Solingen: Ära Kolodziej ist Geschichte

Solingen: Ära Kolodziej ist Geschichte

Mit einer fristgerechten Kündigung des Geschäftsführers von Schloss Burg und der Zahlung einer Abfindung von 10 000 Euro wurde ein Schlussstrich unter die personellen Querelen gezogen.

Es bleibt den streitenden Parteien erspart, schmutzige Wäsche zu waschen. Denn mit einem Kompromiss vor dem Solinger Arbeitsgericht kann das Kapitel Dr. Axel Kolodziej für den Schlossbauverein geschlossen werden, ohne dass man Details diskutieren muss, die man lieber nicht in der Öffentlichkeit erörtern will. Arbeitsrichterin Sonja Bollmann gewährte den Parteien beim gestrigen Gütetermin so auch gerne eine zweimalige Unterbrechung, um über Kompromissvorschläge zu beraten. Letztlich einigte man sich, die fristlose Kündigung gegen den Geschäftsführer Dr. Axel Kolodziej in eine fristgerechte Kündigung zum 31. März umzuwandeln. Darüber hinaus zahlt der Schlossbauverein eine Abfindung in Höhe von 10 000 Euro und stellt dem gekündigten Geschäftsführer ein Zeugnis mit der Gesamtbeurteilung "gut" aus. Dieses "gut", so erläuterte die Richterin, beziehe sich sowohl auf das Verhalten als auch auf die Leistung des Historikers, der nur knapp zwei Jahre im Amt war.

Insgesamt dreimal hatte der Schlossbauverein seinem Geschäftsführer gekündigt, zuletzt fristlos. Dagegen zog Kolodziej vor das Arbeitsgericht. "Wir streben eine Verlängerung des Arbeitsverhältnisses bis zum 30. Juni an", sagte Kolodziejs Rechtsanwalt Manfred Kraus und begründete: "Aus ungekündigter Position ist es für meinen Mandanten leichter, eine neue Stelle zu finden."

Dass Kolodziej nicht auf seinen Geschäftsführer-Posten im Schloss zurückkehren würde, war bereits bei Prozessbeginn für alle Beteiligten offensichtlich klar. Einzelheiten, warum der Verein dem Geschäftsführer kündigte, wurden gestern vor Gericht nicht erörtert. "Wir sind bereits unter Beschuss geraten während der Mitgliederversammlung, weil wir der Persönlichkeit des Geschäftsführers nicht schaden wollten und keine Details zu der Kündigung preisgegeben haben", erklärte Schlossbauvereinsvorsitzender Klaus-Dieter Schulz vor dem Arbeitsgericht die Hintergründe. Wenn die Gegenseite bei ihrer Forderung nach Beschäftigung bis 30. Juni bestehe, bestünde die Gefahr, dass Dinge an die Öffentlichkeit kommen, die nicht für diese bestimmt seien.

Die Vorstellungen des Schlossbauvereins, ihrem Geschäftsführer fristlos kündigen zu können, relativierte Richterin Sonja Bollmann gleich zu Beginn der Verhandlung. "Der Passus: ,Dr. Kolodziej erfüllt nicht die betriebswirtschaftlichen Voraussetzungen', reicht nicht aus, da muss nachgelegt werden." Hätten beide Parteien gestern auf ihren Positionen beharrt, wäre es zu einem neuen Termin gekommen. Den konnte die Richterin frühestens für den 28. Juni in Aussicht stellen. Auch dies war offensichtlich ein Grund, warum sich die Parteien auf gütlichem Wege einigten.

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Für Anwalt Manfred Kraus ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis. "Zwar bin ich sicher, dass wir gewonnen hätten, wenn wir über die nächsten beiden Instanzen gegangen wären", erklärte er. "Doch für meinen Mandanten hätte es ohnehin kein Zurück gegeben in seine alte Position."

Auch Schlossbauvereinsvorsitzender Klaus-Dieter Schulz ist mit der Entscheidung einverstanden. Er ist in erster Linie froh, dass der Schlossbauverein und Schloss Burg nun hoffentlich aus den negativen Schlagzeilen heraus sind. Der gestern geschlossene Vergleich, so Schulz im Gespräch mit unserer Zeitung, zeige ja auch, dass Dr. Axel Kolodziej seine Kündigung akzeptiere.

Kommentar

Bisherige Berichterstattung unter www.rp-online.de/solingen

(RP)
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