An Solinger Tankstellen wird das Benzin knapp

Wegen des Niedrigwassers im Rhein : An Solinger Tankstellen wird das Benzin knapp

Am Wochenende und am Wochenanfang war an mancher Tankstelle in Solingen kein Diesel- oder Superkraftstoff mehr zu bekommen. Abhängig ist das offensichtlich vom Anbieter.

So schauten die Kunden bei Lutz Esser an der Aral-Tankstelle an der Schlagbaumer Straße auf einige nicht mehr tropfende Zapfpistolen. Auch die Esso-Tankstellen an der Kronprinzenstraße und an der Löhdorfer Straße waren betroffen.

Den Grund macht Lutz Esser deutlich: „Es liegt am niedrigen Rheinwasser.“ Über den Fluss fahren die Tankschiffe von den Raffinerien zu den Tanklagern in der Region. Doch die Schiffe könnten momentan nur deutlich weniger als die übliche Menge transportieren, sonst würden sie auf Grund laufen, ergänzt Aral-Pressesprecher Detlef Brandenburg. Folge: Bei Esser hat es deshalb einen halben Tag keinen Diesel gegeben. Für 36 Stunden gab es kein Super. Beide Kraftstoffe seien die am häufigsten gefragten Sorten.

Wann er neuen Sprit bekomme, könne er nicht selbst steuern, berichtet Esser. Die Aral-Zentrale wisse, wann seine Tanks mit einem Fassungsvermögen von 140.000 Litern leer seien, da sie den Füllstand übermittelt bekäme. „Dann stellt Aral eine Tour zusammen und beliefert uns“, erläutert der Tankstellenbetreiber. Es sei übrigens auch angekündigt gewesen, dass es zu Engpässen kommen könne. Gestern habe er allerdings bereits wieder alle Kraftstoffsorten anbieten können.

  • Wermelskirchen : Aral plant einen Mini-Supermarkt

Aral-Pressesprecher Brandenburg erklärt das Problem im Detail: Natürlich seien alle Marken von dem Niedrigwasser betroffen. Das Rohöl käme aus den Seehäfen per Pipeline in die Raffinerie, von dort aus würden Diesel, Super und Co. kostengünstig per Schiff an Tanklager geliefert. Dafür setze man jetzt alternativ Kessel-Wagen per Eisenbahn ein. Und zum Teil auch die Tankwagen selbst, die eigentlich nur „für die letzte Meile“ zwischen Tanklager und Tankstelle gedacht seien. Es handle sich um Gefahrguttransporte, die man aber nicht einfach deutlich erhöhen könne. Insgesamt schlage sich das dann auch auf den Verkaufspreis nieder. Wann es wieder zu problemloser Versorgung kommt, könne er natürlich nicht sagen: „Es muss in naher Zukunft mehr regnen.“

Die Shell-Tankstelle an der Schützenstraße bot gestern das komplette Programm. Ob das so bleibt, könne man nicht genau sagen, hieß es von der Betreiberin. Shell habe ebenfalls angekündigt, dass der Sprit knapp werden könne. In der SVG-Tankstelle an der Schützenstraße saß man bisher noch nicht auf dem Trockenen. Dort gab man sich gestern auf Nachfrage zuversichtlich, dass das so bleibe. Hingegen war von der Esso-Tankstelle an der Kronprinzenstraße keine Auskunft zu erhalten, wann es wieder das volle Sprit-Sortiment geben werde.“

Mehr von RP ONLINE