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Solingen: Alles über die Geburt

Solingen : Alles über die Geburt

Der Tag der offenen Tür in der Geburtshilfe zog am Samstag viele werdende Eltern in die St. Lukas Klinik. Das von den Hebammen des Krankenhauses organisierte Angebot reichte von Kreißsaalführungen bis zum Flohmarkt.

Wie auf einem Basar ging es am Samstag in der Eingangshalle der St. Lukas Klinik in Ohligs zu. An Tischen mit bergeweise Babykleidern und Infomaterial tummelten sich Frauen mit runden Bäuchen mit ihren Lebenspartnern und Kindern. "Der Andrang ist den ganzen Tag über sehr groß", freute sich Hebamme Ines Püttmann.

Der Kreißsaal ist in helle Farbtöne getaucht, das Licht leicht gedämpft, um eine heimelige Atmosphäre zu schaffen. "Das ist eine vertraute Sache. Meine Geschwister sind auch schon hier geboren", erzählte Samira Pagliallonga. Sie ist im vierten Monat schwanger. Hebammen zeigten den Besuchern die verschiedenen Räume der Geburtshilfe und erklärten den Ablauf der Geburt. So sollten sich die werdenden Eltern schon einmal auf die Ausnahmesituation vorbereiten. "Die Leute fühlen sich auf diese Weise ernst genommen", sagte Professor Klaus Meinen, Chefarzt in der Geburtshilfe.

Frühe Vertrauensbildung

In der Elternschule auf der anderen Straßenseite hielt das Team der Geburtshilfe Vorträge zum Thema "Bonding." Der Begriff steht für den direkten Hautkontakt des Babys mit den Eltern nach der Geburt, um frühzeitig eine emotionale Bindung zu schaffen. Auch ein Kaiserschnitt, der heute in 35 Prozent aller Geburten durchgeführt wird, ist kein Hindernis für die besondere Form der Vertrauensbildung. Doch nicht nur die Geburt an sich war ein Thema am Tag der offenen Tür: Was ist zu tun, wenn Mutter und Kind das Krankenhaus verlassen können? Polizist Ulrich Schmidt beriet die Gäste zum Thema sicherer Kindersitz.

Vom allgemeinen Geburtenrückgang in Deutschland ist in der Klinik am Rande der Ohligser Heide nichts zu spüren. "Wir hatten im Jahr 2011 450 Geburten, das waren 30 mehr als im Vorjahr", berichtete Professor Meinen. In diesem Jahr seien ähnliche Zahlen zu erwarten.

Am Flohmarkt beteiligten sich unter anderem die Caritas-Gruppe Esperanza und die Hebammenpraxis Luna. Die Firma Vivocell informierte über die Möglichkeit einer Spende von Nabelschnurblut zur Gewinnung zu Stammzellen.

Natürlich ruhte auch am Tag der offenen Tür das eigentliche Kerngeschäft der Geburtshilfe nicht. Noch am Morgen des Aktionstages begrüßte die St. Lukas Klinik zwei neue Erdenbürger. "Die waren praktisch fertig, kurz bevor der Tag der offenen Tür losging, erzählte Ines Püttmann schmunzelnd.

Neun Hebammen

Für den Ernstfall war das Team auch am Nachmittag gewappnet. Ein Kreißsaal wurde freigehalten. Alle neun Hebammen des Hauses waren im Einsatz.

(RP)