Solingen: Ausschau nach dem rettenden Ufer

Solingen : Ausschau nach dem rettenden Ufer

Für die vier Hallenbäder müssten mittel- bis langfristig weit mehr als sieben Millionen Euro für Sanierung und Modernisierung aufgewändet werden. Die Neuordnung der Bäderlandschaft soll noch vor dem Sommer erfolgen.

Nach dem Instandhaltungs- und Modernisierungsstau für die drei Freibäder (gut zehn Millionen Euro) präsentiert der Vermögensbetrieb der Stadt Solingen (VBS) dem Sportausschuss für seine nächste Sitzung am 29. Januar nun Zahlen zur Sanierung und Modernisierung der vier stadteigenen Hallenbäder: Grob geschätzt mehr als sieben Millionen Euro müssten mittel- bis langfristig für die Klingenhalle (1,943 Millionen Euro), das Hallenbad Birkerstraße (1,8 Millionen) Sauerbreystraße (1,5) und das Hallenbad Vogelsang (1,86) aufgewändet werden.

In diesen Zahlen nicht enthalten sind die jährlich ohnehin aufzubringenden Betriebskosten. "Wir müssen die Zahlen jetzt sorgfältig analysieren und Angebot und Nachfrage gegenüberstellen", erklärte Sportausschuss-Vorsitzender Ernst Lauterjung. Der Politiker, zugleich auch Fraktionsvorsitzender SPD im Stadtrat, wertet die Grobkostenschätzung des VBS als "weiteren Schritt" hin zur Neuausrichtung der Bäderlandschaft. "Bezüglich der Hallenbäder liegt jetzt auf dem Tisch, was wir schon lange wussten", erläutert Lauterjung. Auf Antrag der SPD im Sportausschuss wurde die Verwaltung mit der Zusammenstellung der Zahlen im September vergangenen Jahres beauftragt.

Weitere Erkenntnisse will der Sportausschuss am 29. Januar mit dem Besuch des kombinierten Frei- und Hallenbades in Erkrath gewinnen. "Wir müssen prüfen, was uns ein neues Bad kostet, entweder nur ein Freibad oder aber ein kombiniertes Frei- und Hallenbad", erklärt Lauterjung. Überdies, wer es betreiben könnte. Dabei allein bleibe es aber nicht.

Denn wird das Hallenbad Birkerstraße möglicherweise an die Lebenshilfe übertragen, dann stelle sich die Frage, ob hier der Schulschwimmsport weiter vor Ort bleibt beziehungsweise bleiben kann. "Ohne Schulschwimmen an der Birkerstraße bekommen wir noch größere Schwierigkeiten. Dann muss in die Überlegungen neben dem Bau eines neuen Bades auch die Erweiterung der Klingenhalle überlegt werden. Das wäre dann unausweichlich, schließlich müsse der Schul- und auch der Vereinsschwimmsport sichergestellt bleiben", meint der Vorsitzende des Sportausschusses.

Alles sei noch möglich: Auch die Erweiterung des Hallenbades Vogelsang um einen Außenbereich ist noch nicht vom Tisch. Das wäre für Lauterjung aber die "schlechteste Lösung". Er hofft, dass die Verwaltung noch vor der Sommerpause dem Stadtrat "eine entscheidungsfähige Vorlage" präsentiert, um die Weichen für die Neuausrichtung der Bäderlandschaft stellen können. Auf die lange Bahn schieben will der Sportausschuss das Thema nicht. Lauterjung: "Wir sind im Druck."

(RP)
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