Aus den Gemeinden Solingen St. Lukas Pflegeheim

Aus den Gemeinden : Der „Raum der Stille“ ist immer geöffnet

Ein helles Zimmer im Neubau des St. Lukas Pflegeheims bietet die Möglichkeit zum Beten und Innehalten.

Im Erdgeschoss des Neubaus, nicht weit vom Eingang entfernt, liegt eine Oase: An der weißen Wand hängt ein Kruzifix, dezente Deckenleuchten spenden warmes Licht. Und die zurückgenommene Gestaltung lenkt den Blick im „Raum der Stille“ auf sein eigentliches Prunkstück – das stilisierte Bild der Muttergottes mit dem Jesuskind, die in eine nahezu himmlisch anmutende Umgebung beruhigender Blautöne eingebettet sind. „Sakrale Kunst ist mir sehr nah“, erklärt Künstler Carsten Weck mit Blick auf seine Malerei, die er in Öl auf Holz schuf.

„Ich bin sehr froh, diesen Auftrag bekommen zu haben“, freut er sich. Angesprochen hatte ihn Beate Kalowsky, Pflegedienstleiterin im St. Lukas Pflegeheim an der Schwanenstraße. Das hatte die katholische Kplus-Gruppe als Träger im vergangenen Jahr kernsanieren und um den modernen Neubau erweitern lassen.

„Es war uns sehr wichtig, im Zuge dessen einen solchen Raum für Bewohner, Mitarbeiter und Angehörige zu schaffen“, betont Kalowsky. Die Kapelle der St. Lukas Klinik auf der gegenüberliegenden Straßenseite sei für die Bewohner des Pflegeheims, in dem schwerpunktmäßig Menschen mit dementiellen Erkrankungen leben, zu weit weg. Ein früherer „Raum der Stille“ habe wiederum im Keller des Pflegeheims gelegen. „Auch er war für Bewohner, die nicht gut zu Fuß sind, eher schwierig zu erreichen und dunkel“, erklärt die ST. Lukas-Pflegedienstleiterin.

Dass der neue, helle Raum direkt an der Straße liegt, ist kaum spürbar. Dafür sorgen Folien mit Carsten Wecks Bildmotiv, die den Fenstern den Charakter von Kirchenfenstern verleihen – und verhindern, dass Spaziergänger vom Bürgersteig aus hineinschauen können. Schließlich soll der „Raum der Stille“ seinen Besuchern die Möglichkeit bieten, innezuhalten, nachzudenken, zu entspannen und zu beten.

Auch die indischen Ordensschwestern, die im Ohligser Krankenhaus arbeiten, suchen gelegentlich den Raum auf, der zugleich Schauplatz von Gottesdiensten ist. Platz bieten echte Kirchenbänke aus der entwidmeten Kapelle des Monheimer Krankenhauses. Ein Schreiner arbeitete sie auf. In ihrer hellen Farbgebung passen sie sich nun dem Raum an.

Möglich machte das alles der Förderkreis St. Lukas. Er brachte die Mittel von 12.000 Euro für den „Raum der Stille“ auf. Seit Dezember, als die Bewohner alle Zimmer in der erweiterten Einrichtung bezogen hatten, ist er regelmäßig in Nutzung. Auf bestimmte Zeiten kommt es dabei nicht an: „Seine Türen“, betont Beate Kalowsky, „sind immer offen.“

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