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Arena: Solinger Grüne fordern neue Marktanalyse

Partei lehnt Grundsatzbeschluss ab : Grüne fordern neue Marktanalyse zu Arena Bergisch Land

Die Grünen-Ratsfraktion lehnt einen Grundsatzbeschluss zu einer möglichen neuen Arena Bergisch Land am Weyersberg ab. Stattdessen wollen die Grünen, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen genau geprüft werden.

Die Mitglieder der Grünen-Stadtratsfraktion werden bei der kommenden Ratssitzung am 17. Februar gegen einen Grundsatzbeschluss zum Bau einer neuen Arena Bergisch Land in der Solinger Innenstadt stimmen und so der Stadtspitze um Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) in dieser Frage die Gefolgschaft verweigern. Dies ist unter anderem das Ergebnis einer Klausurtagung, zu der die Fraktion am vergangenen Wochenende zusammengekommen ist und bei der beschlossen wurde, im Rat einen eigenen Antrag zum Thema einzubringen.

Das haben der Co-Fraktionssprecher Frank Knoche sowie der Vorsitzende des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität und Wohnungswesen, Thilo Schnor, am Montag in Bezug auf die neue Arena, die vor allem dem Handball-Bundesligisten Bergischer HC als Heimat dienen soll, bekannt gegeben. „Wir bereiten einen Antrag vor, der vorsieht, dass eine genaue Marktanalyse zu einer Mehrzweckhalle erstellt wird“, sagten Knoche und Schnor bei einem Pressegespräch – wobei die beiden Grünen-Politiker die bislang vorgestellten Zahlen zur Rentabilität der Arena in einem bereits angefertigten Gutachten stark in Zweifel zogen.

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Dabei entzündet sich das Misstrauen der Grünen gleich an zwei Punkten. Zum einen schätzt die Fraktion, dass die Kosten des Gesamtprojekts am Ende nicht bei den angegebenen 50 Millionen Euro, sondern zwischen 70 und 80 Millionen Euro liegen könnten. Und zum anderen trauen die Grünen auch nicht den unterstellten Kalkulationen der laufenden Kosten im Gutachten, welches nach Angaben von Frank Knoche sowie Thilo Schnor davon ausgeht, dass sich der Neubau einer Arena Bergisch Land am Weyersberg gegenüber einer Sanierung der bestehenden Klingenhalle schon nach sechs Jahren rechnen könnte.

„Wir halten solche Zahlen für geschönt“, sagte der Fraktionssprecher, der weitere aus seiner Sicht unbeantwortete Fragen nannte. So sei noch ungeklärt, wie beziehungsweise wo Ersatz geschaffen werden könne für den Kunstrasenplatz, der wohl der zukünftigen Arena zu weichen hätte – derweil auch die genauen Förderungen des Landes nach wie vor offen seien.

Um die letztgenannte Problematik genauer abschätzen zu können, beantragen die Grünen nun Akteneinsicht bei der Stadtverwaltung. Und gleichzeitig fordert die Fraktion, die von einem möglichen Arena-Neubau betroffenen Gruppen – wie zum Beispiel die am Weyersberg beheimaten Fußballvereine – stärker als bisher geschehen in die Überlegungen mit einzubinden. „Die bisherige Kommunikation des Projekts war nicht gut“, kritisierte Frank Knoche am Montag in diesem Zusammenhang.

Darüber hinaus machen sich die Grünen Sorgen über den Schul- und Breitensport. „Da muss ebenfalls darauf geachtet werden, dass diese Bereiche nicht zu kurz kommen“, mahnte Bürgermeister Schnor an. So bestehe speziell in einer kommerziell genutzten Arena die Gefahr einer Benachteiligung der Schul- und Hobbysportler, argwöhnte Thilo Schnor, der wie Fraktionssprecher Knoche ohnehin bezweifelt, dass neben dem Profi-Handball genügend andere Veranstaltungen für die neue Halle an Land gezogen werden können.

Zwar gehe es keineswegs darum, dem  Bergischen HC bei dessen Weiterentwicklung Steine in den Weg zu legen, versicherten die beiden Grünen-Politiker. Doch müsse exakt geprüft werden, ob auch eine sanierte Klingenhalle beziehungsweise ein einfacher Hallen-Neubau als Alternative infrage komme. Dies sei schon aus Gründen der Stadtentwicklung und der finanziellen Belastungen notwendig, die eine Arena für den städtischen Haushalt mit sich bringe.