Solingen: Armutsflüchtlinge kommen auch aus Griechenland

Solingen : Armutsflüchtlinge kommen auch aus Griechenland

Der Städtetag hat bereits Alarm geschlagen: Immer mehr Menschen kommen auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen aus Südosteuropa nach Nordrhein-Westfalen, besonders zieht es sie nach Dortmund und Duisburg. Aber auch Solingen registriert zunehmend sogenannte Armutsflüchtlinge.

Die kommen nach Auskunft von Stadtsprecherin Sabine Rische neuerdings auch aus Ländern wie Griechenland und Spanien. Aber auch Roma aus Rumänien, Bulgarien, Serbien und Mazedonien gehören zu jener Bevölkerungsgruppe, die sich in Deutschland bessere Lebensbedingungen verspricht. Roma aus Serbien und Mazedonien müssen Asyl beantragen, da sie nicht aus Ländern der EU kommen. "Sie werden den Städten nach einen festgelegten Schlüssel zugewiesen", sagt die Stadtsprecherin.

Die Quote, die sich nach Einwohnerzahl und finanzieller Lage der Stadt richtet, sei für Solingen recht hoch trotz der leeren Stadtkassen. Offenbar sind andere Städte in NRW finanziell noch schlechter gestellt. Daher hat die Stadt Solingen vorgesorgt und den eigentlich auslaufenden Mietvertrag mit einer Unterkunft für Asylbewerber nicht gekündigt. Außerdem gebe es Wohnungen, die bei Bedarf auf dem freien Markt angemietet werden können. Hier habe die Stadt die Situation im Blick.

Während die Asylbewerber von der Stadt untergebracht werden, müssen sich die Menschen, die aus EU-Staaten zu uns kommen, selbst um Wohnung und Arbeit kümmern. Hier hat es auch schon einige Fälle gegeben, in denen Armutsflüchtlinge wieder zurück in ihre Heimat gegangen sind, weil sie festgestellt haben, dass es auch in Deutschland nicht die idealen Bedingungen für sie gibt.

In Solingen ist die Aufnahmequote für Asylbewerber derzeit zu 80 Prozent erfüllt, wie Sabine Rische erklärt, daher werden in Kürze weitere Zuweisungen erwartet. Je nachdem, woher die Bewerber kommen, kämen sie unterschiedlich gut mit den Gegebenheiten in Deutschland zurecht. "Einige wissen gleich, an wen sie sich wenden müssen, andere fallen hier in ein tiefes Loch", sagt die Sprecherin.

Besorgt über die steigende Zahl von Zuwanderern ist auch NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD), der zu Wochenbeginn erklärte, man müsse gegensteuern und in den Herkunftsländern in Südosteuropa die Lebensbedingungen verbessern. Vor allem vor dem Hintergrund, dass 2014 der Arbeitsmarkt in Deutschland uneingeschränkt für Menschen auch aus Rumänien und Bulgarien zugänglich sein wird. Schon in der zweiten Jahreshälfte 2012 waren vermehrt Menschen aus Serbien und Mazedonien nach NRW gekommen.

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(RP/ac)
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