Solingen: Alte Rasspe-Gebäude stehen vor Abriss

Solingen : Alte Rasspe-Gebäude stehen vor Abriss

Außer dem denkmalgeschützten Hauptgebäude und eines weiteren Hauses werden auf dem alten Rasspe-Areal in der Kohlfurth alle Firmenbauten abgerissen. Interessenten für das insgesamt 6,6 Hektar große Areal sind vorhanden.

"Mein Held" ist abgedreht. Zumindest die Filmszenen, die auf dem alten Rasspe-Gelände gedreht wurden. Einmal mehr diente die große Gewerbebrache in der Kohlfurth als Filmkulisse. Doch das soll sich schon bald ändern. "Bis auf den denkmalgeschützten Gebäude-Riegel und ein weiteres Haus, auf dem Rasspe steht, wird alles - so auch die alte Gießerei - abgerissen", kündigt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Frank Balkenhol, im Gespräch mit unserer Redaktion an.

Bis zum Spätsommer dieses Jahres erwartet der 51-Jährige die Ausschreibungen für den Abriss, Erdbewegungen und unter anderem die Entsorgung des Bauschutts. "Was abgebrochen wird, soll möglichst auf dem Gelände wieder genutzt werden", betont Balkenhol. Eventuell im Winter 2018/2019 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Läuft alles rund, könnte parallel dazu Anfang 2019 auch mit der Entwicklung von Gebäudeteilen gestartet werden. Zumal die denkmalgeschützte Hausfront entlang der Straße Stöcken 17 stehenbleibt und instandgesetzt werden kann. "Wir reden mit Interessenten insbesondere für den denkmalgeschützten Bereich", sagt Frank Balkenhol. Der Wirtschaftsförderer geht davon aus, das Ende 2019/Anfang 2020 konkret die Besiedelung des Geländes in Angriff genommen wird.

Die Revitalisierung der rund 6,6 Hektar großen und des seit 2009 überwiegend brach liegenden Areals kostet die Stadt beziehungsweise die Wirtschaftsförderung und dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) voraussichtlich mehr als fünf Millionen Euro. Wovon der AAV 80 Prozent der Kosten übernimmt. "Wir revitalisieren hier gemeinsam mit dem AAV mit viel Engagement und hohem finanziellem Einsatz einen Standort, der vor allem mit seinem zukünftigen Profil gezielt Firmen aus Solingen und von auswärts ansprechen wird", so Balkenhol.

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Insbesondere sollen auf dem alten Rasspe-Gelände - hier wurden gut 150 Jahre Messer und Maschinenteile für die Landwirtschaft hergestellt - Firmen angesiedelt werden, die sich auch unter wirtschaftlichen Aspekten mit dem Thema der Digitalisierung auseinandersetzen wollen. "Mobilität und additive Fertigung sind weitere Themen, die wir hier umsetzen wollen", sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. Aber auch die Bereiche Entwicklung und Forschung passen laut Balkenhol gut ins Konzept, Oberbürgermeister Tim Kurzbach spricht gar von einem "bergischen Silicon Valley".

Hier sollen in Zukunft bis zu 500 Arbeitsplätze entstehen und Unternehmen angesiedelt werden, die letztlich auch Gewerbesteuer an die Stadt zahlen und so mit dafür sorgen, dass sich die Investitionen für die Sanierung und Entwicklung der Gewerbebache rechnen. Dazu gehört auch die Bodenbelastung. Sie sei zwar nicht so schlimm wie erwartet. Im Bereich der alten Gießerei - aber nicht nur hier - müsste der Boden fachgerecht entsorgt werden.

Kurz vor Weihnachten 2017 hat die Wirtschaftsförderung in Kooperation mit der Stadt Solingen auch drei Büros beauftragt, Vorschläge zur inhaltlichen Konzeptionierung und städtebaulichen Neuausrichtung für die Gewerbebrache zu erarbeiten. "Wir haben uns für den städtebaulichen Entwurf des Büros De Zwarte Hond GmbH entschieden", sagt Carsten Zimmermann, Abteilungsleiter Strategische Planung im Rathaus.

Das ausgewählte Büro wird nun in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Guido Spars von der Bergischen Universität auch einen Organisationsvorschlag zur weiteren Projektentwicklung, Realisierung und Vermarktung des Standortes Stöcken 17 vorlegen. Zimmermann: "Wir erwarten den Abschlussbericht noch vor den Sommerferien."

(RP)