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Solingen: Abgebaute Bänke fehlen

Solingen : Abgebaute Bänke fehlen

Zahlreiche Beschwerden sind bei den Bezirksvertretern eingegangen. Den Gräfrather fehlen die Sitzgelegenheiten in Parks und rund ums städtische Altenheim. Nun soll eine Lösung gefunden werden, zumindest einen Teil wieder aufzustellen.

Einhelliger Unmut herrschte in der Bezirksvertretung Gräfrath über den vom Stadtrat beschlossenen Rückbau von städtischen Grünanlagen, um Kosten zu sparen. "Es hat mich überrascht, dass dies so restriktiv umgesetzt wird", sagte Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer (SPD) in Richtung Stadtverwaltung. "Es hat nirgendwo explizit gestanden, dass auch Bänke und Spielgeräte abgebaut werden."

Insbesondere rund ums städtische Altenheim Eugen-Maurer-Haus würden die Sitzgelegenheiten sehr vermisst. "Das ist ein tiefer Einschnitt in die Lebensqualität", meint SPD-Sprecher Jürgen Kaiser. "Denn wo sollen die alten Leute bei einem kleinen Spaziergang jetzt Verschnaufpausen einlegen?" Er hält das Vorgehen auch für widersprüchlich. Zum einen wolle die Stadt, dass alte Menschen am öffentlichen Leben teilnehmen, dann aber nehme sie ihnen mit den Bänken die Grundlagen dafür weg. "Oder sollen die Leute nur noch im Heim bleiben?"

Auch Eva Nieper (CDU) kann über das städtische Vorgehen nur den Kopf schütteln. "Man muss ein bisschen Augenmaß bewahren", findet sie. Ihr sei ebenfalls nicht klar gewesen, dass ein Absenken des Pflegestandards in einigen Parks damit verbunden sei, dass Möbel und Papierkörbe beseitigt werden. "Zum einen stellt die Stadt Tütenspender für Hundebesitzer hin, damit sie das verrichtete Geschäft entfernen, zum anderen werden die Abfalleimer abgebaut, in denen man die Tüten entsorgen kann." Dann müsse sich niemand wundern, wenn ein Teil der Tüten doch nur im Gebüsch lande.

Monika Tönnies hält es ebenfalls für eine Fehlentscheidung, die Zahl der Papierkörbe insbesondere rund um den Tierpark Fauna zu verringern. "Der Schuss kann nach hinten losgehen und schnell zu Vermüllung führen", sagt die Grünen-Politikerin. Sie versteht auch nicht, warum die Bänke so sang- und klanglos abgebaut worden sind. "Man hätte bestimmt eine Möglichkeit gefunden, zum Beispiel durch Patenschaften, einen Teil zu erhalten." Dies sei zwar auch im Nachhinein noch möglich, bedeute aber einen großen Mehraufwand.

Die Stadtverwaltung weist den Vorwurf, über den Rückbau der Parks nicht richtig informiert zu haben, zurück. "Wir haben zu jeder Grünanlage einen Steckbrief erstellt, in dem alle Maßnahmen verzeichnet waren", erklärte Norbert Motzfeld vom Technischen Betrieb Straßen und Grün den Bezirksvertretern. Er erklärte sich aber bereit, mit den Bezirksvertretern einen Ortstermin zu vereinbaren, um eine praktische Lösung für die jetzt fehlenden Bänke am Eugen-Maurer-Haus zu finden.

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(RP)