Solingen: Aktionstag zum Stromanbieter-Wechsel

Solingen : Aktionstag zum Stromanbieter-Wechsel

Verbraucherberatung am Werwolf hilft bei der Suche nach richtigem Anbieter und passendem Tarif.

Johanne Voß und Julia Ogiermann kennen die Sorgen der Verbraucher beim Stromanbieter-Wechsel: Viele Menschen, sagen die Mitarbeiterinnen der Verbraucherzentrale, haben kein Vertrauen in Angebote und Anbieter, andere befürchteten, dass sie ohne Strom dastehen könnten oder hinterher doppelt zahlen müssten. "Vielen ist der Anbieterwechsel zu kompliziert, dabei ist er eigentlich relativ einfach", sagt Umweltberaterin Julia Ogiermann. Um zu informieren, Fragen zu beantworten und bei der Suche nach dem richtigen Tarif zu helfen, bietet die Verbraucherzentrale am Donnerstag, 6. November, einen Aktionstag unter dem Motto "Finden Sie den günstigsten Stromtarif - aber sicher" an.

Denn der Wechsel kann sich lohnen: Ein Vier-Personen-Haushalt spart als Kunde der Stadtwerke rund 62 Euro allein dadurch, dass er aus der sogenannten Grundversorgung in einen günstigeren Tarif beim gleichen Unternehmen wechselt, hat die Verbraucherberatung ausgerechnet. Um bis zu 210 Euro können sich die Kosten bei Abschluss eines Neuvertrags mit einem anderen Anbieter reduzieren. "Trotz der Liberalisierung im Energiemarkt sind rund 40 Prozent der Verbraucher nach wie vor in der Grundversorgung, also in dem Tarif, mit dem der lokale Versorger jeden Bewohner versorgen muss", erklärt Julia Ogiermann - und das, obwohl die Grundversorgung häufig teurer sei. Zugleich könnten Verbraucher bundesweit aus über 1000 Anbietern mit jeweils mehreren Tarifen auswählen. "Bei so vielen Möglichkeiten ist es uns wichtig, darüber zu informieren, was man beachten muss", so Ogiermann weiter.

Dabei helfe es zunächst, "sechs goldene Regeln" zu beachten, erläutert Verbraucherberaterin Johanne Voß: Tarife mit Vorkasse oder Kaution sollten ebenso wenig abgeschlossen werden wie Pakettarife, bei denen eine feste Abnahmemenge vereinbart wird. Auch Bonuszahlungen sollten nie ausschlaggebend für einen Vertragsabschluss sein. "Häufig bekommt man hier dann einen vergleichsweise teuren Tarif", so Voß. Zudem sollte beim Abschluss auf kurze Vertragslaufzeiten von einem Jahr, Folgelaufzeiten von einem Monat und Kündigungsfristen von maximal vier Wochen geachtet werden. "Als letzter Punkt sollten auch Strompreisgarantien kein ausschlaggebendes Kriterium sein, weil in naher Zukunft eher mit stabilen, wenn nicht gar mit sinkenden Preisen zu rechnen ist", sagt Johanne Voß.

"Bei unserer Beratung berücksichtigen wir nur Anbieter, die die sechs Grundkriterien erfüllen und bisher nicht negativ aufgefallen sind", sagt Johanne Voß. Neben kostenlosem Info-Material erhalten Verbraucher auf Wunsch eine kostenpflichtige Einzelberatung zum Preis von neun Euro. "Wenn die Stromrechnung mitgebracht wird, auf der der Jahresverbrauch angegeben ist, können wir auch individuell beraten", so Julia Ogiermann.

(mxh)