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Solingen: Ausstellung als Geburtstagsgeschenk

Solingen : Ausstellung als Geburtstagsgeschenk

Im kommenden Jahr feiert der Architekt und Künstler Wolfgang Körber seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass plant der Solinger eine große Ausstellung seiner Skulpturen. 2005 hatte das Kunstmuseum Körber als Maler vorgestellt.

Das große Atelier, welches Wolfgang Körber auch als Lager seiner Werke dient, ist derzeit mit Skulpturen fast ganz vollgestellt. Hier finden sich einige der Holzstabskulpturen, die der Solinger bereits in Ausstellungen gezeigt hat, aber auch mattschwarze Aluminium-Skulpturen einer neuen Werkreihe – gefertigt von einer Spezialfirma im Bergischen Land. Ihre Formen hat Körber mittels kleiner Papiermodelle entwickelt, denen in der Regel – vor der eigentlichen Ausführung – noch etwas größere Modelle aus Holz folgen. "Alle drei Stufen sind autonom, sind als eigenständige Werke zu sehen", erklärt der Künstler.

Allerdings, ergänzt Körber, würde er die Modelle eigentlich gar nicht brauchen. "Es würde ein Telefon reichen, um die Proportionen der Module durchzugeben." Die Fertigung der Formen von einem Unternehmen durchführen zu lassen, ist für Körber nur konsequent. Der Künstler betont, dass seine Skulpturen keine individuelle, handwerkliche Handschrift aufweisen sollen. Trotzdem sind auch die die neuen industriell gefertigten Skulpturen wiedererkennbare Körbers – zumindest für all jene, die das künstlerische Werk des Solingers in den vergangenen Jahren verfolgt haben und die sein Konzept kennen.

Der Konkreten Kunst ist Körber nämlich auch in seiner neuen Skulpturenserie treugeblieben. So basieren die neuen Raumkörper wieder auf Modulen. Diesmal sind es schwarz-eloxierte Aluminium-Formen, welche der Künstler multipliziert und zu großen, offenen Polygonen zusammengefügt hat. Drei fertige Skulpturen stehen im Atelier, ihre Grundmodule sind jeweils unterschiedlich: ein Quadrat, ein Quadrat mit einer quadratischen, das dritte mit einer runden Öffnung. Eine weitere Arbeit findet sich im Eingangsbereich zum Büro des Künstlers.

Er habe von Anfang an die Idee gehabt, die Aluminiumskulpturen sehr groß zu bauen. "Zehn Meter hoch wäre ideal", erzählt Körber. Auch mit seiner neuen Serie möchte der Künstler mittels konstruktiven Formen "dem Unsichtbaren Umgebung geben". Im Hinblick auf die matte schwarze Oberfläche erinnert der Künstler an die Schwarzen Löcher im Weltraum: "Schwarz saugt alles in sich auf. Schwarz hat die meiste Energie und Kraft." Allerdings: "Ich schließe nicht aus, dass ich die Serie auch ganz heiter in bunten Farben machen werde."

Im kommenden Jahr feiert Körber seinen 80. Geburtstag. Gerne würde er aus diesem Anlass seine neuen Skulpturen ausstellen – in einem Museum oder einer Galerie. "Es ist aber zu befürchten, dass die Ausstellung nicht in Solingen stattfinden wird." Das Deutsche Klingenmuseum hatte Körber 2012 gezeigt, aus diesem Anlass schenkte der Künstler dem Museum die Skulptur "Der Zustand der Schere vor ihrer Erfindung", die jetzt auf dem Rasen vor dem Haupteingang steht. Und das Kunstmuseum hatte Körber 2005 in einer großen Ausstellung in Gräfrath als Maler vorgestellt. Gisela Elbracht-Iglhaut, die stellvertretende Leiterin, bedauert es, Körber im kommenden Jahr die Ausstellung zum 80. nicht ermöglichen zu können. "Da sich bei uns im Museum die inhaltlichen Schwerpunkte verschieben, ist der Bereich Gegenwartskunst eingeschränkt. Neben der Bergischen Kunstausstellung können wir in jedem Jahr nur noch eine weitere Präsentation zeigen. 2014 wird das die Gruppenausstellung ,Ross ohne Reiter' sein", erzählt Elbracht-Iglhaut.

Eine Alternative als Ausstellungsstadt könnte für Körber die Bundeshauptstadt sein. Erste Kontakte sind geknüpft, Präsentations-Konzepte bereits ausgearbeitet. "Ich würde gerne in Berlin ausstellen. Ich bin in Potsdam geboren, dadurch würde sich in meiner Biografie auch ein Kreis schließen."

(mit)