Solingen: Auch Brümmer verlässt BfS

Solingen: Auch Brümmer verlässt BfS

Wie Markus Preuss zieht es auch die Walderin mitsamt des Mandates im Stadtrat zur SPD.

Die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) verliert nach dem Vereinsaustritt von Markus Preuß innerhalb weniger Tage ein zweites Ratsmitglied: Inge Brümmer hat ihre Absicht (wir berichteten) in die Tat umgesetzt und ihren Austritt aus dem politischen Verein mit sofortiger Wirkung erklärt. Ein entsprechender Brief ist gestern per Einschreiben an die BfS gegangen. Die Walderin kündigte auf Anfrage unserer Zeitung an, dass sie alle ihre politischen Mandate behalten werde. Als sogenannter Einzelkämpfer will sie ihre politische Arbeit in Zukunft allerdings nicht fortsetzen.

Inge Brümmer will vielmehr zur SPD zurück, für die sie von 1975 bis zu ihrem Wechsel zur BfS im Jahr 1999 bereits in den Bezirksvertretungen Ohligs beziehungsweise Wald gesessen hatte. Bei der jüngsten Kommunalwahl vor drei Jahren wurde sie Mitglied des Stadtrates. Sie gehört der Walder Bezirksvertretung an, ist Mitglied im Sport- und Kulturausschuss.

Verein und Fraktion der BfS hätten zu selten versucht, andere Menschen mitzunehmen, erklärt sie ihre Beweggründe, dem politischen Verein den Rücken zu kehren.

Markus Preuß, ehemaliger Oberbürgermeister-Kandidat der BfS, der bei einer Kampfabstimmung vor zwei Monaten als Vereins-Vize abgewählt wurde und Ende vergangener Woche aus der Bürgergemeinschaft austrat, will ebenfalls in Zukunft keine Politik als parteiloser Einzelkämpfer machen. Auch der 48-jährige Schulausschuss-Vorsitzende sympathisiert offensichtlich mit der SPD (wir berichteten). Dies erklärt sich nicht zuletzt aus seiner Lebensgeschichte. Preuß war in seiner Jugend Mitglied der Jusos; sein Vater ist verdienter Sozialdemokrat mit 50-jähriger Parteimitgliedschaft.

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Mit einem Wechsel von Brümmer und Preuß zur SPD ist also schon in den nächsten Tagen zu rechnen, zumal es, wie berichtet, bereits Gespräche mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Ernst Lauterjung gegeben hat.

Auswirkungen auf die Mehrheiten im Stadtrat hätte der Wechsel zwar nicht, doch die BfS-Mannschaft wäre in jedem Fall arg dezimiert: Statt acht Mitgliedern hätte der politische Verein nur noch sechs Vertreter. Vereinsvorsitzender Martin Bender sieht darin allerdings keine Schwächung der Position im Viererbündnis mit SPD, Grünen und DSW. "Wir sind in der Kooperation ein wichtiger Partner." Ohne die BfS könne diese nicht funktionieren, betont Bender im Gespräch mit unserer Zeitung. Nach seinen Worten steht in der Gestaltungsmehrheit ohnehin nicht der politische Proporz im Vordergrund. Ausschlaggebend seien vielmehr sachpolitische Entscheidungen.

"Es geht nicht um persönliche Eitelkeiten." Angesichts der Personalien von Preuß und Brümmer könne bei der BfS jedenfalls von einer Krise keine Rede sein, sagt Bender und beschwört die Mitglieder im Stadtrat und in den Fachausschüssen zum Zusammenrücken: "Jeder Einzelne ist jetzt mehr gefordert als bisher, sich in seinem Bereich zu engagieren."

(RP)