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Solingen: Alarmpläne werden überprüft

Solingen : Alarmpläne werden überprüft

Nachdem eine Amok-Übung am Schulzentrum Vogelsang Sicherheitsmängel offenbar hatte, beschäftigt man sich auch im Innenministerium mit dem Thema Alarmpläne in Schulen.

Auch im Düsseldorfer Innenministerium machen sich die Fachleute Gedanken, wie man künftig die Alarmübungen in Schulen optimieren kann. Hintergrund ist die Amok-Übung im Schulzentrum Vogelsang, wo sich Sicherheitsmängel gezeigt hatten (Wir berichteten). Bei der Übung war durch Platzpatronen, die die Polizei abfeuerte, Feueralarm ausgelöst worden. Dieser wiederum blockierte die zentrale Rundrufanlage. Alarmpläne und -anlagen an allen Schulen des Landes sollen jetzt überprüft werden. Um solche Fehler künftig ausschließen zu können. "Wir werden überlegen, was möglich ist, ohne den Brandschutz zu vernachlässigen", sagt Wolfgang Beus aus der Pressestelle des Landesinnenministeriums auf Anfrage unserer Zeitung. Es sei jedoch ein Konflikt aufgetreten, der nicht mit Anweisungen von oben zu lösen sei. Dennoch werde man gemeinsam mit allen beteiligten Stellen nach Lösungen suchen.

Das wird zweifelsohne schwierig, wie auch Solingens Feuerwehrchef Frank-Michael Fischer unmittelbar nach der Übung betont hatte. Im Brandfall sollen die Schüler das Gebäude schnellstmöglich verlassen, bei einem Amoklauf hingegen sollten sie in den Klassen bleiben. Um dies den Schülern zu sagen, muss jedoch die zentrale Rundrufanlage funktionieren, die bei Feueralarm aber blockiert ist und nur durch die Feuerwehr ausgeschaltet werden kann. "Technisch wäre es möglich, dass die Schulen in einem solchen Notfall die Rufanlagen selbst wieder freischalten", sagt Dr. Ottmar Müller. Der stellvertretende Leiter der Solinger Feuerwehr sieht hier das Land in der Pflicht, nach Lösungen zu suchen, "wie dieser gordische Knoten durchschlagen werden kann". In Solingen gibt es 41 Schulen mit hausinternen Brandmeldeanlagen.

Das bedeutet nach Auskunft von Stadtsprecherin Birgit Wenning-Paulsen, dass die Schule im Brandfall selbst die Feuerwehr verständigen muss. Bei zwei Schulen besteht eine Direktleitung zur Feuerwehr, also im Notfall geht der Alarm direkt zur Feuerwehr-Leitstelle. "Dies ist im Fall des flächenmäßig sehr großen Schulzentrums Vogelsang der Fall und bei der Wilhelm-Hartschen-Schule, die als Sonderschule für geistig Behinderte eine besondere Position einnimmt", sagt die Sprecherin. Zwölf Solinger Schulen verfügen über keine zentrale Sprechanlage. Hier wird über die Pausenglocke informiert, die im Notfall in einem bestimmten Rhythmus geschlagen wird. Diesen kennen die Schüler durch die regelmäßigen Notfallübungen.

(RP)