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Aktion Stadtradeln: Solinger strampeln sechs Mal um die Erde

Aktion Stadtradeln : Solinger strampeln sechs Mal um die Erde

Bei ihrer zweiten ­Teilnahme an der ­internationalen Aktion des Klima-Bündnisses übertraf die Klingenstadt das Vorjahresergebnis deutlich.

262.050 Kilometer legten die Solinger beim diesjährigen „Stadtradeln“ zurück – soviel wie sechs Erdumrundungen auf Höhe des Äquators. Damit pulverisierten die angemeldeten Radfahrer in der Klingenstadt förmlich die 157.000 Kilometer aus dem Vorjahr.

Und die Stadtverwaltung präsentierte bei der Abschlussveranstaltung im Garten des Zentrum Frieden am Freitagnachmittag noch mehr beeindruckende Zahlen: Indem sie drei Wochen lang so oft wie möglich das Auto stehen ließen und in den Sattel stiegen, vermieden die 1154 Teilnehmer 39 Tonnen CO². „Solingen wird immer mehr zur Fahrradstadt“, resümierte Oberbürgermeister Tim Kurzbach.

Immerhin Platz 20 im NRW-Vergleich sprang für die Klingenstadt bei der internationalen Aktion heraus, an der sich in diesem Jahr weltweit 1481 Kommunen beteiligt haben. Die Koordination des Stadtradelns in Solingen übernahm der Stadtdienst Planung, Mobilität und Denkmalpflege. Eine Fortsetzung ist für das kommende Frühjahr geplant.

Und für die Aktivsten unter den 94 Mannschaften gab es neben dem Gefühl, fit und umweltbewusst zu sein, auch noch einige Präsente – vom Puky-Fahrrad für kleine Sportskanonen bis zur Fahrradtasche. Die holten sich die Preisträger auf der bewusst klein gehaltenen Veranstaltung vom reich gefüllten Gabentisch.

Besondere Würdigung fanden fünf Stadtradel-Stars, die im Aktionszeitraum vom 7. bis 27. September komplett aufs Auto verzichteten – unter ihnen auch Morgenpost-Regionalchef Guido Radtke – und die besten Teilnehmer in mehreren Kategorien.

Als beste Grundschule – und letztlich sogar vor allen weiterführenden Schulen – schnitt die Grundschule Westersburg ab: 44 aktive Radfahrer brachten es auf 8744 Kilometer. „Beste Parlamentarierin“ wurde wiederum Iris Michelmann vom Team „Grün-Zug“. Beide erhielten ihre Auszeichnungen im Nachgang der Veranstaltung.

Thomas Kurowski: Der aktivste Radelnde

Starke Leistungen zeigten viele. Den Spitzenplatz in der Einzelwertung eroberte letztlich Thomas Kurowski. Der 35-jährige Krankenpfleger an der St. Lukas Klinik bewältigte satte 1740 Kilometer. Sein Weg führte ihn dabei unter anderem bis in die Eifel und an den Niederrhein. Damit unterstützte er die Mannschaft seines Arbeitgebers, die sich den Namen „Ziekenhuis“ zugelegt hatte. Seine wahre Motivation beschreibt der aktive Radsportler augenzwinkernd: „Ich wollte verhindern, dass ein Fahrer mit Akku gewinnt.“ Sein eigenes Ergebnis bewertet er zurückhaltend – auch mit Blick auf seine Nachbarin, die er als „Heldin“ bezeichnet: „Sie ist 85 und fährt zweimal täglich mit ihrem Fahrrad“.

