A3: Städte fordern sofortige Freigabe der Standspuren bei Solingen

Autobahn 3 : Städte fordern Standspuren-Freigabe

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach und weitere Verwaltungschefs aus der Region wollen, dass der Verkehr auf der Autobahn umgehend vierspurig läuft. So soll auch gezeigt werden, dass eine Verbreiterung der A 3 nicht notwendig ist.

In dieser Woche war es wieder einmal besonders schlimm. Gleich an mehreren Tagen hintereinander stauten sich die Fahrzeuge auf der Autobahn 3 in beiden Fahrtrichtungen kilometerweit. Doch geht es nach den Verantwortlichen in den Rathäusern der Region, werden solche „Blechlawinen“ bereits in Kürze – zumindest phasenweise – der Vergangenheit angehören.

Denn nun haben Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) sowie seine Amtskollegen aus Langenfeld beziehungsweise Leichlingen, Frank Schneider (CDU) und Frank Steffes (SPD), zusammen mit dem Landrat des Kreises Mettmann, Thomas Hendele (CDU), einen Antrag an das Bundesverkehrsministerium auf den Weg gebracht, der lediglich einen Punkt umfasst – nämlich die sofortige Freigabe der Standstreifen auf der A 3 für den normalen Verkehr.

„Unser Ziel besteht darin, schnell zu einer Verbesserung der Situation auf der Autobahn zu kommen“, sagte OB Kurzbach am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion. Wobei sich der Solinger Rathaus-Chef parallel zuversichtlich zeigte, dass durch eine dauerhafte Standstreifennutzung auch langfristig Erfolge erreicht werden können. Denn schließlich kämpfen die Politiker vor Ort schon seit Monaten gegen das Vorhaben, die A 3 in den kommenden Jahren auf jeder Fahrbahnseite um eine zusätzliche Fahrspur zu erweitern.

Der Hintergrund: Bei einer Verbreiterung der Autobahn, wie sie der Landesbetrieb Straßen.NRW auf Basis des aktuellen Verkehrswegeplans bis zum Jahr 2030 realisieren will, würde die Natur nach Einschätzung der Städte zu sehr in Mitleidenschaft gezogen. Und darüber hinaus fürchten die Verantwortlichen in den Kommunen den Unmut von Anwohnern, die unter einer weiteren Zunahme des Lärms leiden könnten.

Dabei, so die Verwaltungschefs, ginge es auch anders, wie Beispiele aus der Region zeigten. „Auf der A 57 in Köln werden seit einiger Zeit ebenfalls schon die Standstreifen als temporäre Fahrspuren genutzt“, betonte in diesem Zusammenhang Oberbürgermeister Kurzbach, der gemeinsam mit seinen Kollegen aus den anderen Rathäusern überdies eines der zentralen Argumente für eine A 3-Verbreiterung zu entkräften versuchte.

So begründet Straßen.NRW die Erweiterungspläne unter anderem damit, neue Spuren zusätzlich zu den bestehenden Standstreifen seien aus Gründen der Verkehrssicherheit unumgänglich. Was aus Sicht der Städte nicht unbedingt der Fall ist. Denn immerhin blieben nach ihrem Modell sowie im Zuge der ohnehin anstehenden Sanierung der A 3 nach wie vor Nothaltebuchten bestehen, die indes „nicht ansatzweise den Eingriff in die Landschaft bedeuten würden wie eine komplette zusätzliche Fahrspur plus Standstreifen“.

Wie ernst es den Stadtoberhäuptern von Solingen, Langenfeld und Leichlingen sowie dem Landrat des Kreises Mettmann mit ihrem neuerlichen Vorstoß ist, lässt sich nicht zuletzt daran ablesen, dass das Thema A 3 bereits in wenigen Wochen ein weiteres Mal auf der Tagesordnung steht. So ist in absehbarer Zeit ein Treffen geplant, an dem auch alle Bundestags- und Landtagsabgeordneten der Region teilnehmen sollen und bei dem es gleichsam um die Autobahn geht.

Darüber hinaus ging die jetzt veröffentlichte Erklärung nicht allein an das Bundesverkehrsministerium von CSU-Mann Andreas Scheuer, sondern zudem an die direkte Vorgesetzte des Ministers in der Hauptstadt. So wurde – neben anderen Empfängern – auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Verteiler aufgenommen.

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