Ausbildungsmarkt in Solingen: Jugendliche weiter auf Lehrstellensuche

Ausbildungsmarkt in Solingen : Jugendliche weiter auf Lehrstellensuche

Das Ausbildungsstellenjahr 2018/2019 endet Ende dieses Monats. In Solingen suchen noch 230 junge Leute über die Arbeitsagentur einen Ausbildungsplatz. 158 Lehrstellen sind noch nicht besetzt.

Manche Töpfe finden keinen Deckel. „Es wird zunehmend schwieriger, die Ausbildungsplätze zu besetzen“, sagt der Chef der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal, Martin Klebe. Die Unternehmen müssten zum Teil einen sehr hohen Aufwand betreiben, um die passenden Bewerber zu finden. Dabei mangelt es an Bewerbern in diesem Sommer nicht – im Vergleich zu Wuppertal und Remscheid kommen in Solingen rechnerisch auf 100 Bewerber 68 Ausbildungsplätze. Vor einem Jahr waren es lediglich 56 Stellen gewesen.

Zwar haben viele Jugendliche im August oder aber zu Beginn dieses Monats ihre betriebliche Ausbildung begonnen, doch die Unternehmen, die Kreishandwerkerschaft, die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Arbeitsagentur sind im Nachvermittlungsgeschäft – mit dem Ziel, möglichst alle Ausbildungsstellen zu besetzen und möglichst alle suchenden Jugendlichen zu versorgen. Immerhin: Ende August waren in der Klingenstadt noch 158 Ausbildungsstellen frei, auf der anderen Seite gab es 230 Bewerber.

Carmen Bartl-Zorn, Leiterin der Abteilung Aus- und Weiterbildung bei der IHK, kündigt an, dass zunächst bis Ende September alles versucht wird, die unvermittelten Bewerber unter zu bekommen. „Die bis dahin keinen Ausbildungsplatz haben, werden über den Ausbildungskonsens bis Ende des Jahres versorgt“, sagt Bartl-Zorn und rät den Jugendlichen, auch die „passgenaue“ Beratung der IHK in Anspruch zu nehmen.

16 Azubis hat die Stadt-Sparkasse Solingen jetzt eingestellt. Nach Angaben von Unternehmenssprecher Martin Idelberger gestaltete sich der Auswahlprozess zufriedenstellend, zumal sich auf das Ausbildungsangebot der Sparkasse „mehr als 400  junge Leute bewarben“. Neben der klassischen Ausbildung zum Bankkaufmann geht das Kreditinstitut zudem neue Wege und bildet jetzt auch Kaufleute für Dialogmarketing aus und bietet ein Duales Studium im Bereich Finanzwesen an. Die Berufsstarter der Sparkasse würden in zweieinhalb beziehungsweise drei Jahren alles lernen, was sie für ihre Zukunft als Sparkassenmitarbeiter benötigen. „So legen wir das Fundament für einen erfolgreichen Karriereweg“, sagen Ausbildungsleiterin Katrin Becker und Andrea Grafweg, Referentin für Ausbildung.

Wie die Sparkasse sucht auch die Stadt Solingen bereits Auszubildende für 2020. Ohnehin ist die Stadtverwaltung ein beliebter und auch großer Ausbilder. Für die 55 angebotenen Ausbildungsstellen in 18 verschiedenen Berufen gab es laut der städtischen Pressesprecherin Birgit Wenning exakt 1041 Bewerbungen. Unter den eingestellten Auszubildenden sind 18 neue Brandmeister für die Feuerwehr. Allein hierfür meldeten sich 223 Bewerber – „das hängt auch mit dem guten Ruf der Feuerwehr zusammen“, meint Wenning. Jede Menge Bewerbungen (150) gab es für den Beruf Verwaltungs-Fachangestellte.

Allerdings stellten die Ausbildungsverantwortlichen im Rathaus fest, dass die Zahl der Bewerber für verschiedene technische Berufe wie Industriemechaniker deutlich geringer und die Stellenbesetzung damit ungleich schwieriger war. „Hinzu kommt, dass die Qualifikation einiger Bewerber nicht ausreichend war“, sagt Wenning.

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