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Solingen: Amok-Übung zeigt Sicherheitsmanko

Solingen : Amok-Übung zeigt Sicherheitsmanko

Die Großübung von Feuerwehr, Polizei und zahlreichen Hilfsorganisation am Schulzentrum Vogelsang hat einen Widerspruch im Sicherheitssystem aufgedeckt.

Um den Amoklauf auf einem Schulgelände realitätsnah zu simulieren, hatte die Polizei am Samstagvormittag fünf Schüsse mit professionellen Platzpatronen abgefeuert.

Der Pulverdampf löste die Brandmeldeanlage im Unterrichtsgebäude aus. Folgerichtig sprang anschließend die automatische Lautsprecherdurchsage an, die die Schüler in den Klassen auffordert, das Gebäude zu verlassen. Bei einem tatsächlichen Amoklauf in einer Schule soll aber genau das möglichst nicht passieren. Vielmehr sollen die Kinder alle in ihren Klassenräumen bleiben.

Dass die Brandmeldeanlage derart sensibel reagiert und vom Pulverdampf der Platzpatronen bereits ausgelöst wird, hat nach den Worten von Feuerwehr-Chef Frank-Michael Fischer die Einsatzkräfte der Großübung selbst überrascht. Eine Sicherheitslücke sei dadurch allerdings nicht aufgedeckt worden, betont er. Vielmehr müsse die Brandmeldeanlage bei einer Rauchentwicklung anschlagen.

Fischer spricht auf Anfrage unserer Zeitung allerdings von einem "Widerspruch" im Sicherheitssystem von Schulgebäuden. Bei der Großübung habe sich diese Problematik nun gezeigt. "Das müssen wir im Auge behalten und angemessen darauf reagieren", betont der Feuerwehrchef mit Blick auf die Auswertung der Amok-Übung vom vergangenen Wochenende.

Nach einer ersten Einschätzung von Frank-Michael Fischer lässt sich der Widerspruch in letzter Konsequenz allerdings wohl nicht beseitigen. "Wir wollen doch, dass die Schüler im Brandfall das Gebäude verlassen."

Rund 600 Personen und 200 Fahrzeuge waren bei der Großübung am Schulzentrum Vogelsang im Einsatz. Neben Solinger Rettungsteams nahmen auch die Feuerwehren aus Remscheid und Wuppertal teil.

(RP/rl)