Solingen: An Walder Kirche bröckelt es wieder

Solingen : An Walder Kirche bröckelt es wieder

17 Jahre nach der Renovierung steht eine erneute Sanierung an. Am Freitag überreichte die "Denkmalstiftung Walder Kirche" den letzten offiziellen Scheck in Höhe von 23.000 Euro an die Gemeinde für die Kirchensanierung aus dem Jahr 2000 - da bröckelt es an dem fast 1000 Jahre alten Turm des evangelischen Gotteshauses schon wieder.

"Wir haben schon vor einiger Zeit Feuchtigkeitsschäden über dem Hauptportal entdeckt", erklärt Uwe Rüll-Mahlendorf, Vorsitzender des Kirchenbauausschusses. Deshalb hatte das Presbyterium schon im vergangenen Jahr 20.000 Euro für eine mögliche Sanierung zurückgestellt. An dem umlaufenden Fries über den Eingang ist auf einer Breite von insgesamt elf Metern Wasser in Putz und Fassade eingedrungen. Fehler bei der letzten Außen-Sanierung, die von 1999 bis 2000 durchgeführt wurde und damals insgesamt 1,2 Millionen D-Mark gekostet hat, sehen die Verantwortlichen allerdings nicht.

Vielmehr seien für den Schaden verschiedene Faktoren verantwortlich. So war das komplette Gebäude 1999 mit einem Hochdruckstrahler gereinigt worden. "Dabei ist natürlich viel Wasser in das Mauerwerk, das am Turm zwei Meter dick ist, eingezogen", erklärt Rüll-Mahlendorf. Zudem habe die Zinkblechabdeckung über dem Fries Gefälle zum Turm gehabt. So sei Wasser eingedrungen und wegen des Kapillareffektes in den Putz gezogen.

Der Frost habe sein übriges getan, dass der Putz an mehreren Stellen bröckelt, am Sockel ebenso wie über dem Eingang und an den sogenannten Bossen, die die Ecken des Turmes zieren. "Diese Verzierungen sind nicht gemauert, sondern mit Eisenträgern eingehängt, und auch hier hat sich Wasser seinen Weg gesucht", erläutert Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver, Vorsitzender der "Denkmalstiftung Walder Kirche". Die wird auch weiterhin aktiv Spenden sammeln, um die neuerliche Sanierung zu finanzieren.

Kritik, dass vor 17 Jahren Kalkputz anstelle von modernen Materialien verwendet wurde, um den Auflagen der Denkmalbehörde zu genügen, weisen die Verantwortlichen zurück. "Natürlich haben moderne Materialien auch Vorzüge", räumt Müller-Stöver ein. Andererseits sei es nicht sinnvoll, einen Material-Mix zu machen. Den Fehler, eine versiegelnde Putzschicht aufzutragen, habe man bei der Generalsanierung Mitte der 60er Jahre begangen. Auch an anderer Stelle hat man aus den Schäden der Vergangenheit gelernt. Das neue Zinkblech, das über dem Sockel eingearbeitet wird, soll jetzt bis zum Mauerwerk in den Putz eingelassen werden und mit korrektem Gefälle verhindern, dass Wasser einzieht.

Bis Ostern sollen die Sanierungen abgeschlossen sein. Der neue Putz wird weiß eingefärbt, damit die ausgebesserten Stellen nicht auffallen. Denn um die Feuchtigkeit komplett ausdünsten zu lassen, darf erst in drei Jahren angestrichen werden. "Und dann müssen wir vielleicht schon bald wieder über den Neuanstrich der kompletten Kirche nachdenken", skizziert Pfarrer Bernd Reinzhagen zukünftige Aufgaben, die die Arbeit der Denkmalstiftung nicht überflüssig werden lassen.

Deren Vorsitzender Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver sieht die aktuellen Kosten wieder als neue Aufgabe. "Ich bin stolz, dass der Verein so lange erfolgreich aktiv war, und wir werden auch diese Summe gemeinsam stemmen." Solch ein historisches Gebäude sei halt immer eine besondere Herausforderung.

(RP)