Weihnachtsdürpel in Solingen-Ohligs Advents-Stimmung auch abseits des Parks

Ohligs · In Zelten statt Holzhütten empfingen die Aussteller beim Weihnachtsdürpel in Ohligs ihre Besucher. Diesmal nur am Sonntag statt – wie vor Corona – an drei Tagen.

Fotos vom Weihnachtsdürpel 2022​ in Solingen-Ohligs
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So schön war der Weihnachtsdürpel 2022

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Foto: Peter Meuter

Manche Begegnungen lassen einen alle Schmerzen vergessen. „Was hast Du denn gemacht?“ fragte „Weihnachtsmann“ Achim Lück ein strahlend vor ihm stehendes Mädchen, auf dessen Stirn ein Pflaster klebte. „Ich bin hingefallen“, verriet sie – und bekam einen kleinen süßen Trost aus dem Jutesack.

Wo der Mann mit dem rot-weißen Mantel und Rauschebart am Sonntag in der Ohligser Fußgängerzone auch auftauchte – überall fand er sich rasch inmitten einer Menschentraube wieder. Aus der Ruhe bringen konnte ihn das freilich nicht, schließlich kann er auf eine langjährige Erfahrung im Bescheren zurückblicken.

Weihnachtlicher Glanz auf der Düsseldorfer Straße in Ohligs.

Weihnachtlicher Glanz auf der Düsseldorfer Straße in Ohligs.

Foto: Peter Meuter

Konkurrenz in puncto kindlicher Aufmerksamkeit bekam er allerdings in der Düsseldorfer Straße von Clown Ferdi. Der hatte sich auch kurzerhand eine Santa-Claus-Mütze übergestreift. Zu Revier-Streitereien kam es allerdings nicht: Vielmehr bettelte der Clown beim „Original-Weihnachtsmann“ später selbst um eine Gabe.

Catharina Wurlitzer und Simone Horstauf der Bühne.

Catharina Wurlitzer und Simone Horstauf der Bühne.

Foto: Peter Meuter

Kurzum: Es ging fröhlich zu beim „Ohligser Weihnachtsdürpel“ – auch wenn der diesmal etwas anders daherkam als in den so fern scheinenden Vor-Corona-Jahren: Statt im Park in der Wittenbergstraße fand er nun ausschließlich auf der Düsseldorfer Straße statt. Die Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG) begründete das durch „gestiegene technische Anforderungen durch Mehrweg und Hygiene“ und die generellen Kostensteigerungen in diesen Zeiten. Die klassischen Holzhütten aus früheren Jahren seien zudem nicht lieferbar gewesen. Stattdessen begrüßten die Aussteller ihre Gäste am Sonntag in rund 20 Zelten – und boten unter anderem Filzwaren, Ketten und anderen Schmuck an.

Zu den besonderen Blickfängen am Stand der „Hilfe für Afrika Hilden“ etwa zählten Schirme, auf denen Fotos tropischer Tiere einerseits, und Ohligser Motive andererseits zu sehen waren. Hinter der Gestaltung steckte Wolfgang Engel, der neben Engelbert Kremers vom Hildener Verein hinter dem Verkaufstisch stand. Über den gingen zugunsten der Hilfs-Aktivitäten auch viele Artikel, die im Rahmen eines Straßenkinderprojekts entstanden waren.

Für ihren Abiball wiederum verkauften Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule nebenan Waffeln. „Das haben wir auch schon zu anderen Anlässen gemacht“, berichtete eine der Jugendlichen. Mitmach-Kunst zugunsten des „Vereins Solingen“ hilft boten Christoph und Lothar Ruthmann. „The Sisters“ wiederum luden in ihr Zelt zum Gesichter-Schminken ein – und nahmen dabei auch weniger advents-typische Motivwünsche der jungen Models entgegen, wie Spider Man oder Einhörner.

Die Jugendabteilung des BSC Union Solingen ging unterdessen auf Talente-Jagd für die „WM 2026“ – auch wenn das große Fußball-Turnier auf dem amerikanischen Kontinent für die kleinen Kicker, die den Ball eifrig im Mini-Tor versenkten, vielleicht noch einen Tick zu früh kommt.

Besinnliches gab es an der Bühne vor der Einmündung in die Forststraße zu erleben: Neben vielen anderen Musikern verbreitete ein Querflöten-Quartett der Geschwister-Scholl-Schule zum zweiten Advent schon ein wenig festliche Stimmung mit klassischen Weihnachtsliedern wie „Es ist ein Ros entsprungen“ oder „Tochter Zion, freue Dich“. Im Verlaufe des Mittags füllte sich gestern die Fußgängerzone immer mehr – zumal auch die geöffneten Geschäfte zum Weihnachtsbummel einluden. „Es war uns sehr wichtig, dass auch die Einzelhändler diese Gelegenheit haben“, sagte Timm Kronenberg, Projektleiter für den Weihnachtsdürpel – und freute sich über die Resonanz. Die konnte sich schon am Vorabend sehen lassen: Denn bereits ab Samstagnachmittag hatte Live-Musik von mehreren Interpreten zur Ecke Düsseldorfer/Forststraße gelockt.

Wie und wo der Weihnachtsdürpel im kommenden Jahr stattfindet, ist indes noch offen: Auch eine Renaissance des stimmungsvollen Treibens im Park wollte Kronenberg nicht ausschließen.

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