Ausstellung Fabric of Art in Wuppertal

Ausstellung bei „Kaiser & Dicke“ in Wuppertal : „Fabric of Art“ – Internationale Kunst im Industriedenkmal

In den Räumen der historischen Bandweberfabrik „Kaiser & Dicke“ in Barmen wird am 2. November eine Gruppenausstellung mit 51 Positionen eröffnet.

Ihr Atelier hat Anja Kreitz am Walder Kirchplatz. Malerei hat die Kommunikationswissenschaftlerin an der Hochschule der bildenden Künste in Essen studiert. Auch in der Galerie SK in den Güterhallen waren die Bilder der Solingerin schon zu sehen, die sich im Rahmen einer Präsentation zur Einweihung ihres Atelier im Jahr 2014 selbst und treffend als „Frau der 1000 Farben“ bezeichnet hat.

Von einer Fachjury um Dr. Gregor Jansen (Direktor Kunsthalle Düsseldorf), Dr. Raimund Stecker (HBK Essen) und der Kuratorin Pia Witzmann wurde Anja Kreitz jetzt für die Teilnahme an der Ausstellung „Fabric of Art“ ausgewählt, die am heutigen Samstag um 15 Uhr in der historischen Fabrik Kaiser & Dicke (Gewerbeschulstraße 74-78) in Wuppertal-Barmen eröffnet wird. 51 internationale Künstler, alle haben an der HBK Essen oder der Kunstakademie Düsseldorf studiert, wurden eingeladen, die lichten großen Säle der vor 150 Jahren gegründeten und heute unter Denkmalschutz stehende ehemalige Fabrikationsanlage für vier Wochen in einen Open Space zu verwandeln.

„Fabric of Art ist eine künstlerische Auseinandersetzung durch alle Medien der bildenden Kunst an einem Ort, der exemplarisch nicht nur für die Geschichte der Stadt Wuppertal steht, sondern gleichfalls für die industriell geprägte aktuelle globale Entwicklung“, beschreibt Pia Witzmann die Gründe für die Wahl des Ausstellungsortes. Das Besondere: Viele der in den großen Hallen und kleineren Neben- und ehemaligen Sozialräumen gezeigten Arbeiten sind vor und mit Bezug zum historischen Ort entstanden, denn zum Konzept  der Ausstellung gehörte auch das Angebot an die Künstler, sich in den ehemaligen Verwaltungsräumen der Fabrik temporäre Ateliers einzurichten. „Deshalb ist die Ausstellung konzeptionell offen als Work in Progress angelegt, um Freiräume für Interaktionen zu bieten und keinen starren inhaltlichen Rahmen zu setzen“, erklärt Witzmann.

Die Möglichkeit, sich ein Atelier in der Fabrik einzurichten, hat auch der Fotograf Robert Pufleb genutzt. Seit Mitte September ist der Publikumspreisträger der Bergischen Kunstausstellung vor Ort, um seine Rauminstallation zum 30. Jahrestag des Mauerfalls zu entwickeln und umzusetzen – bestehend aus den am Grenzübergang Marienborn aufgenommenen Serien „United Frontier Observers“ und „9“. Während Pufleb in seinen Bildern den grauen Farbton der Wände in den alten Fabrikhallen in Barmen aufgreift, setzt Anja Kreitz mit ihren Bildern auf den verwitterten Wänden geradezu einen erfrischend farblichen Kontrapunkt. Etwa mit einer leuchtenden „Vas Met Bloemen“, also einem Stilleben einer mit bunten Blumen bestückten Vase.

▷ Kuratorin Pia Witzmann und der Publikumspreisträger Robert Pufleb. Fotos: Tesch. Foto: Michael Tesch

Die Ausstellung „Fabric of Art“ zeigt auf insgesamt 8000 Quadratmeter und über drei Etagen verteilt (plus einer Lichtinstallation im Keller) jedoch nicht nur Positionen von jungen Künstler, die gerade erst ihr Studium in Essen oder Düsseldorf abgeschlossen haben, sondern auch Werke bereits etablierter Künstler, wie etwa von Klaus Mettig, Ralf Berger, Jörg Paul Janka, Magdalena von Rudy oder Peter Schmersal.

Veranstaltet wird „Fabric of Art“ vom Düsseldorfer Verein „701“ und der Renaissance AG. Das Immobilienunternehmen hat den historischen Gebäudekomplex in Barmen erworben und plant hier ein Areal des Wohnens und Arbeitens für Künstler und Kreative.

Informationen zur Ausstellung, die freitags, samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet ist (der Eintritt ist frei), sowie zu den Kuratorenführungen und Zusatzveranstaltungen finden sich im Internet unter: www.701kunst.de