600 Experten diskutieren in Solingen über Werte für Zusammenleben

NRW-Integrationskongress in Solingen : 600 Experten diskutieren über Zusammenleben

Der Landesintegrationsprozess fand am Montag in der Klingenstadt statt.

Rund 600 Experten von Bund, Ländern und Kommunen haben sich am Montag in Solingen zum achten Integrationskongress getroffen, der vom Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt ausgerichtet wird. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Werte für das gesellschaftliche Zusammenleben wichtig sind.

Integrationsminister Joachim Stamp lobte die Anstrengungen für mehr Integration, wies aber auch auf Herausforderungen hin: „Was uns aus- und starkmacht ist der Gestaltungswille und der Zusammenhalt. Nordrhein-Westfalen gestaltet die Migrationsgesellschaft aktiv. Darauf können alle Haupt- und Ehrenamtlichen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stolz sein. Aber dennoch müssen wir heute wieder verstärkt für eine freiheitliche und weltoffene Gesellschaft eintreten. Unsere Gesellschaft braucht ein gemeinsames Wertefundament. ­Rassismus und Ausgrenzung haben in Nordrhein-Westfalen keinen Platz.“

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach  sagte: „Es ist für unsere Stadt eine Auszeichnung, Gastgeber zu sein. Denn das Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster Herkunft prägt die Lebenskultur in unserer Stadt seit Jahrzehnten. Menschen aus fast 140 Nationen haben in Solingen ihr Zuhause. Menschen, die zu uns kommen, weil sie hier leben wollen, sind herzlich willkommen. Denn nicht woher jemand stammt, ist entscheidend, sondern wohin jemand möchte.“

Der Integrationskongress ist ein Instrument für den Dialog zwischen der Landesregierung, der Wissenschaft und Praxis. Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen und Zivilgesellschaft haben hier die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, zur Information und zur gemeinsamen Entwicklung neuer Ideen.

In verschiedenen Fachforen wurde unter anderem mit der Staatssekretärin für Integration, Serap Güler, sowie Flüchtlingsstaatssekretär Andreas Bothe über die Teilhabe- und Integrationsstrategie 2030 des Landes diskutiert. Auf einem Markt der Möglichkeiten präsentierten sich darüber hinaus Verbände und Institutionen.

Der Integrationskongress findet seit 2006 in Solingen statt. Hintergrund ist der Brandanschlag im Jahr 1993, bei dem fünf Menschen getötet wurden. Die Tat jährte sich in diesem Jahr zum 26. Mal.

(epd/or)
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