Schwerpunkt Flüchtlinge: Auch die Burger wollen helfen

Schwerpunkt Flüchtlinge: Auch die Burger wollen helfen

Bei der Info-Veranstaltung zur Unterbringung von Flüchtlingen in der Jugendherberge in Oberburg beschäftigte die Anwohner vor allem die Frage, ob die Polizei den Stadtteil im Ernstfall rechtzeitig erreichen würde.

Viele Fragen sind rund um die Unterbringung von Flüchtlingen vom Krisenstab der Stadt zu klären. Die Burger Bürger, so hatte es am Mittwochabend im vollbesetzten Gerätehaus der Feuerwehr den Eindruck, treibt aber vor allem eine Frage um: Was passiert im Konfliktfall? Wann ist die Polizei da? Dabei spielten Meldungen über Schlägereien in Flüchtlingsunterkünften eine Rolle, etwa in Kassel, wie auch die lange Anfahrt der Polizei von Solingen nach Oberburg. Bedenken gab es sowohl wegen möglicher Spannungen der Flüchtlinge untereinander als auch wegen deren Bedrohung von außen.

Udo Stock von der Zentralen Koordinierungsstelle Flüchtlingsarbeit bei der Stadt kündigte an, die Sicherheitssituation werde unter dem neuen Leiter des Krisenstabes, Ralf Weeke, nochmals analysiert. "Wir werden Burg besonders beobachten", kündigte er an. Oberbürgermeister Norbert Feith verwies darauf, dass es in Solingen bisher keine Eskalation von Gewalt gegeben habe. "Heute müssen wir darauf vertrauen, dass nichts passiert. Aber wir sind nicht unachtsam", versicherte er den Anwesenden.

Die Leiterin der Jugendherberge, Corinna Bode, berichtete, dass es bei der Unterbringung von Flüchtlingen in der Wuppertaler Jugendherberge weder untereinander noch mit Anwohnern Probleme gegeben habe. Ihr habe sich vielmehr vor allem die Dankbarkeit der Flüchtlinge eingeprägt.

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Applaus der Anwesenden gab es für die Appelle einiger Bürger, die Bedenken zurückzustellen und auf die Flüchtlinge zuzugehen. "Lasst es uns doch erstmal einfach versuchen und helfen", rief eine Bürgerin den Besuchern zu. Der Vorsitzende der TG Burg, Klaus Hinger, betonte: "Ich habe keine Angst und lade die Flüchtlinge ein, die Angebote unseres Vereins zu nutzen."

Bereits ab dem heutigen 2. Oktober werden in der Jugendherberge die ersten Flüchtlinge erwartet. Maximal 108 Personen können dort unterkommen. Die Jugendherberge sorgt in gewohnter Manier für die Unterbringung in den Räumlichkeiten und die Essensversorgung. Die soziale Betreuung leistet der Sozialverband Transparenz gUG aus Euskirchen. Er wird in zwei Schichten mit jeweils drei Personen vor Ort sein, ein Mitarbeiter ist auch nachts in Bereitschaft. Rund um die Uhr werden zwei Security-Mitarbeiter präsent sein.

Hintergrund der Unterbringung von Flüchtlingen in der Oberburger Jugendherberge ist eine Vereinbarung der Bezirksregierung Arnsberg mit den Landesverbänden Rheinland und Westfalen des Deutschen Jugendherbergswerkes. Danach sollen einzelne Jugendherbergen zwischen dem 1. Oktober und dem 31. Januar 2016 für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden. Danach soll nach jetziger Planung der Regelbetrieb wieder aufgenommen werden.

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(bjd)