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Solingen: Ärger über Lkw-Lärm

Solingen : Ärger über Lkw-Lärm

Anwohner der Alsenstraße in Wald fühlen sich durch den Lkw-Verkehr zur Großküche der Genesis gestört. Doch die liegt eindeutig in einem Gewerbegebiet, argumentieren die Betreiber.

Die Anwohner der Alsenstraße in Wald sind mit ihrer Geduld am Ende. "Wenn die Transportwagen um die Ecke fahren, sagt mein Enkel manchmal: Oma, wie hältst Du das nur aus?" erzählt Olga Kutschma, die seit Jahrzehnten hier wohnt.

Im benachbarten Gewerbegebiet liegt seit 2007 die Großküche Genesis, ein Gemeinschaftsprojekt der Lebenshilfe und des Verbundes für katholische Kliniken und Senioreneinrichtungen, K-Plus. Nebenan unterhält die Lebenshilfe ihre Werkstatt für Behinderte (WfB) und das integrative Familienzentrum Alsenbande.

Die Anwohner stören sich vor allem am starken Verkehrsaufkommen in der ursprünglich einspurig geplanten Alsenstraße. "Um kurz nach fünf Uhr geht der Anlieferverkehr für die Großküche los", berichtet Birgit Tupait. "Die fahren dann bis 22 Uhr", ergänzt Michael Wassenberg. Auch das Tempo mancher Lkw und Lieferwagen verärgert die Nachbarn. "Da fallen manchmal die Gläser aus dem Schrank", berichtet Olga Kutschma.

Tempo 30-Zone nicht realisiert

Offiziell ist hier Tempo 50 erlaubt. Aber selbst Polizisten hätten bereits darauf hingewiesen, dass man im Hinblick auf die schmale und leicht abschüssige Straße und spielende Kinder auf eine "angepasste Geschwindigkeit" achten müsse, sagt Birgit Tupait. Eine vorgesehene Tempo 30-Zone wurde nicht realisiert.

Weiteres Ärgernis ist die Parksituation. "Sowohl Anlieferer der Genesis, als auch Transporter für die WfB stellen sich an die Straße, anstatt die Parkplätze hinter dem Firmengelände zu nutzen", erzählt Birgit Tupait. Den Grund für dieses Verhalten sehen die Anwohner in reiner Bequemlichkeit einiger Fahrer.

Besonders kritisch sei die Situation im Extremwinter des vergangenen Jahres gewesen. "Dann schob man uns die Schneeberge auf die Autos", erzählt Dagmar Kirchhoff-Küster. Gespräche mit Vertretern der Firmen hätten keinen Erfolg gehabt, berichten die Nachbarn frustriert. Mitunter werde man sogar als behindertenfeindlich eingestuft, weil man Mitarbeiter der Lebenshilfe kritisiere.

Die ansässigen Betriebe können den Zorn der Anwohner nicht nachvollziehen. Verantwortliche der Lebenshilfe sagen auf Anfrage unserer Zeitung, die geschilderten Probleme seien ihnen nicht bekannt. Die Servicegesellschaft Genesis nimmt hingegen Stellung zu den Aussagen der Anwohner. "Wir haben uns mit den Anwohnern auf Spielregeln geeinigt, die von uns eingehalten werden", sagt Cerstin Tschirner, Pressesprecherin des K-Plus-Verbundes.

Man dürfe nicht vergessen, dass es sich bei der Fläche an der Alsenstraße um ausgewiesenes Gewerbegebiet handle. "Der Anlieferverkehr findet um sechs Uhr statt, der Abtransport läuft über den rückseitigen Teil des Gebäudes ab", fährt Tschirner fort. Der Betrieb sei deutlich vor 21 Uhr zu Ende.

Zudem parkten nur drei bis vier Fahrer an der Straße. "Dafür haben Anwohner bereits unsere Lkw-Anlieferung zugeparkt", berichtet die Sprecherin. Dabei betonen beide Seiten, man sei auf gute Nachbarschaft angewiesen.

(ied)