Solingen: Alexander-Coppel-Schule feiert Geburtstag

Solingen: Alexander-Coppel-Schule feiert Geburtstag

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer: "Das Land braucht engagierte Schulen wie diese".

In acht verschiedenen Sprachen begrüßten Schüler der Alexander-Coppel-Schule die rund 300 Besucher, die am Freitagnachmittag die Mensa bevölkerten, und lockerten damit die feierliche Atmosphäre enorm auf. Zum 35. Geburtstag hatte die erste Solinger Gesamtschule eingeladen, die am 30. August 1992 eingeweiht wurde.

"Nach einer langen politischen Diskussion", wie die Schulministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Yvonne Gebauer, bei ihrem Grußwort betonte. Von Beginn an habe hier das soziale Miteinander sowie eine fundierte Vorbereitung auf das berufliche Leben im Vordergrund gestanden. So habe die Schule "Aufstieg durch Bildung möglich gemacht".

Über die Jahre ist die Gesamtschule an der Wupperstraße kontinuierlich gewachsen. Inzwischen ist sie für 1350 Schüler und 120 Lehrer nicht nur "Lernort, sondern auch Lebensort", wie die Schulministerin sagte. Nicht nur auf Auszeichnungen, wie den Hauptpreis "Zukunft durch Innovation" im Jahr 2007, sondern auch auf den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" darf die Gesamtschule stolz sein. "NRW braucht engagierte Schulen wie diese", erklärte Yvonne Gebauer.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach war vor allem angetreten, "um eine besondere Persönlichkeit zu würdigen" - Michael Sandmöller, der sich 25 Jahre nicht nur für den Schüleraustausch mit der Partnerschule in Ness Ziona engagiert hat, sondern auch die AG Jüdischer Friedhof "mit tiefer Leidenschaft" leitete. "Dies steht für Werte, die kein Unterrichtsfach sind", erklärte Kurzbach. "Wir müssen uns täglich für eine bunte, vielfältige und tolerante Gesellschaft einsetzen." Mahnende Worte fand er angesichts des hohen Wahlergebnisses der AfD. "Wir alle sind aktive Teile einer Demokratie. Wir alle sind gefordert, uns für Vielfalt und Toleranz einzusetzen."

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Auch die Alexander-Coppel-Gesamtschule ehrte Michael Sandmöller und seine israelische Kollegin Haya Cohen für ihr langjähriges Engagement. Danach wurde die Verlängerung der Kooperationsvereinbarung "Gedenkstätte und Schule" mit der Begegnungsstätte "Alte Synagoge Wuppertal" von Schulleiter Andreas Tempel und Dr. Ulrike Schrader unterzeichnet.

Der stellvertretende Schülersprecher Daniel Schirm hob hervor, dass eine Gesamtschule "für Chancengleichheit sorgt". Und der Schulpflegschaftsvorsitzende René Macherey nahm die Besucher mit auf eine Zeitreise zurück, als die Gesamtschule noch eine Hauptschule war.

Die überaus unkonventionelle Handhabung des Programms durch die Moderatoren Andreas Tempel und Schülerin Lara Butz sorgte dafür, dass die Feierstunde nicht allzu steif verlief, genauso die musikalischen Einlagen der verschiedenen Schüler-Gruppen.

(RP)
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