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Aufzüge in LEG-Gebäudenin Solingen defekt

Aufzüge in LEG-Gebäuden defekt : Feuerwehr als Lift-Ersatz

Die Kosten fürs Fitnessstudio konnte sich Jürgen Bork in den vergangenen Wochen sparen.

Die Kosten fürs Fitnessstudio konnte sich Jürgen Bork in den vergangenen Wochen sparen. An der Heresbachstraße in Wald führt der Solinger eine Wäscherei und bringt die gewaschene Kleidung seinen Kunden gerne persönlich vorbei. Einige von ihnen leben in den mehrgeschossigen Gebäuden an der Straße und am Hegelring, die von der Wohnungsvermietungsgesellschaft LEG betrieben werden. „Seit Ende Oktober ist dort der Aufzug kaputt“, ärgert sich der Unternehmer. In den Wohnhäusern leben viele ältere und teils mobil eingeschränkte Menschen, die auf den Aufzug dringend angewiesen sind.

„Kürzlich musste die Feuerwehr einige Bewohner mit Hilfe einer Drehleiter über den Balkon aus ihren Wohnungen holen, weil sie wohl körperlich angeschlagen sind und deshalb auch die Treppen nicht benutzen können. Aber repariert werden die Aufzüge seit Wochen nicht“, kritisiert Bork. Schwer nachvollziehbar findet er auch, dass in den beiden Gebäuden, die sich in direkter Nachbarschaft zueinander befinden, offenbar unabhängig voneinander jeweils der Aufzug länger ausgefallen ist.

Bei der LEG wirbt man um Verständnis für die Situation: „Wir bedauern die Aufzugausfälle im Sinne unserer betroffenen Mieter und möchten uns ausdrücklich dafür entschuldigen“, sagt Mischa Lenz, Sprecher der LEG-Immobilien-Gruppe. „Wir tun unsererseits alles dafür, um solche Ausfälle von vornherein zu vermeiden und im Schadensfall schnellstmöglich abzustellen, damit es Einzelfälle bleiben.“ Immerhin funktioniere mittlerweile wieder der Aufzug im Haus an der Schopenhauerstraße – dort sei das fehlende Ersatzteil mittlerweile eingetroffen und wurde von einem Wartungsunternehmen eingebaut.

Auch sonst versuche die LEG, den Mietern entgegenzukommen, betont Lenz: „Wir bieten den betroffenen Mietern in der Zwischenzeit einen Trageservice für Einkäufe und insbesondere mobil eingeschränkten Mietern die Möglichkeit von kostenlosen Krankentransporten an.“

Komplizierter gestalte sich die Reparatur am Aufzug im Wohnhaus am Hegelring, bedauert der LEG-Sprecher. „Leider waren die Schäden an der Anlage dort so gravierend, dass wir uns entschlossen haben, den Fahrstuhl komplett zu modernisieren.“ Dadurch solle der Aufzug langfristig einsatzbereit sein – Anfang Februar sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Für die Zeit des Ausfalls werde den Mietern Mietminderung „im gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen“ gewährt.

Erfahrungsberichte wie diese hört Funda Altun-Osterholt, Geschäftsführerin des Mieterbundes Rheinisch-Bergisches Land, nicht zum ersten Mal. „In Bezug auf die LEG aber auch zu anderen Wohnungsunternehmen wie Vonovia erhalten wir zahlreiche Anfragen unserer Kunden. Oft neigen Mieter dazu, einen unhaltbaren Zustand erst einmal längere Zeit in Kauf zu nehmen, um nicht als Querulant dazustehen. Bei uns haben sie die Möglichkeit, sich individuell von unseren Fachanwälten beraten zu lassen.“

Im vorliegenden Fall hätten die Mieter in jedem Fall Anspruch auf Mietminderung – und zwar bereits ab dem ersten Tag des Mangels, macht Altun-Osterholt deutlich. „Der Vermieter sollte in einem solchen Fall unbedingt seine Hilfe anbieten und beispielsweise fragen, ob Post geholt oder der Müll weggebracht werden muss. Das ist das mindeste.“