Arbeitsteilung zwischen Solingen und dem Rheinisch-Bergischen-Kreis

Verbindung zwischen Solingen und Leichlingen : Marode Wupperbrücke vor dem Abriss

Die Ausschreibung für den Abriss der Wupperbrücke zwischen Haasenmühle und Nesselrath geht diese Woche heraus. Bis zum Frühjahr 2021 soll die neue Brücke stehen, die Behelfsbrücke wird dann wieder abgebaut.

Seit gut eineinhalb Jahren ist die marode Wupperbrücke in Nesselrath zwischen Solingen und Leichlingen für den Verkehr gesperrt. Von heute auf morgen war die Sperrung im Sommer 2017 erforderlich geworden, nachdem die Risse unterhalb der Brücke an den Stützen deutlich größer geworden waren. Im Zuge regelmäßiger Überprüfungen waren die Schäden an der Wupperbrücke nahe der Haasenmühle aufgefallen. Jetzt steht die Betonbrücke vor dem Abriss und soll an gleicher Stelle durch eine neue ersetzt werden. „Die Planung ist abgeschlossen, die Ausschreibung kommt diese Woche auf den Markt“, heißt es laut Solinger Stadtverwaltung.

Läuft alles nach Plan, kann die neue Brücke im Frühjahr 2021 befahren werden – dann auch wieder für Fahrzeuge über 30 Tonnen. Zunächst erfordert es aber das Ausschreibungsverfahren, vier Wochen die Pläne offen zu legen. In weiteren vier Wochen wird dann entschieden, welches Unternehmen den Zuschlag nicht nur für den Abriss der Brücke bekommt, sondern gleichzeitig auch für den Neubau. „Es wird eine Spannbetonbrücke geben – mit Mittelstützen“, sagt ein Brückenbauexperte, der zuversichtlich davon ausgeht, dass der Abbruch der alten Brücke im ersten Halbjahr vollzogen wird.

Dafür wird die Brücke eingerüstet, um sehr kontrolliert die in die Jahre gekommene Konstruktion zurück zu bauen. Der Verkehr zwischen Solingen und Leichlingen wird wegen der Abbriss- und Neubauarbeiten nur unwesentlich in Mitleidenschaft gezogen. Zumal sich Solingen und der Rheinisch-Bergische-Kreis für eine Behelfsbrücke in unmittelbarer Nähe stark gemacht hatten. Über die Behelfsbrücke zwischen Haasenmühle und Nesselrath fließt der Verkehr jetzt wieder ungehindert zweispurig. Die rund 40 Meter lange und gut zehn Meter breite Behelfsbrücke war kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres für Fahrzeuge bis zu 30 Tonnen freigegeben worden war.

Mit der Eröffnung der Behelfsbrücke war ein Nadelöhr verschwunden. Denn über die marode Wupperbrücke wenige Meter weiter konnten zuletzt lediglich Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen fahren. Lastwagen und Busse mussten eine Umleitung fahren. Für viele Leichlinger Gewerbetreibende war die Behelfsbrücke enorm wichtig, mussten sie doch zuvor weite Umwege in Kauf nehmen.

Dieser Brückenschlag gelang in enger Zusammenarbeit zwischen Solingen beziehungsweise den Technischen Betrieben Solingen (TBS) und dem Rheinisch-Bergischen-Kreis. Während sich die TBS-Brückenexperten um die Bauplanung und die technische Ausführung kümmerten, akquirierte der Rheinisch-Bergische-Kreis Fördergelder. Beteiligt waren zudem zwei Bezirksregierungen.

Grund genug für Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter sowie den Planungs- und Umweltdezernenten des Rheinisch Bergischen Kreises, Gerhard Wölwer, die gute Zusammenarbeit bei der Eröffnung der Behelfsbrücke im Dezember vergangenen Jahres hervorzuheben: „Das klappte wunderbar, und wir sind im Zeit- und Kostenrahmen geblieben.“

Diese Arbeitsteilung zwischen Solingen und dem Rheinisch-Bergischen-Kreis ist auch beim Abbriss und dem Neubau der Wupperbrücke angesagt. Ist der Abbruch im Mai beziehungsweise Juni dieses Jahres vollzogen, „starten unmittelbar danach die Arbeiten für die neue Brücke“, heißt es.

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