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Solingen: Auftauchen zum Abtauchen

Solingen : Auftauchen zum Abtauchen

Schon seit weit über 20 Jahren bietet das Deutsche Rote Kreuz Solingen den Kurs "Babyschwimmen" an. Seit zweieinhalb Jahren wird er nun von Karsten Kreizberg und seiner Mutter Petra geleitet.

"Ich habe den Kurs von meinem Vorgänger übernommen, bei dem ich selbst im Alter von sechs Monaten das Schwimmen gelernt habe", erzählt Karsten Kreizberg. Heute ist er 23 Jahre alt. Offiziell dürfen Kleinkinder ab drei Monaten teilnehmen, doch es gibt auch Eltern, die schon mit ihren zwei Monate alten Kindern dabei sein wollen.

Wenn sie eine Einverständniserklärung des Kinderarztes vorweisen können, so ist dies durchaus möglich. "Das Wasser ist doch ziemlich gechlort", erklärt Karsten Kreizberg. Die Kleinsten verfügen noch über den sogenannten "Tauchreflex", den sie im Mutterleib entwickelt haben. "Das Kind atmet das Wasser nicht ein, so wie es ein Erwachsener tut, sondern es kann das Wasser schlucken", erklärt Karsten Kreizberg die Zusammenhänge.

Die ältesten Teilnehmer werden nun eingeschult und haben bereits ihr Seepferdchen gemacht. "Es ist eine weite Spanne." Zunächst einmal geht es darum, die Kinder an das Wasser zu gewöhnen. "Es ist eine ungewohnte Umgebung", weiß Kreizberg. Das Wasser ist sehr warm, außerdem sind viele andere Kinder dabei. Auch die Krankenhausatmosphäre wirkt auf manche Kinder beängstigend. "Es geht nicht nur darum, den Kindern das Schwimmen beizubringen, es steckt auch viel Psychologie dahinter", betont der Kursleiter.

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Natürlich sind die Eltern immer mit im Wasser. "Zuerst einmal wird die Atmosphäre verarbeitet." Mit der Zeit lernen die Kinder dann mit Hilfe von Schwimmärmeln, sich allein über Wasser zu halten, bis sie schließlich auch ohne diese Hilfe schwimmen können. "Wenn man etwas relativ früh lernt, dann bleibt es länger hängen", weiß Karsten Kreizberg, "es geht tiefer." Mit dem Schwimmen sei das wie mit dem Fahrradfahren.

"Man verlernt es nicht." Schwimmen zu können ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. "Um die 50 Prozent der Deutschen können heute nicht mehr schwimmen." Dem möchte Karsten Kreizberg, der selbst auch als ausgebildeter Rettungsschwimmer tätig ist, entgegenwirken. Die Babyschwimm-Kurse sind da ein guter Start. Ein Kurs läuft über fünf Samstage. Doch ein Kurs allein reicht natürlich lange nicht aus. "Es braucht eine gewisse Kontinuität", betont der Kursleiter.

Und damit die Kinder am Ende des Babyschimm-Kurses und nach erfolgreichem Absolvieren des Seepferdchens auch weiter dem nassen Element erhalten bleiben, hat das Deutsche Rote Kreuz eine Kooperation mit der Wasserwacht abgeschlossen, die dann weitere Schwimmkurse für die größeren Kinder anbietet. Die Babyschwimm-Kurse finden im Bewegungsbad des Städtischen Klinikums statt und beginnen um 9 Uhr. "Sie gehen bis 12 oder 13 Uhr", so Kreizberg.

Die Familien können während dieser Zeit kommen, wann sie wollen. "Das ist stressfreier." Und sie können gehen, wann sie wollen. "Sie bleiben so lange, bis die Kinder keinen Bock mehr haben", bringt es Kreizberg auf den Punkt. Somit läuft der Kurs für alle ganz entspannt ab und die Kinder können - je nach ihren Anlagen und Begabungen - individuell gefördert werden. Heute star- tet der neue Baby- schwimm-Kurs.

Mehr Infos gibt es auch im Internet: www.drk-solingen.de

(RP)