldorf) gehört auch die Vorsitzende des Vereins der Solinger Künstler, Susanne Müller-Kölmel, zur Gruppe. „ArToll ist ein Kunst-Ort an ungewöhnlicher Stelle, an der ungewöhnliche Menschen – in der Regel Künstler – ungewöhnliche Dinge tun“, beschreibt Müller-Kölmel das Kunstlabor am Niederrhein, das sich auf dem Gelände der Rheinischen Kliniken in der ehemaligen psychatrischen Krankenstation befindet. Die Künstler, die zu Projekten eingeladen werden, haben die Möglichkeit, im Haus zu wohnen, gemeinsam zu arbeiten und Neues zu entwickeln.

 Was in der Arbeitsphase der Gruppe „3komma8“ in Bedburg-Hau entstanden ist, zeigen die Künstler jetzt in Solingen. Heute um 16 Uhr wird die Schau „reset“ in der Galerie SK in den Güterhallen (Alexander-Coppel-Straße 44) eröffnet.

Im ArToll hat sich die Gruppe um Susanne Müller-Kölmel mit Zeitabläufen und Vergänglichkeit beschäftigt. Unter den besonderen Bedingungen des Labors haben sich die vier Künstler eine Frage gestellt. „Wie beeinflussen Zeit, Raum und Gruppe die künstlerische Arbeit?“, so Müller-Kölmel.

Warum der Titel „reset“? „Für uns Künstler war der Aufenthalt im wahrsten Sinne des Wortes ein Reset, ein Zurücksetzen. Wobei wir natürlich auch im Blick hatten, was das Neue mit dem Alten macht“, erzählt Müller-Kölmel. Die Künstlerin schwärmt vom Aufenthalt am Niederrhein. „Der Ort ist einzigartig. Wir haben eine Woche zusammen gelebt und gearbeitet, haben jeden Abend über die entstandenen Werke gesprochen.“ Müller-Kölmel betont, dass alle im Kunstlabor entstandenen Werke von der Stimmung vor Ort, dem Licht und den Räumen geprägt sind. „Und das zeigt sich auch in der Hängung und Ausstellung in der SK.“

Die Solingerin selber hat in ihren neuen Bildern Räume geschaffen – mit einem vor Ort vorgefundenen Stuhl im Zentrum. „Als Platzhalter thematisieren sie die Fragen nach Verortung, Standpunkt und Stellung. Es geht um die Fragen des Menschseins, ohne Menschen zu zeigen.“

Kerstin Müller-Schiel bedient sich in ihren Zeichnungen der menschlichen Figur. Diese werden „von ihren unverwechselbaren Wesensmerkmalen gesäubert“. Übrig bleiben Schemen, Phantome, seelenlose Erscheinungen, „die ihre Spuren in einer entleerten Welt hinterlassen“, beschreibt Müller-Schiel.

„Explosionszeichnen“ nennt Detlef Funder seinen Ansatz. Moment, Impuls, körperlicher Einsatz sind die Stichworte der Zeichnungen, die in einem Schritt durchgezeichnet werden. Stifte hält Funder bündelweise in der Hand, ohne abzusetzen führt der Künstler sie über das Papier.

Siegbert Altmiks ist der Bildhauer der Gruppe, der in seinem Werken allerdings dem verwendeten Material seinen Zweck als praktisches Mittel entzieht. Altmiks geht es daraum, das Material auf sein Innerstes zu konzentrieren und es so in ein „anderes Dasein“ (Altmiks) zu führen.

Ausstellung „reset“, bis 16. Juni in der Galerie SK in den Güterhallen.

(mit)
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