650 Jahre Solingen Publikum hat beim „Festival der Vielfalt“ die Qual der Wahl

Solingen · Im Jubiläumsjahr trumpft Solingen an drei Tagen im August mit einem dreitägigen Sommerfest auf: Geboten werden Musik und Theater für jeden Geschmack und jedes Alter.

650 Jahre Solingen: Termin-Tipps zum Jubiläum
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650 Jahre Solingen - Die Highlights zum Jubiläum

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Foto: Guido Radtke

Von Fred Lothar Melchior

Das „Festival der Vielfalt 2024“ wird bunt – wie die Fußbekleidung von Philipp Müller. Der Musikalische Leiter des Events kam am Dienstag mit einem blauen und einem gelben Schuh – also in den Stadtfarben – zur Programmvorstellung ins Rathaus. Ja, er hat noch ein Paar in denselben Farben. Und er wird, wie die Festival-Besucher, gutes Schuhwerk brauchen, wenn er vom 23. bis 25. August möglichst viele der Auftritte zum großen Stadtjubiläum (650 Jahre) sehen will. Die Festmeile erstreckt sich vom Neumarkt über den Fronhof bis zum Mühlenplatz und schließt auch weitere Teile der Fußgängerzone ein.

Im Jubiläumsjahr gibt es gleich drei Bühnen in der Innenstadt – nicht nur eine wie bei den bisherigen Sommerpartys, die seit 2008 in der City gefeiert werden. „Das Publikum wird sich entscheiden müssen“, brachte es Peter Wirtz, Intendant des Theaterprogramms, auf den Punkt.

Organisatoren und Unterstützer: (v.l.) Oberbürgermeister Tim Kurzbach, Lutz Peters, Stefan Grunwald, Waldemar Gluch, Joachim Radtke, Katrin Schirrmacher, Philipp Müller, Peter Wirtz, Karen Ulrich, Ralf Lindl.

Organisatoren und Unterstützer: (v.l.) Oberbürgermeister Tim Kurzbach, Lutz Peters, Stefan Grunwald, Waldemar Gluch, Joachim Radtke, Katrin Schirrmacher, Philipp Müller, Peter Wirtz, Karen Ulrich, Ralf Lindl.

Foto: Fred Lothar Melchior

Er hat 50 Theatermacher aus zehn Ländern anzubieten. Etwa die niederländische Gruppe „Close Act“, die zusammen mit dem „Bencha Theater“ auftritt, das Duo „Curtain Call by Circus unARTig“ sowie die Gruppe „Tridiculous“ (3DCLS). Außerdem wird es Straßentheater geben. Wirtz: „Die gesamte Innenstadt wird zum Bühnenraum.“

Philipp Müller hält mit zahlreichen Gruppen und Solisten dagegen – von Gregor Meyle über Topic und die Bergischen Symphoniker bis zu „Der Udonaut & Die Paniker“. Er und Peter Wirtz versprechen mehr als 100 Stunden Programm. Auf jeder Bühne soll alles „aus einem Guss sein“.

„650 Stunden hätten wir nicht geschafft“, kommentierte der Musikalische Leiter. „Aber es sind sicher 650 Menschen im Einsatz, ob sie nun Pommes verkaufen oder für die Sicherheit sorgen.“ Vor rund einem Jahr startete eine Projektgruppe mit den Planungen für die große Sause. „Wir bieten ein kostenloses Fest für alle“, betonte Waldemar Gluch, Vorsitzender des Initiativkreises Solingen und der Festival-Organisation. „Das muss man erst einmal auf die Beine bekommen.“ Gluch rechnet – wie bei früheren vom Initiativkreis veranstalteten Sommerfesten – mit etwa einem Drittel auswärtiger Besucher. Insgesamt werden 70.000 bis 80.000 Teilnehmer erwartet.

Für sie öffnen einige der Händler am Sonntagnachmittag auch ihre Läden. „Wir hatten ein hartes Jahr. Aber es hat sich gelohnt“, blickte Lutz Peters zurück, der Pressesprecher der Stadt. Man habe die Stärken gebündelt, viele an einen Tisch geholt. „Es wird ein wirklich würdiges und großes Fest“, unterstrich Oberbürgermeister Tim Kurzbach. Ein Fest, das die „Vielfältigkeit der Solinger“ wiedergebe. „Natürlich hätte man auch eine auswärtige Agentur einkaufen können. Wir machen es aber mit Solingern für Solingerinnen und Solinger – dass sie sich auch wiederfinden.“

Deshalb wird auch das Kultur- und Umweltfest „Leben braucht Vielfalt“ eingebunden und auf zwei Tage ausgeweitet (23./24. August). Im Bereich der Gläsernen Werkstatt in der City werde es beispielsweise ein „großes Festival-Restaurant“ geben, merkte Philipp Müller an.

In der Klingenstadt leben Menschen aus mehr als 120 Nationen. Den Jüngeren unter ihnen und den Familien gilt nicht nur die besondere Aufmerksamkeit des Oberbürgermeisters. Wobei viele mehr als nur Gäste sein werden und selbst zum Programm beitragen. „Mehr als 20 Schulen – von der Grund- und Förderschule bis zum Gymnasium – werden sich aktiv beteiligen“ freute sich Karen Ulrich, die Organisatorin des Schulprogramms. Die Schülergruppen treffen sich am Freitag auf dem Fronhof und ziehen dann mit dem Stelzentheater „Ringelschlingel“ zum Mühlenplatz, wo die Auftritte stattfinden.

Noch werde „an dem einen oder anderen gestrickt“, erzählte Philipp Müller. Es können sich noch weitere Solinger beteiligen – gerne auch als Sponsoren. Diejenigen, die wie Wilkinson, Walbusch, Fourtexx und andere schon im Boot sind, sehen ihr Geld gut angelegt. „Es ist etwas Großartiges auf die Beine gestellt worden“, lobte Stefan Grunwald, Vorstandsvorsitzender der Stadt-Sparkasse. „Ich fand es unfassbar beeindruckend“, schloss sich Katrin Schirrmacher an, Pressesprecherin der Stadtwerke. „Es ist gut, dass sich jeder beteiligen konnte“, sagte Ralf Lindl, Center Manager des Einkaufszentrums Hofgarten, der auf die vielen weiteren Veranstaltungen im Jubiläumsjahr hinweist.

Highlight wird aber das „Festival der Vielfalt“ sein – vor allem für die Jüngsten: Am Freitag kommt die Maus (die mit der eigenen Sendung). „Die sozialen Netzwerke werden mit Selfies überschwemmt“, ist sich Peter Wirtz sicher und bittet, nicht ganz ernst gemeint: „Lasst die Maus bitte nur in den Umbaupausen auftreten.“

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