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Anklage wegen Brandstiftung: Solinger soll an Haus des Sohnes gezündelt haben

Anklage wegen Brandstiftung : Mann soll an Haus des Sohnes gezündelt haben

Ein 63-jähriger Solinger hatte sich vor dem Wuppertaler Amtsgericht wegen Brandstiftung und des Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz zu verantworten.

Zur ersten von zwei angeklagten Brandstiftungen am Haus seines Sohnes war es am 3. August 2019 gekommen. Da hatte der Angeklagte ein Garagenfenster angezündet. Zwei Wochen später hatte er das Feuerzeug nachts an die Fußmatte der Haustüre gehalten. Die hatte gebrannt, bis der Sohn, der mit Frau und Tochter im Haus wohnt, den Brand bemerkte. In beiden Fällen soll der Angeklagte Brandbeschleuniger benutzt haben. Er hatte gestanden – aber bestritten, in Tötungsabsicht gehandelt zu haben.

Dabei hätte sich der Angeklagte zum Tatzeitpunkt dem Haus des Sohnes wegen früherer Vorfälle schon gar nicht auf mehr nähern dürfen. Nach den Gründen gefragt, sprach der 63-Jährige von seelischen Schmerzen, die er gehabt habe, nachdem er mit seiner Frau aus der Wohnung im Haus des Sohnes habe ausziehen müssen. Das sei vor mehr als zwei Jahren gewesen – damals habe es Streit mit der Schwiegertochter gegeben. Durch den Auszug habe er sich verletzt gefühlt und alles in sich „hineingefressen“. Er habe mit niemandem gesprochen, der Schmerz habe ihn irgendwann zündeln lassen.

Auch nach dem Auszug soll sich der Angeklagte weiter um die Enkelin gekümmert haben. Später sei der Kontakt durch den Sohn und dessen Frau unterbunden worden. Der Sohn wiederum spricht von zerrütteten Familienverhältnissen. Als Kind sei er geschlagen worden. In der Nacht der letzten Brandstiftung habe ihn seine Frau geweckt. Den Brand habe er löschen können. Die Familie habe lange unter den Folgen gelitten – die achtjährige Tochter sei in psychologischer Behandlung. Als der Angeklagte später nach Hause kam, soll dort schon die Polizei gewartet haben.

Dass er zur Tatzeit am Tatort war, hatte eine Kamera aufgezeichnet. Darauf hatte der Sohn das Auto seines Vaters erkannt. Vor dessen Inhaftierung im Oktober waren zwei Vorführungen beim Haftrichter ebenso gescheitert wie eine Zwangseinweisung in die Psychiatrie. Der Prozess wird am 21. April fortgesetzt.