Anwohner-Bedenken gegen Bauvorhaben

Solingen : Anwohner-Bedenken gegen Bauvorhaben

Eine Initiative hat 175 Unterschriften gegen eine Neubau-Siedlung im Rathaus eingereicht.

Anwohner wehren sich massiv gegen die Pläne der Stadt, auf dem Gelände einer jahrelang verwaisten Gärtnerei-Brache am westlichen Rand der Innenstadt ein großes, neues Wohngebiet zu schaffen. Vorgesehen ist es südlich der Mangenberger Straße in Richtung Nacker Bachtal zwischen der Reiderstraße und der Gärtnerstraße.

Dort sollen 55 Einfamilienhäuser, eine Mischung aus Doppel- und Reihenhäusern sowie eine Mehrfamilienhaus-Anlage mit 16 Wohnungen gebaut werden. Dies weist der vor drei Wochen veröffentlichte Bebauungsplanvorentwurf aus. Und gegen ihn wenden sich die Anwohner: Gestern äußerten sie schriftlich ihre großen Bedenken gegen die Pläne der Stadt und übergaben im Rathaus eine ganze Liste von Kritikpunkten. Immerhin 175 Anwohner des Planungsgebietes haben ihre Unterschriften darunter gesetzt.

Der größte Teil der Fläche ist in Privatbesitz, eine Bauträgerfirma will das Gelände bebauen. Dafür muss aber der Bebauungsplan geändert werden. Bereits in der gut besuchten Versammlung zur frühzeitigen Bürgerbeteiligung schlugen die Wellen der Empörung hoch. Viele Kritikpunkte wurden laut. "Diese haben wir jetzt zusammengefasst der Verwaltung zur Kenntnis gegeben", sagte Dr. Ranja Sobek gestern im Rathaus. Sie ist neben Rita Kotthaus eine der Sprecherinnen der Anwohnerinitiative.

Man wende sich nicht kategorisch gegen eine vernünftige Bebauung, wolle sich aber "mit allen Mitteln" gegen die derzeit viel zu hohe Zahl an geplanten neuen Häusern sowie die "völlig unzureichende verkehrliche Anbindung" wehren.

So sehe der Vorentwurf keine nennenswerte Natur- oder Grünfläche mehr vor. "Ein neuer, kleiner Spielplatz und wenige Bäume und Büsche können das tierreiche Naturland, das durch den Bebauungsplan zerstört wird, nicht ersetzen", sagte Dr. Sobek. Heute lebten dort Rehe und Füchse, unzählige Vogelarten wie die geschützte Grauammer und der Grünspecht, der Buntspecht sowie Fledermäuse und Haselmäuse, führen die Anwohner an.

"Die Euphorie darüber, dass neuer Wohnraum entstehen soll, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier eine überaus monotone Neubausiedlung gebaut werden soll", kritisiert Rita Kotthaus. Dadurch werde das Straßenbild der betroffenen Reiderstraße, Maschinenstraße und Gärtnerstraße stark abgewertet, wo es alte Hofschaftskerne mit Fachwerkhäusern und neue, individuell gebaute Einfamilienhäuser gebe.

Die Anwohner befürchten durch eine drastische Zunahme des Verkehrs eine untragbare Zunahme des Lärms - nicht nur während der Bauphase.

(RP)
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