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Arbeitsmarkt in Solingen: Unternehmen "zukunftsfähig aufstellen"

Arbeitsmarkt in Solingen : Unternehmen „zukunftsfähig aufstellen“

Die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal will die Weiterbildung in den Unternehmen fördern. Ausreichend Mittel stehen dafür zur Verfügung. Im Dezember 2020 ist die Arbeitslosigkeit gegenüber November gesunken.

Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsmarkt weiter fest im Griff. Im letzten Monat des Jahres 2020 verzeichnete die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal zwar keinen Anstieg der Erwerbslosigkeit gegenüber November. Allerdings ist der Vergleich zum Dezember 2019 gravierend: Im Städtedreieck Solingen, Remscheid und Wuppertal lag die Arbeitslosigkeit zum Jahreswechsel 2021 um 18 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Der Schwerpunkt liegt dabei insbesondere bei der Agentur für Arbeit. Hier liegt die Erhöhungsquote bei mehr als 37 Prozent in der Klingenstadt, während das kommunale Jobcenter Solingen „nur“ einen Anstieg von neun Prozent binnen Jahresfrist verzeichnete.

Mithin betreute das Jobcenter im Dezember 2020 insgesamt 4162 Personen. Das waren 133 weniger als im November, dafür aber 343 mehr als im Dezember 2019. Auf den Rechtskreis SGB III der Agentur für Arbeit entfielen im Dezember vergangenen Jahres 2907 Frauen und Männer – 13 weniger als im November, aber 791 mehr als im Dezember 2019. Arbeitsagentur und Jobcenter kommen im Dezember 2020 zusammen auf 7069 Jobsuchende. Die Erwerbslosenquote für Solingen liegt damit bei 8,1 Prozent. Im Dezember 2019 lag die Arbeitslosenquote bei lediglich 6,8 Prozent. „Erwartungsgemäß ist der Arbeitsmarkt auch im Dezember geprägt vom Lockdown und den Einschränkungen durch die Pandemie“, sagt der Chef der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal, Martin Klebe.

Gestützt wird der Arbeitsmarkt nicht nur in Solingen, sondern auch in den Nachbarstädten Remscheid und Wuppertal durch den massiven Einsatz von Kurzarbeit. Von daher rät Martin Klebe, derzeit vorhandene auftragsschwache Zeiten zur Qualifizierung der Mitarbeiter zu nutzen. Das sei sicher eine Überlegung wert. „Unsere Experten erklären, welche Qualifizierung die Betriebe weiterbringt und wie diese unkompliziert – oft auch mit der Entwicklung von individuellen Lösungen – den Mitarbeitern zugänglich gemacht werden können. Und sie unterstützen bei der Umsetzung“, betont Klebe. Er appelliert mit Blick auf das Qualifizierungschancengesetz an die Unternehmen, „sich zukunftsfähig aufzustellen“.

Gefördert werden von der Agentur für Arbeit beispielsweise Weiterbildungen bei Bildungsträgern, die mehr als 120 Stunden umfassen. Aber auch Berufsabschlüsse können gefördert werden. Insbesondere für Beschäftigte, wenn sie seit mindestens vier Jahren eine an- oder ungelernte Tätigkeit verrichten. Die Höhe der Weiterbildungsförderung hängt von der jeweiligen Unternehmensgröße ab. Die genauen Details zur Qualifizierung können Unternehmen bei den Ansprechpartnern vor Ort erfragen. Im Agenturgebäude an der Kamper Straße in Ohligs ist die Ansprechpartnerin Marina Dobbert unter der Telefonnummer 23 55 104 zu erreichen. Oder einfach per Mail: Weiterbildung.BergischesLand@
arbeitsagentur.de.

Klotzen und nicht kleckern ist bei der Weiterbildung Programm. Denn es „besteht ein Rechtsanspruch“, sagt Martin Klebe. Von daher stünden theoretisch unbegrenzte Mittel zur Verfügung.

Der Chef der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal rechnet in den den nächsten zwei Monaten noch mit steigenden Arbeitslosenzahlen. gleichzeitig hofft er aber auf eine Frühjahrsbelebung und bessere Arbeitsmarktdaten in den Monaten April, Mai und Juni. Eine Voraussetzung dafür sei allerdings, dass sich das Corona-Geschehen und die damit verbundenen Einschränkungen reduzieren. Das könnte durch die Corona-Impfungen gelingen.