Zum „Mobilitätstag“ am Sonntag ADFC erwartet 300 Radfahrer zur Sternfahrt

Solingen · Zum „Mobilitätstag“ am Sonntag sollen Zweiradfahrer auf verschiedenen Routen Richtung City fahren. Andere Verkehrsteilnehmer müssen mit Verzögerungen rechnen. Die Organisatoren wollen für eine „Verkehrswende“ werben.

An der Veloroute im Bereich Fuhrstraße gilt bereite eine Vorfahrt-Regelung für Radfahrer. Geht es nach dem Willen des ADFC und der anderen Organisatoren der Sternfahrt am Sonntag, soll das in Zukunft vermehrt der Fall sein.

An der Veloroute im Bereich Fuhrstraße gilt bereite eine Vorfahrt-Regelung für Radfahrer. Geht es nach dem Willen des ADFC und der anderen Organisatoren der Sternfahrt am Sonntag, soll das in Zukunft vermehrt der Fall sein.

Foto: Guido Radtke

Beim ersten Solinger „Mobilitätstag“ am kommenden Sonntag können nicht alle Verkehrsteilnehmer darauf hoffen, zügig an ihr Ziel zu gelangen. So müssen Autofahrer wohl damit rechnen, dass es an einigen Stellen im Solinger Stadtgebiet nicht so schnell wie gewohnt vorangehen wird. Denn dann will der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Wuppertal / Solingen bei einer Sternfahrt in Richtung Innenstadt insgesamt rund 300 Fahrradfahrer auf die Straßen bringen, um auf diese Weise für einen zügigen Ausbau der Zweirad-Infrastruktur und für mehr Sicherheit der Fahrradfahrer in der Klingenstadt zu demonstrieren.

Unter dem Motto „Verkehrswende ist Teamarbeit“ sowie anlässlich des „Mobilitätstages“ am 18. September rufen unter der Federführung des ADFC unterschiedliche Organisationen wie der NABU Solingen, der VCD Bergisches Land, der Runde Tisch Radverkehr, Fridays for Future Solingen, Parents for Future Solingen sowie Bündnis 90 / Die Grünen dazu auf, von verschiedenen Startpunkten aus zum Neumarkt zu fahren, ehe es schließlich auf eine Abschlussrunde durch die City gehen wird.

Dabei werden aber nur diejenigen Radfahrer, die vom Hauptbahnhof in Ohligs aus in die Stadtmitte fahren, von der Polizei begleitet werden. Was nach Angaben des ADFC bedeutet, dass die Teilnehmer der Sternfahrt auf anderen Zubringerrouten (die nur wenig Steigungen beinhalten) als sogenannte Verbände unterwegs sein werden. Ein solcher „Verband“ ist gegeben, sobald mehr als 15 Radfahrer gemeinsam unterwegs sind.

„Die Fahrt erfolgt auf der rechten Fahrbahnseite, es darf nebeneinander gefahren werden. Der Verband ist verpflichtet, kompakt zu bleiben. Somit dürfen Kreuzungen geschlossen überquert werden, auch wenn eine Ampel von Grün auf Rot umgesprungen ist. Bei einem Radweg gilt eine Benutzungspflicht nicht, das heißt, der Radweg muss nicht benutzt werden“, hieß es am Montag beim ADFC.

Demzufolge, so der Lobby-Club der Radfahrer, könne man Autofahrern nur „empfehlen, möglichst nicht zu überholen und nur in Ausnahmefällen den Verband mit äußerster Vorsicht als Ganzes zu überholen“. Ein schrittweises Überholen einzelner oder mehrerer Radfahrer sei hingegen genauso verboten wie Versuche, sich von einer Seitenstraße kommend „in den Verband zu quetschen“.

Mit der Sternfahrt will sich das Bündnis unter Ägide des ADFC nach eigenem Bekunden für eine Verkehrswende stark machen. „Wir wollen die Vorzüge der Mittelvariante für Ohligs – Mitte als Veloroute herausstellen und bei der Politik werben, mehr Mut aufzubringen, auch Parkplatzverlusten zuzustimmen“, teilte der ADFC mit. Ferner setze man sich aber auch für eine neue Straßenverkehrordnung ein, die nicht mehr dem fließenden Pkw-Verkehr als oberstes Ziel diene. Und zu guter Letzt erwarte man den Aufbau weiterer Stellen im Bereich Nahmobilität, um Bundes- und Landesmittel für den Umbau der Infrastruktur zu akquirieren, so der ADFC.

Inwieweit sich solche Forderungen angesichts der angespannten städtischen Finanzlage am Ende umsetzen lassen, bleibt abzuwarten. Gleichwohl signalisierte die Stadt nun schon einmal eine allgemeine Zustimmung. „Die Verkehrswende ist notwendiger denn je“, hieß es aus dem Rathaus in einer Pressemitteilung zum „Mobilitätstag“, bei dem am Sonntag von 12 bis 17 Uhr verschiedene Programmpunkte bereitgehalten werden.

So sind neben den Organisatoren der Sternfahrt auch Verkehrswacht, Polizei, Stadtwerke und der Verein Velo Solingen vor Ort. Es können Leihsysteme für Pedelecs, Lastenräder sowie E-Roller getestet werden. Zudem versteigert das Ordnungsamt um 15 Uhr auf dem Neumarkt Fund-Räder. Bürger wiederum können von 14 bis 16 Uhr gebrauchte Räder bei einer „Fahrradbörse“ verkaufen. Kinder unter 14 Jahren dürfen den ÖPNV am „Mobilitätstag“ gratis nutzen. Mit dem „Mobilitätstag“ beteiligt sich die Stadt an der „Europäischen Mobilitätswoche“.

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