An Solinger Gymnasien wird es bei G9 eng

Schulpolitik: An Solinger Gymnasien wird es bei G9 eng

(sith) Nach den Sommerferien beginnt an den Gymnasien die inhaltliche Vorbereitung der Umstellung auf G 9, also die Rückkehr zur neunjährigen Schulzeit bis zum Abitur. So hat es die schwarz-gelbe Landesregierung im vergangenen Herbst beschlossen.

Auch die Solinger Gymnasien gehen davon aus, dass sie ihre Schulzeit wieder verlängern werden.

Die Umstellung greift ab dem Schuljahr 2019/2020. Sie umfasst dann die Jahrgänge 5 und 6 des Gymnasiums, also auch die Kinder, die jetzt im Sommer an den Gymnasien starten. Alle älteren Jahrgänge werden nicht einbezogen, für sie läuft G 8 weiter. Ihre Schullaufbahn sei bereits so weit fortgeschritten, dass eine Umstellung, die auch inhaltliche Veränderungen mit sich bringen wird, nicht mehr umsetzbar sei, so die Begründung im Gesetz.

Die vier Solinger Gymnasien beabsichtigen, zu G 9 zurückzukehren. „Es ist eine Leitentscheidung, die Gymnasien in NRW gehen landesweit wieder zu G 9 über. Möchte eine Schule bei G 8 bleiben, muss die Schulkonferenz das mit einer Zweidrittel-Mehrheit beschließen. Die Solinger Gymnasien haben sich dahingehend abgestimmt und die Eltern genau in diese Richtung informiert“, erklärte Ulrich Nachtkamp, Sprecher der Gymnasien und Leiter des Schule Schwertstraße.

Ein zusätzlicher Jahrgang bedeutet auch zusätzlichen Raumbedarf. Jedoch wurden die vorhandenen Klassenräume aus dem ehemaligen G 9-Betrieb vielerorts inzwischen umgewandelt. „Daraus sind Räume für den Ganztag, Mensen und Küchen entstanden. In den meisten Gebäuden stehen die Räume also nicht mehr zur Verfügung“, erklärte Stadt-Sprecherin Sabine Rische.

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Die Schulverwaltung hat deshalb mit allen Schulen Gespräche geführt. In der August-Dicke-Schule reicht der Raumbestand knapp aus. An den Gymnasien Schwertstraße, Humboldt und Vogelsang gibt es voraussichtlich einen Fehlbedarf von insgesamt 16 Räumen.

Für den Ausbau gibt es allerdings noch etwas Zeit. Erst wenn der erste G 9-Jahrgang in das zusätzliche Jahr, also die Jahrgangsstufe 13 wechselt, wird es eng in den Schulen. Zur Verfügung stehen müssen die Räume also zum Schuljahr 2026/27. „Die Planungen dafür müssen aber trotzdem rechtzeitig in Gang gesetzt werden“, so Rische.

Deshalb wird die Schulverwaltung im Herbst den Schulentwicklungsplan erneut vorlegen – und damit auch eine Berechnung der anfallenden Kosten. Schon jetzt ist absehbar, dass die Erweiterungen ohne Unterstützung des Landes nicht zu stemmen sind. „Auf der Grundlage des Konnexitätsprinzips erwartet die Stadt deshalb eine Übernahme der Kosten und Lösungen für die zu erwartenden Folgekosten“, so Rische.