Dieter Peitzmann: Der älteste Radelnde

Groß umstellen musste sich Dieter Peitzmann im September nicht: „Ich bin einfach weitergefahren wie bisher“, verrät der 82-Jährige lapidar. Starke 466 Kilometer steuerte er zur Leistung seines Teams der ZWAR-Gruppe (Zwischen Arbeit und Ruhestand) Solingen-Wald bei – obwohl er erst in der zweiten von drei Wochen eingestiegen war. „Ich war früher Radsportler, heute fahre ich aus Freude“, erzählt Peitzmann. Eine genaue Altersstatistik führen die Stadtradeln-Koordinatoren zwar nicht. Dementsprechend ist der Alterspräsident auch nicht Teil einer offiziellen Preiskategorie. Dennoch dürfte der Walder zu den ältesten Startern zählen. Und während manch jüngerer Radler auf technische Hilfen setzt, schwang sich Peitzmann bevorzugt aufs Rennrad. „Ich habe zwar auch ein E-Bike“, sagt er, „aber das macht mir nicht soviel Spaß“.

Citec-Röltgen-Team: Bestes Team (durchschnittliche Kilometer pro Kopf)

Wenn die Anzahl der Mitfahrer nicht so groß ist, müssen eben wenige viel fahren. Für die Radsportler vom Citec-Röltgen-Team war das eine lösbare Aufgabe: Durchschnittlich 817 Kilometer schafften die fünf Teilnehmer. „In diesem Jahr sind ja praktisch alle Rennen ausgefallen, das hat den Wettkampfgeist besonders angefacht“, erklärt Patrick Rothweiler (Foto). Der 24-Jährige steuerte selbst 1024 Kilometer zur Teamleistung bei – und nahm stellvertretend die Urkunde entgegen.

“Biernath & Friends“: Bestes Team (absolute Kilometer)

Die Krone setzte sich das Team „Biernath and friends“ auf: 18.925 Kilometer legten die Fahrer zurück. Die rekrutierte Verkäufer Markus Kröckertskothen (46 / Foto) aus Kollegen und Stammkunden. „Man hat sich dann einfach hochgeschaukelt und wollte immer mehr erreichen“, erzählt er. Die gemeinsamen Ausfahrten aus der Aktionszeit sollen bei Biernath eine Fortsetzung finden. „Das war eine tolle Sache“, schwärmt Kröckertskothen. Und das Ergebnis soll nicht nur der Umwelt zugute kommen: Für jeden gefahrenen Kilometer spendet das Fahrrad-Fachgeschäft zehn Cent – jeweils zur Hälfte an das Kinderhospiz Balthasar und die Jugendverkehrsschule

Scharris radeln für das Klima: Beste Kita

Schon im vergangenen Jahr hatte die Kita Scharrenberger Straße beim Stadtradeln Akzente gesetzt. Und auch diesmal sammelten 15 Radler im Team „Scharris radeln für das Klima“ wieder eifrig Kilometer: Stolze 2184 kamen dabei zusammen. 680 davon gingen allein auf das Konto von Henning Priemer: Vieles von seiner Gesamtbilanz sei auf der Fahrt zur Arbeit nach Wuppertal zusammengekommen, erklärt der Familienvater, der ohnehin viel mit dem Fahrrad unterwegs ist. Als Präsent gab es ein Puky-Rad für die Kita, das Gerhard Rosenthal entgegennahm – damit die Jüngsten schon früh ans Zweirad gewöhnt werden.

„Hum_rollt“: Beste weiterführende Schule

Unter dem Namen „Hum_Rollt“ gingen Schüler und Lehrer des Humboldtgymnasiums ins Rennen – und setzten sich mit 7578 Kilometern gegen die Konkurrenz durch. „Wir haben viele Leute angesprochen und auch via Instagram Werbung für die Gruppe gemacht“, sagt Oberstufenschülerin Pia Vierling (17). Vor allem die höheren Jahrgänge waren unter den offiziell 44 Radlern gut vertreten. Den mannschaftsinternen Spitzenplatz schnappte sich allerdings dem Vernehmen nach ein Lehrer, der sich auf den Triathlon vorbereitet. An der Seite von Leon Reder nahm Pia Vierling die Urkunde und Handyhalterungen als Präsent für die Teammitglieder entgegen.

 www.stadtradeln.de/solingen