Solingen: Arzt-Kollegen um Rat fragen

Solingen : Arzt-Kollegen um Rat fragen

Auf dem Neumarkt hat sich ein Ärzteforum gegründet. In diesem Zirkelarbeiten nun 35 Mediziner in 20 Praxen zum Wohle des Patienten zusammen.

Von A wie Allergologie bis U wie Urologie sind alle Fachrichtungen beim Ärzteforum Neumarkt vertreten: 35 Mediziner beschäftigt in 20 Praxen gehören hinzu. Vorsitzender der Interessensvereinigung ist Dr. Dirk Uhlich, seit rund zweieinhalb Jahren niedergelassener Arzt in einer Gemeinschaftspraxis am Ufergarten. Vorher war der Kardiologe am Solinger Klinikum beschäftigt. Seinen Ursprung hat das Ärzteforum in einem regelmäßigen Ärzte-Stammtisch, in dem sich die Mediziner aller Fachrichtungen untereinander austauschten. Durch die räumliche Nähe der Mediziner war dann schnell klar, dass man gemeinsam etwas auf die Beine stellen kann und will – eine Vernetzung, aus der der Patient seinen Nutzen ziehen kann.

Erstes Ergebnis ist ein Flyer, in dem auf dem Lageplan des Neumarktes alle 20 Praxen aufgelistet sind. Der Prospekt liegt ab sofort in den teilnehmenden Behandlungräumen aus sowie in Apotheken, berichtet Dr. Dirk Uhlich. Zudem wird nun die Werbetrommel gerührt. So wollen sich die Mediziner etwa auch an dem Eröffnungsfest des Markplatzes mit einem Stand beteiligen.

Aus dem Ärzte-Stammtisch wurde inzwischen sogar ein richtiger Verein, allerdings ohne Eintrag ins Vereinsregister. Denn Bürokratie haben die Ärzte in ihrem Arbeitsleben bereits genug.

Einen Vorteil des neuen Ärzteforums benennt Dr. Dirk Uhlich im Gespräch mit unserer Zeitung, die vereinfachte und verbesserte Kommunikation unter den Mediziner, die den Patienten zugute komme. Er habe eine Liste mit den Durchwahlnummern aller Beteiligter und könnte schnell und einfach einen Kollegen bei einem Fall um Rat fragen. Zudem gehe es darum, interdisziplinär zu denken. Vor kurzem habe man in der Runde über Schwindel und seine Behandlung gesprochen. Es sei interessant, was je nach Fachrichtung zum Thema beigesteuert worden sei. So soll es innerhalb des von der Ärztekammers zertifizierten Zirkels regelmäßige Fortbildungen geben.

Klar ist, dass die Mediziner sich untereinander Patienten überweisen. Allerdings nicht, um sich die eigene Tasche vollzumachen. Die Behandlung eines Kassenpatienten sei nach den Regeln der Budgetierung für jeden Arzt ein Zuschussgeschäft, verdeutlicht Uhlich. Als Konkurrenz zum Ärzteverbund von Solimed sieht sich das Ärzteforum nicht: „Viele von uns sind auch Solimed angeschlossen. Wir vom Neumarkt sehen uns weder als politisch tätige Gruppe noch werden wir in dem Verbund mit Krankenkassen verhandeln“, berichtet der Kardiologe.

Die Mediziner sehen sich und ihre Praxen als Umsatzbringer für den Neumarkt, der im August endlich fertig gestellt sein soll. Wenn man rechnet, dass rund 100 Patienten am Tag die Praxis betreten und die Zahl mal 20 sei klar, dass man mehr Kundenbewegungen habe als etwa ein Karstadt.

(RP)
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