Solingen: Anwohner schenken der Stadt das Geld für die Theatertreppe

Solingen : Anwohner schenken der Stadt das Geld für die Theatertreppe

Geschäftsleute, Immobilienbesitzer und Bürger aus der Nordstadt haben jetzt 7000 Euro gesammelt.

Die Nordstadt wird orange. Bis Montag sollen die knalligen Plakate hängen, auf denen die "Freunde der Nordstadt" den Umbau fordern. Die Voraussetzungen, dass es endlich losgehen kann, sind seit gestern deutlich besser geworden. Denn Immobilienbesitzer, Geschäftsleute und Anwohner haben 7000 Euro gesammelt, die sie der Stadt für den Bau der seit Wochen heftig diskutierten Theatertreppe übergeben. An diesem Eigenanteil hatten sich die Gemüter erhitzt, wie an kaum einem anderen Thema.

"Seit fast 20 Jahren setzen wir uns für eine Verbesserung der Lebensbedingungen in der Nordstadt ein", sagt Ralf Kohns von Expert Schultes, einer der Spender für die Treppe. Bei der derzeitigen Diskussion geht verloren, dass hier Menschen wohnen und arbeiten, die haben verdient, dass es hier weitergeht", so Kohns. Achim Kirschner, der die alte Schule an der Burgstraße restauriert hat, und der ebenfalls zu den Spendern gehört, erinnert daran, dass die Bauabschnitte I und II lange einstimmig beschlossen sind und nur dann Sinn machen, wenn auch der dritte Abschnitt, die Theaterumgestaltung, folgt.

Auch der Besitzer der Christians-Villen gegenüber dem Theater, Thomas Herriger, hat Geld gegeben. Ihn erschreckt an der Diskussion um die Treppe auch, dass immer wieder unterschwellig zum Ausdruck komme, man solle doch nicht so viel Geld in einem Stadtteil stecken, in dem so viele Türken leben. Der Stadt macht Herriger hingegen ein großes Kompliment, was ihre Informationspolitik angeht. Auch Markus Temming und Dirk Mähler, die mit ihrem Fitness-Center der Nordstadt schon lange die Treue halten, wollen, dass sich etwas bewegt. "Nur wenn die Konrad-Adenauer-Straße neu gestaltet wird, siedeln sich neue Geschäfte an", ist Dirk Mähler sicher. "Wir wollen ein Signal geben, dass man mit Gemeinsamkeit Solingen voranbringen kann", sagt Hans-Walter Schönlebe.

Vom Bürgersinn der Nordstadtbewohner ist Oberbürgermeister Norbert Feith beeindruckt. "Es ist positiv und bemerkenswert und eine Geste und ein Symbol dafür, wie wichtig den Anwohnern und Immobilienbesitzern ist, dass es in der Nordstadt weitergeht." Bis zu zehn Prozent einer Baumaßnahme kann die Stadt aus Drittmitteln, also auch aus Bürgerspenden, finanzieren.

(RP)
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