Solingen : Asien im Blick

Die Besteckmanufaktur Carl Mertens setzt auf den chinesischen Markt. In Peking wurde ein Shop eröffnet, in Shanghai folgt jetzt der nächste. Produkte made in Germany beziehungsweise Solingen liegen dort im Trend.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist in der Schneidwaren- und Besteckbranche allgegenwärtig. Kurzarbeit ist in vielen Betrieben nach wie vor angesagt. "Es fehlen uns Umsätze – national wie international –, die wir auch bis zum Jahresende vermutlich nicht wieder reinholen können", vermutet Curt Mertens. Der Geschäftsführer der Solinger Besteckmanufaktur Carl Mertens sieht auch 2010 als "schwieriges Jahr" für die Branche. Gleichwohl stecke man den Kopf nicht in den Sand, vielmehr richte man den Blick nach vorn und bearbeitet intensiv Märkte mit Wachstumschancen. "Um uns dort Umsätze wiederzuholen, die wir in anderen Ländern verloren haben", so Mertens.

Markenprodukte begehrt

Einen Wachstumsmarkt sieht der Hersteller zeitgemäßer Tisch- und Wohnkultur vor allem in Asien, insbesondere in China, Japan und Korea. Markenprodukte "Made in Germany" beziehungsweise "Made in Solingen" würden in diesen Boomländern im Trend liegen. Während die Solinger Besteckfabrik bereits in Japan in mehreren Shops klingenstädtische Produkte verkauft, folgte nun ein erster in der chinesischen Hauptstadt Peking. Im "Shin Kong Place" – "dem KaDeWe Pekings", so Curt Mertens – wurde jetzt ein Shop eröffnet. "Hier sind alle große Marken vertreten. Es war unser Ziel, direkt in diesem oberen Bereich auch unsere Produkte zu verkaufen", erzählt Mertens.

Damit sind die China-Aktivitäten des Unternehmens indes nicht beendet, sie starten vielmehr erst: Schon am Freitag dieser Woche werden Mertens-Produkte in einem Fachgeschäft in Shanghai angeboten, zwei weitere Shops in dieser Stadt sollen noch dieses Jahr folgen. 2010 plant Mertens weitere fünf bis zehn Läden in China. Zunächst wolle man beobachten, wie die bisherigen Shops laufen und welche Mertens-Produkte sich besonders gut verkaufen. "Die Chinesen haben eine sehr große Markenaffinität", weiß Curt Mertens.

40 Prozent beträgt momentan der Exportanteil des Unternehmens, davon werden zehn Prozent in Asien erwirtschaftet. "Das wollen wir weiter ausbauen, unser Ziel ist, 2011 einen Exportanteil von über 60 Prozent zu haben", erklärt der Geschäftsführer.

"Wir wollen uns durch das Erschließen der neuen Märkte in Asien für die Zukunft besser aufstellen", ergänzt Detlev Stocke. Er ist seit 2008 Gesellschafter der Carl Mertens Besteckfabrik. Qualität, Handwerk und Tradition seien Werte, die in Asien geschätzt werden, so seine Erfahrung: "Die klare deutsche Designsprache von Carl Mertens kommt dem chinesischen Geschmack entgegen."

(RP)